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Kalenderblatt | Beitrag vom 18.07.2018

100. Geburtstag von Nelson MandelaFreiheitskämpfer für die Regenbogennation

Von Birgit Morgenrath

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Nelson Mandela (dpa / pa / )
Vor 100 Jahren wurde Nelson Mandela geboren (dpa / pa / )

Sein Lebenswerk sind das Ende der Apartheid und ein demokratisches Südafrika. Der Anwalt, Friedensnobelpreisträger und Staatspräsident, Nelson Mandela, gilt als überragende moralische Instanz. Eine Haftstrafe von mehr als 27 Jahren konnte ihn nicht brechen.

Endlich ist Nelson Mandela frei. Zehntausende Anhänger jubeln ihm an jenem 11. Februar 1990 zu. 27 Jahre zuvor war er zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wegen "Verschwörung zum bewaffneten Umsturz".

Nelson "Rolihlahla" Mandela, der "Unruhestifter" aus dem Clan der Madiba, kam am 18. Juli 1918 zur Welt. Er hütete die Ziegen wie alle seine Altersgenossen und war ein braver Schüler an der Missionsschule. Später studierte er Jura.

Gründung des ANC

Dann aber brach er aus Protest gegen eine Zwangsheirat sein Studium ab, bestand dennoch die Anwaltsprüfung und eröffnete die erste von Schwarzen geleitete Kanzlei in Johannesburg. Zusammen mit Oliver Tambo, mit dem er bereits die radikale Jugendliga der Befreiungsbewegung "Afrikanischer Nationalkongress", ANC, gegründet hatte. Die gewaltsame Rassentrennung und das Elend der Schwarzen in der Großstadt Johannesburg hatten Mandela politisiert.

1961 gründete der inzwischen 43-Jährige zusammen mit anderen den militanten Flügel des ANC, Umkhonto we Sizwe, den "Speer der Nation". Er bekannte sich zum bewaffneten Kampf gegen das weiße Apartheidregime und rief aus dem Untergrund zu Streik und Sabotage auf.

Wenig später wurde er verhaftet und mit der gesamten ANC-Führung zu lebenslanger Haft verurteilt.

Seine Verteidigungsrede vor Gericht wurde weltberühmt. Am Ende legte er sein Manuskript nieder. Völlige Stille im Saal. Dann seine Schlussworte:

"Ich habe gegen weiße Vorherrschaft gekämpft, und ich habe gegen schwarze Vorherrschaft gekämpft. Ich habe das Ideal der Demokratie und der freien Gesellschaft hochgehalten, in der alle Menschen in Harmonie und mit gleichen Chancen zusammenleben. Das ist ein Ideal, für das ich zu leben und das ich zu verwirklichen hoffe. Doch, Euer Ehren, wenn es sein soll, bin ich auch bereit, für dieses Ideal zu sterben."

Übergang zur Demokratie

Nach der Freilassung Mandelas kam das Land nicht zu Ruhe. Rassisten in Polizei und Armee torpedierten die Verhandlungen mit dem weißen Regime. Sie schickten Todesschwadronen in die Townships. Nelson Mandela erkannte die Gefahr eines Bürgerkriegs:

"Wir mussten uns einflussreicher Fürsprecher bedienen, die das verhindern konnten. Wir mussten die Hilfe von Leuten annehmen, die zu unseren Todfeinden gehörten, um die Situation zu entschärfen."

Der friedliche Übergang in ein demokratisches Südafrika gelang. 1993 erhielt der ehemalige Widerstandskämpfer dafür den Friedensnobelpreis. Ein Jahr später wurde er der erste schwarze Präsident seines Landes. Der Präsident legte Wert auf seine Führerschaft. Dazu schreibt der amerikanische Journalist Richard Stengel:

"Selbstkontrolle, Disziplin und Konzentration, sind die Eigenschaften, die er als wichtigste Führungsqualitäten erachtet."

Fünf Jahre, bis 1999, war Nelson Mandela Präsident. 2004 beendete er – ganz Demokrat – seine politische Karriere.

Gleichheit aller Menschen

Nelson Mandela starb 2013 im Alter von 95 Jahren. Seine "Regenbogennation" befindet sich heute in einer schweren Krise. Auch diese Gefahr hatte er früh erkannt. So schrieb er in seinen Memoiren, dass Freiheit und Demokratie ...

"... einstige Befreier aus dem Untergrund in die Hallen der Macht führen, wo sie sich jetzt gemein machen mit den Reichen und Mächtigen. Einige fangen dann an, dem Lebensstil eben jener Unterdrücker nachzueifern, die sie einst verabscheuten und stürzten."

Nelson Mandela dagegen war einer der wenigen Politiker weltweit, die ihre Überzeugung von der Gleichheit unterschiedslos aller Menschen tatsächlich lebten. Was er seinen Mitkämpfern zuschreibt, trifft zu allererst auf ihn selbst zu:

"Die Kombination aus Talent und Demut – Männer und Frauen also mit einem Draht zu allen Menschen, ungeachtet ihrer nationalen und ethnischen Herkunft oder ihres gesellschaftlichen Hintergrundes – werden weltweit von den Völkern bewundert."

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