Seit 05:00 Uhr Nachrichten

Dienstag, 24.04.2018
 
Seit 05:00 Uhr Nachrichten

Fazit | Beitrag vom 22.11.2017

Zum Tod von Peter Berling"Er war immer ein Rebell"

Alexander Kluge im Gespräch mit Eckhard Roelcke

Beitrag hören Podcast abonnieren
Der Schauspieler Peter Berling (imago / Zuma Press)
Alexander Kluge hat mit Peter Berling mehr als 160 Sendungen gemacht. (imago / Zuma Press)

Für Alexander Kluge war heute ein trauriger Tag, sagt er: der Filmproduzent, Schauspieler und Schriftsteller Peter Berling ist tot. Mit ihm hat Kluge über 160 Sendungen produziert. Wir haben mit Kluge über den international erfolgreichen Schauspieler gesprochen.

Peter Berling ist im Alter von 83 Jahren in Rom gestorben. In der italienischen Hauptstadt lebte Berling seit Ende der 60er-Jahre. Berling wurde 1934 geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. 

Alexander Kluge beantwortet am 14.09.2017 im Folkwang Museum in Essen (Nordrhein-Westfalen) während der Pressekonferenz Fragen der Journalisten. Die Schau "Pluriversum" präsentiert vom 15.09.2017 bis zum 07.01.2018 das multimediale Werk des 85-jährigen Alexander Kluge. (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)Alexander Kluge zum Tod seines Freunds und Kollegen Peter Berling (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)

Als Produzent arbeitete er für den Regisseur Rainer Werner Fassbinder. Berling spielte unter anderem in "Der Name der Rose" und "Gangs of New York" mit. In Rom wirkte er vor allem als Schriftsteller und schrieb Romane.

Ein Unangepasster

"Ich habe mit ihm zusammengearbeitet als ich meine ersten Kurzfilme 1960 machte", sagt Alexander Kluge im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur. Und daraus habe sich im Laufe der Zeit eine intensive Zusammenarbeit entwickelt, die zu weiteren Filmen und vielen gemeinsamen Fernsehsendungen mit den unterschiedlichsten Themen führte. 

Sehen Sie hier zahlreiche von Kluges dctp-Sendungen mit Peter Berling.

"Berling ist jemand, der auf geniale Weise antworten kann. Wenn wir uns verabredet haben, hat er nicht gewusst was ich ihn frage und ich nicht gewusst was er antwortet" erläutert Kluge den typischen Ablauf einer Sendung.

Freiheit durch Improvisation

Berling habe die Fähigkeit gehabt, sich in unterschiedlichste Rollen einzufühlen und spielen zu können. "Dabei war er ein hinreißender Historiker, auf Augenhöhe mit jedem Wissenschaftler, und poetisch", so Kluge.

Berlings Talent zur Improvisation habe eine große Freiheit für ihn als Filmemacher bedeutet. Durch seine besondere Fähigkeit zur Empathie habe Berling sowohl überzeugend einen mittelalterlichen Kaiser oder auch einen einfachen Kofferträger verkörpern können, sagt Kluge.

An Berlings Übersiedlung nach Rom und der Zuwendung von der Schauspielerei zum Romanschreiben kann Kluge keinen Bruch erkennen. "Er hat uns immer überrascht und ist immer ein Rebell geblieben". Alexander Kluge hat über 160 Sendungen mit Peter Berling gemacht. Kluge ist betroffen von seinem Tod. Er erinnert sich an den Film: "Ich möchte 1000 Leben haben".

Mehr zum Thema

Alexander Kluge - "Große Meister liegen alle in der Stummfilmzeit"
(Deutschlandfunk, Kulturfragen, 17.09.2017)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWir sind alle dreizehneinhalb Minuten digital
Durch Technologie geschaffene abstrakte Illustration: eine menschliche Gestalt zeichnet sich hinter einer Struktur aus Zahlen und Lichtpunkten ab. (imago/Science Photo Library)

Die "Süddeutsche Zeitung" will ihre Leser das Gruseln lehren und wirft 163 Zettabyte in den Raum. So groß nämlich soll die weltweite Datenmenge im Jahr 2025 sein. Gruselig wiederum findet ein Architekturprofessor Fachwerkhäuser - weil die ihn an die NS-Zeit erinnern, schreibt die "FAZ".Mehr

weitere Beiträge

Fazit

NS-Verbrechen in GriechenlandErst Joachim Gauck bat um Verzeihung
epa04800298 (05/18) Women, survivors of the Distomo massacre, attend a memorial service for the victims of the Distomo massacre during World War II, in Distomo, Greece, 10 June 2015. In Distomo, Nazi troops slaughtered 218 men, women and children in reprisal for acts of resistance on 10 June 1944. During WWII, Greece lost 10 percent of its population, almost one million people, of which 400,000 starved to death, according to statistics. Greece has never waived its claim for war reparations from Germany, while survivors of Nazi atrocities in Greek towns and villages are currently in court battles to claim compensation. EPA/ORESTIS PANAGIOTOU PLEASE REFER TO THIS ADVISORY NOTICE (epa04800291) FOR FULL PACKAGE TEXT | (ANA-MPA)

Auch in Griechenland verübten die Nationalsozialisten schreckliche Massaker. Doch selbst deutschen Geschichtslehrern sind diese Verbrechen des Zweiten Weltkriegs offenbar nicht immer präsent. Umso wichtiger ist das Zeitzeugenarchiv "Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland".Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur