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Thema / Archiv | Beitrag vom 13.09.2010

Umweltverband: Industrie verschleiert Herkunft von Uran für deutsche AKW

NGO-Experte: Uran-Abbau in Afrika führt zu hoher Strahlenbelastung für Arbeiter und Umwelt

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In der DDR baute die Wismut Uran ab: Spitzkegelhalden in Thüringen, bestehend aus strahlenbelastetem Material (AP)
In der DDR baute die Wismut Uran ab: Spitzkegelhalden in Thüringen, bestehend aus strahlenbelastetem Material (AP)

Der Umweltverband Uran-Netzwerk hat Politik und Wirtschaft vorgeworfen, die Umstände zu verheimlichen, unter denen Uran für die deutschen Atomkraftwerke abgebaut wird.

Im Deutschlandradio Kultur sagte der Verbandsvorsitzende Gunter Wippel, die Uran-Industrie sei "sehr stark daran interessiert, alles was mit ihr zu tun hat, im Dunkeln zu halten". Zusammen mit der Bundesregierung versuche sie zu verschleiern, wo das Uran wirklich herkomme.

Die Behauptung beispielsweise, es stamme aus England oder Frankreich, sei "Augenwischerei". Es komme von dort nur aus Anreicherungsanlagen, sei aber in Niger, Namibia, Kasachstan, Australien oder Kanada abgebaut worden. Auch werde verheimlicht, welche Folgen der Uran-Abbau habe, sagte Wippel.

Zur Situation in Afrika sagte der Umweltexperte, in Namibia gebe es bis heute keine Strahlenschutzgesetzgebung. Ob die Grenzwerte eingehalten würden, sei unklar. Von Kritikern werde geschätzt, dass die Grenzwerte um das Zehnfache zu hoch seien. Maßnahmen zum Schutz der Arbeiter seien in Niger und Namibia erst Mitte der 90er Jahre aufgrund internationalen Drucks eingeführt worden.

Die Messinstrumente würden auch nur einen Teil der Strahlung erfassen, sagte Wippel: "Was da (…) ein Arbeiter aufnimmt, ist kaum wirklich festzustellen." Zu den Umweltproblemen als Folge des Abbaus sagte er, der Urangehalt im Gestein liege unter 0,1 Prozent. Um eine Tonne Uran zu gewinnen, müsse man rund Tausend Tonnen Gestein bewegen. Dort seien aber nach dem Abbau rund 80 Prozent der ursprünglichen Radioaktivität enthalten. Dieses Gestein bleibe zermahlen als Sand zurück und werde zum Teil mit dem Wind verweht. Auch radioaktives Radongas werde durch den Wind verteilt.

Ein anderes großes Problem sei, dass radioaktive Abwässer ins Grundwasser sickerten. In Niger tränken Menschen Wasser aus Brunnen, das 110 Mal mehr Uran enthalte, als die Weltgesundheitsorganisation WHO für unbedenklich halte, betonte Wippel.

Das vollständige Gespräch mit Gunter Wippel können Sie in unserem Audio-On-Demand-Angebot bis zum 13. Februar 2011 als MP3-Audio nachhören.

Mehr bei deutschlandradio.de

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