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Länderreport | Beitrag vom 25.09.2020

6. Globaler Klimastreik"Fridays for Future": Erfolg und Unzufriedenheit

Thomas Wagner im Gespräch mit Nana Brink

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Tausende demonstrieren beim 6. Globalen Klimastreik mit Fridays for Future am 25.09.2020 (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)
Der erste große globale Klimastreik von Fridays for Future seit einem Jahr (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)

Seit einem Jahr protestierten nicht mehr so viele Menschen gegen den Klimawandel wie beim "6. Globalen Klimastreik". Auch in Konstanz, wo bundesweit zuerst der kommunale Klimanotstand ausgerufen worden war. Doch den Aktivisten reicht das nicht.

Vor einem Jahr kamen weltweit die Fridays-for-Future-Gruppierungen, die sich für restriktivere Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung und gegen den Klimawandel einsetzen, zu ihren größten Demos zusammen. Dann brach die Coronapandemie aus – und es war monatelang Pause.

Seit einiger Zeit wird wieder in kleineren Gruppen demonstriert. Für den 25. September waren erstmals wieder große Kundgebungen angekündigt: weltweit – auch in Konstanz am Bodensee, in jener Stadt, in der auf Druck der örtlichen Klimaaktivisten vor etwa eineinhalb Jahren der bundesweit erste kommunale Klimanotstand ausgerufen worden war.

Termin für Klimaneutralität gefordert

Im vergangenen Jahr demonstrierten dort mehr als 10.000 Menschen. Nun sei es wohl in etwa ein Zehntel gewesen, so Reporter Thomas Wagner aus Konstanz. Angemeldet gewesen seien 7000 Menschen, die tatsächliche Zahl liege wohl etwas darüber.

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Die Teilnehmenden hätten Schutzmasken getragen mit der Aufschrift "Masken auf, Emissionen runter". Das sei in gewisser Weise das Motto gewesen.

Die Konstanzer Fridays-for-Future-Gruppe kritisiert vor allem, dass die Stadt zwar als erste den kommunalen Klimanotstand ausgerufen, aber ihre Forderungen nicht vollständig in die Tat umgesetzt habe. Sie hatten beispielsweise gefordert, es müsse ein Termin gesetzt werden, an dem Konstanz klimaneutral, also vollständig CO2-frei ist. Das habe die Stadt mit Hinweis auf Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzbarkeit nicht gemacht.

Ziel: Vorbild für Demos während Corona

Zum Schutz gegen die Corona-Pandemie hatten die Organisatoren nicht nur bedruckte Atemmasken verteilt, sondern "ein ganzes Paket von Regeln" ausgearbeitet, so Wagner. So sei etwa kontrolliert worden, dass die Menschen nicht zu dicht stehen. Er habe niemanden ohne Atemmaske gesehen.

Eine Organisatorin sagte mit Blick auf die "Querdenker"-Demonstration vor wenigen Wochen in Berlin, sie wollten zeigen, dass man die Versammlungsfreiheit wahrnehmen könne, ohne ein "Coronaherd" zu werden.

(abr)

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