"100 Gramm Schnaps sind besser als eine Zigarette"
In Behörden, an Bahnhöfen, an staatlichen Unis: Ab heute ist das Rauchen in Russland an vielen öffentlichen Orten verboten. Die Regierung in Moskau knüpft an das neue Anti-Tabak-Gesetz große Hoffnungen. Viele Betroffene sind verärgert - doch ein kleiner Trost bleibt noch für Russlands Raucher.
Eine Parkanlage in Moskau. Der Rentner Sergej Vasiljewitsch sitzt auf einer Bank.
"Ich rauche seit fast 50 Jahren. Ich habe einmal versucht aufzuhören. Ich schaffe das nicht. Bald darf man nirgendwo mehr rauchen. Nur in der Wohnung. Aber da ist auch meine 14-jährige Enkelin. Die muss ich jetzt vergiften. Wegen dieses Gesetzes."
Vom heutigen Tag an ist das Rauchen in Russland an vielen öffentlichen Orten verboten: Zum Beispiel in Behörden, im Nahverkehr, auf dem Gelände staatlicher Universitäten, an Bahnhöfen. Und nicht nur in den Gebäuden, sondern auch im Umkreis von 15 Metern. In einem Jahr sollen weitere Verbote folgen: am Arbeitsplatz, auf Spielplätzen, in Parks, an Stränden. Außerdem darf keine Werbung mehr für Tabakwaren gemacht werden.
Russlands Raucher sind verärgert. Die Nichtraucher freuen sich. Neben Sergej Vasiljewitsch sitzt Karlen Iskanderian. Vor zehn Jahren hatte er eine Lungenentzündung. Seitdem hat er, vormals Kettenraucher, keine Zigarette mehr angefasst.
"Das Rauchen an öffentlichen Plätzen zu verbieten, ist richtig. Dort sollte man sowieso nicht rauchen. Das gebietet der Anstand. Überhaupt sollte man lieber trinken. 100 Gramm Schnaps sind besser als eine Zigarette."
Vor einem Kiosk am Bahnhof steht Viktoria Schlange. Die Auslage ist gepflastert mit Zigarettenschachteln der unterschiedlichsten Marken. "Kurenie ubivaet", "Rauchen tötet", steht auf jeder. Die billigsten Sorten kosten einen Euro pro Päckchen. Viktoria:
"Dieses Gesetz schränkt meine verfassungsgemäß garantierten Freiheiten ein, in diesem Fall, das Recht zu rauchen. Ich arbeite in einer Behörde, ich habe keine Ahnung, wo ich künftig rauchen werde.
Denn ringsum sind auch nur Behörden, der Bürgersteig davor ist öffentlicher Raum. Es bleibt nur das eigene Auto. Leider hab ich keins, jetzt muss ich mir noch ein Auto zum Rauchen kaufen."
Im Gesundheitsministerium hofft man, mit dem neuen Gesetz die Hälfte der Raucher zum Aufgeben zu bewegen und damit jedes Jahr 150.000 bis 200.000 Leben zu retten. In Russland ist das Rauchen weit verbreitet. Nach Behördenangaben rauchen sechs von zehn Männern und jede fünfte Frau. Präsident Putin setzt auf eine gesunde Nation. Seit Anfang des Jahres ist bereits der nächtliche Verkauf von Alkohol verboten. Ob deshalb weniger getrunken wird, ist nicht bekannt.
Das Staatsfernsehen präsentierte gestern Raucher, die sich freuten: Das Verbot sei ein Anlass, endlich ein Laster loszuwerden. Lächerlich, sagt Viktoria.
"Ich höre nicht wegen eines Gesetzes mit dem Rauchen auf. Das muss man wirklich wollen, und ich habe diesen Wunsch bisher nicht."
Einziger Trost für die Raucher: Niemand weiß bisher, wer das Verbot überwachen soll. Die Moskauer Polizei jedenfalls hat angekündigt, Raucher, die gegen das neue Gesetz verstoßen, vorerst nur mündlich zu verwarnen.
"Ich rauche seit fast 50 Jahren. Ich habe einmal versucht aufzuhören. Ich schaffe das nicht. Bald darf man nirgendwo mehr rauchen. Nur in der Wohnung. Aber da ist auch meine 14-jährige Enkelin. Die muss ich jetzt vergiften. Wegen dieses Gesetzes."
Vom heutigen Tag an ist das Rauchen in Russland an vielen öffentlichen Orten verboten: Zum Beispiel in Behörden, im Nahverkehr, auf dem Gelände staatlicher Universitäten, an Bahnhöfen. Und nicht nur in den Gebäuden, sondern auch im Umkreis von 15 Metern. In einem Jahr sollen weitere Verbote folgen: am Arbeitsplatz, auf Spielplätzen, in Parks, an Stränden. Außerdem darf keine Werbung mehr für Tabakwaren gemacht werden.
Russlands Raucher sind verärgert. Die Nichtraucher freuen sich. Neben Sergej Vasiljewitsch sitzt Karlen Iskanderian. Vor zehn Jahren hatte er eine Lungenentzündung. Seitdem hat er, vormals Kettenraucher, keine Zigarette mehr angefasst.
"Das Rauchen an öffentlichen Plätzen zu verbieten, ist richtig. Dort sollte man sowieso nicht rauchen. Das gebietet der Anstand. Überhaupt sollte man lieber trinken. 100 Gramm Schnaps sind besser als eine Zigarette."
Vor einem Kiosk am Bahnhof steht Viktoria Schlange. Die Auslage ist gepflastert mit Zigarettenschachteln der unterschiedlichsten Marken. "Kurenie ubivaet", "Rauchen tötet", steht auf jeder. Die billigsten Sorten kosten einen Euro pro Päckchen. Viktoria:
"Dieses Gesetz schränkt meine verfassungsgemäß garantierten Freiheiten ein, in diesem Fall, das Recht zu rauchen. Ich arbeite in einer Behörde, ich habe keine Ahnung, wo ich künftig rauchen werde.
Denn ringsum sind auch nur Behörden, der Bürgersteig davor ist öffentlicher Raum. Es bleibt nur das eigene Auto. Leider hab ich keins, jetzt muss ich mir noch ein Auto zum Rauchen kaufen."
Im Gesundheitsministerium hofft man, mit dem neuen Gesetz die Hälfte der Raucher zum Aufgeben zu bewegen und damit jedes Jahr 150.000 bis 200.000 Leben zu retten. In Russland ist das Rauchen weit verbreitet. Nach Behördenangaben rauchen sechs von zehn Männern und jede fünfte Frau. Präsident Putin setzt auf eine gesunde Nation. Seit Anfang des Jahres ist bereits der nächtliche Verkauf von Alkohol verboten. Ob deshalb weniger getrunken wird, ist nicht bekannt.
Das Staatsfernsehen präsentierte gestern Raucher, die sich freuten: Das Verbot sei ein Anlass, endlich ein Laster loszuwerden. Lächerlich, sagt Viktoria.
"Ich höre nicht wegen eines Gesetzes mit dem Rauchen auf. Das muss man wirklich wollen, und ich habe diesen Wunsch bisher nicht."
Einziger Trost für die Raucher: Niemand weiß bisher, wer das Verbot überwachen soll. Die Moskauer Polizei jedenfalls hat angekündigt, Raucher, die gegen das neue Gesetz verstoßen, vorerst nur mündlich zu verwarnen.