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Interview | Beitrag vom 05.06.2018

UnternehmenskulturAus Fehlern lernen statt sie zu bestrafen!

Jan Hagen im Gespräch mit Dieter Kassel

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Im Umgang mit Fehlern sollte weniger die Strafe im Vordergrund stehen, so Jan Hagen. (imago stock&people)

Der Wirtschaftswissenschaftler Jan Hagen plädiert für eine Kultur, die Fehler als "Teil jeden menschlichen Handelns" akzeptiert. Daran fehlt es in vielen Unternehmen noch, aber speziell eine Branche setze sich für eine offene Fehlerkultur ein.

Wer Fehler vermeiden will, muss zunächst einmal hinnehmen, dass sie Teil jedes menschlichen Handelns sind. Das meint der Wirtschaftswissenschaftler Jan Hagen von der European School of Management und Technology (ESMT) in Berlin, der sich auf Fehlermanagement spezialisiert hat.

Im Umgang mit Fehlern sollte weniger die Strafe im Vordergrund stehen als die Analyse, wie es zu dem Fehler kommen konnte, so Hagen im Deutschlandfunk Kultur. Denn: "Wenn ich Strafe fürchte, ist natürlich meine erste Reaktion Abwehr."  

Im Unternehmen solle diese Fehlerkultur von oben vorgelebt werden, betont Hagen. "Das heißt, wenn Chefs von sich aus auch Schwachstellen zugeben, verlieren sie nicht Akzeptanz, sondern gewinnen im Gegenteil Akzeptanz und ermöglichen auch ihren Mitarbeitern, selber offen über Fehler zu berichten."

Fokus nicht auf dem Ereignis

Eine Branche, in der man diesbezüglich schon sehr weit sei, ist Hagen zufolge die Luftfahrt, und das lasse sich auch in andere Bereiche transferieren: "Dass eben der Fokus nicht auf dem Ereignis, auf der Konsequenz eines Fehlers liegen sollte vor allen Dingen", betont er. "Sondern vor allen Dingen darauf liegen sollte: Was kann ich machen, um negative Konsequenzen zu vermeiden, wenn sie passieren? Beziehungsweise wenn etwas passiert ist, vor allen Dingen zu lernen: warum?"

(uko)

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