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Konzert / Archiv | Beitrag vom 08.09.2015

378. WartburgkonzertEhrenrettung eines Klavierpapstes

Aufzeichnung aus Eisenach

Das Sheridan-Ensemble (J. Horbik/Website Sheridan-Ensemble)
Das Sheridan Ensemble (J. Horbik/Website Sheridan-Ensemble)

Das Beste seiner Art will das Sheridan Ensemble spielen - im äußerst variablen Werkkatalog des Klavierpädagogik-Papstes Carl Czerny sind die Berliner Musiker fündig geworden. Nun wird es Zeit für ihr Debüt auf der Wartburg.

Der irische Schriftsteller, Satiriker und Politiker Richard Brinsley Sheridan war der Namensgeber für ein Ensemble, das die Berliner Cellistin Anna Carewe gegründet hat. Laut Lord Byron war alles, was dieser Sheridan tat, par excellence das Beste seiner Art.

Und dieses Statement über seinen Namensgeber sieht das Kammermusik-Ensemble aus der deutschen Hauptstadt als Ansporn. International auf sich aufmerksam machte das Sheridan Ensemble durch die Wiederentdeckung und Wiederbelebung der Kammermusik von Carl Czerny.

Dessen Werke waren in den Archiven verschwunden - man hielt seine Musik lange Zeit für nichts weiter als Pädagogik. Aufgrund der vielfach positiv rezensierten CD mit unbekannten Czerny-Quartetten wurden Czerny wie auch das Sheridan Ensemble für die Musikwelt zunehmend interessant. Vor kurzem gab das Ensemble sein Debüt im Amsterdamer Concertgebouw. Jetzt folgt das erste Engagement im Palas der Wartburg, natürlich mit Musik des bekannten unbekannten Komponisten.

Carl Czerny erblickte im letzten Lebensjahr Mozarts das Licht der Welt. Und wie dieser war er ein Wunderkind, er galt mit nur zehn Jahren als herausragender Pianist, war mit 21 Jahren der Solist in Beethovens 5. Klavierkonzert.

Dennoch beschritt Czerny nicht den typischen Weg eines Star-Virtuosen, sondern verlegte sich auch aufs Unterrichten und Komponieren. Er verfasste mehrere bedeutende Sammlungen mit Klavierstücken für pädagogische Zwecke, die er „Etüden" nannte. Dieser Gattungsbegriff wie auch diese Lehr-Stücke selbst sind bis heute im Gebrauch. Leider hat die Nachwelt sein Wirken auf die Klavier-Pädagogik reduziert. Dabei zählte er zu den herausragenden Persönlichkeiten des österreichischen Kulturlebens im 19. Jahrhundert. Das 378. Wartburgkonzert wagt jetzt eine "Ehrenrettung" und widmet sich den großartigen kammermusikalischen Fertigkeiten Carl Czernys.

 

378. Wartburgkonzert 

Palas der Wartburg

Aufzeichnung vom 5. September 2015

 

Carl Czerny
Quartetto Nr. 6 a-Moll
Fantasia concertante für Klavier, Flöte und Violoncello op. 256

Claude Debussy
aus Douze Études (1915)
1. Pour les „cinq doigts" - d'après Monsieur Czerny

Carl Czerny
Quatrième Grand Trio pour le Pianoforte, Violon & Violoncelle op. 289

Sheridan Ensemble:
Gergely Márk Bodoky, Flöte
Yuki Kasai, Violine
Matan Dagan, Violine
Florian Donderer, Viola
Anna Carewe, Violoncello
Tomoko Takahashi, Klavier

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