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Interview / Archiv | Beitrag vom 06.10.2007

Zentralrat der Ex-Muslime gegen neue Moscheebauten

Vorsitzende Ahadi fürchtet schleichende Islamisierung

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Der Architekt Paul Böhm stellt  bei einer Pressekonferenz seinen überarbeiteten Entwurf einer Moschee in Köln im Modell vor. (AP)
Der Architekt Paul Böhm stellt bei einer Pressekonferenz seinen überarbeiteten Entwurf einer Moschee in Köln im Modell vor. (AP)

Die geplanten Moscheen in Köln oder Frankfurt dürften aus Sicht der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime, Mina Ahadi, nicht gebaut werden. Die Moscheen seien Zeichen eines politisierten Islam, sagte Ahadi im Deutschlandradio Kultur. Dieser politische Islam vertrete nicht die Interessen von Muslimen, sondern er vertrete eine reaktionäre und frauenfeindliche Politik. Religion müsse Privatsache bleiben. Zudem gebe es in Deutschland bereits genug Moscheen.

Ahadi warf der deutschen Regierung vor, sichtbare Probleme mit Islamisten zu verharmlosen. Sie sagte: "Ich denke es ist eine falsche und sehr schlechte Politik, dass die deutsche Regierung ein sehr, sehr ernstes Problem verharmlost."

Ahadi verwies auf Entwicklungen, die der Bau von Moscheen in bestimmten Teilen von Städten nach sich gezogen hätte. Ahadi appellierte: "Schauen Sie nach. Wenn eine Moschee gebaut wird, werden die Frauen noch mehr unter Druck gesetzt und noch mehr Kinder müssen mit Kopftuch in die Schule gehen und werden isoliert."

Die Sache sei eine Frage der Menschenrechte. Man dürfe keine Angst haben, sich einzumischen. "Man muss diese Kultur, wenn sie menschenfeindlich ist, kritisieren und man darf diese Probleme, die in Deutschland existieren, nicht verharmlosen." Die islamischen Organisationen versuchten sich in Deutschland und anderen Ländern Europas auch politisch durchzusetzen, meinte Ahadi. "Die Religion darf sich nicht einmischen in Politik und Unterricht."

Die Vertreterin der Ex-Muslime konnte sich der pessimistischen Sicht, wie sie Ralph Giordano geäußert hat, die Integration der Muslime sei in Deutschland gescheitert, jedoch nicht anschließen. "Die meisten Menschen aus den so genannten islamischen Ländern versuchen hier ganz normal zu leben." Es gebe tausende nicht praktizierende Muslime. Diese versuchten, sich zu integrieren und es sei ihnen auch gelungen.

"Jedoch, wir haben in den letzten drei, vier Jahren eine Tendenz oder eine Politik gesehen, nämlich eine Islamisierung und sehr viel Einfluss von islamischen Organisationen. Genau das muss man kritisieren, nicht die Menschen, die sich als Muslim bezeichnen", sagte Ahadi.

Sie können das Gespräch mit Mina Ahadi mindestens bis zum 6.3.2008 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.
MP3-Audio

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