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Studio 9 | Beitrag vom 26.11.2015

Salafismus in BrüsselGünstiges Öl gegen radikale Missionierung

Von Ralph Sina

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Marktszene in Molenbeek (picture alliance / dpa / Bride Edouard)
Ein Markt in Molenbeek: Der Brüsseler Stadtteil gilt als ein Ort, an dem Muslime zunehmend radikalisiert werden. (picture alliance / dpa / Bride Edouard)

Ist Belgien an seiner blühenden Salafisten-Szene selbst schuld? Das Land erhält bereits seit den 70er-Jahren günstiges Öl aus Saudi-Arabien. Im Gegenzug durfte Saudi-Arabien in der Hauptstadt ein westliches Mekka für radikal-islamische Prediger aufbauen, meinen Kritiker.

Für Belgiens Jugendminister Rachid Madrane ist es eine Kernverfehlung seines Landes: 

"Es geht um eine fatale politische Weichenstellung, fast ein halbes Jahrhundert alt, zu deren Langzeitfolgen die zunehmende Radikalisierung marokkanischer und algerischer Einwanderer in Belgien gehört."

Das, was Belgiens Jugendminister als grundlegende politische Fehlentscheidung aus den 70er-Jahren bezeichnet, begann de facto 1967 mit einem Tauschgeschäft zwischen Belgiens damaligem König Baudouin und dessen saudischem Königskollegen Faisal. Liefert uns preiswertes Öl, dann dürft ihr in Brüssel und ganz Belgien missionieren, lautete Beaudoins Angebot an Riad.

Das bereits damals chronisch finanzschwache Belgien bekam das saudische Öl zum Vorzugspreis. Und im Gegenzug überließ Baudouin den Saudis den orientalischen Pavillion in Brüssels berühmten Park Cinquentenaire - und zwar per Pachtvertrag für 99 Jahre. Aus dem Pavillion wurde das Islamische Zentrum, die größte Moschee Brüssels, mittlerweile seit Jahrzehnten ein westliches Mekka für radikal-islamische Prediger.

Saudisches Geld von der islamischen Weltliga

"Man hat den Schlüssel zur islamischen Unterweisung der Zuwanderer aus Subsahara- Afrika und aus den Maghrebstaaten ausgerechnet Saudi-Arabien überlassen - nur um an preiswerte Energielieferungen zu kommen."

kritisiert Belgiens Jugendminister.

Bezahlt werden die Imame und der Direktor von Brüssels größter Moschee mit saudischem Geld von der islamischen Weltliga.

Diese unsinnige Finanzierungspraxis muss nach Ansicht einiger belgischer Politiker beendet werden. Doch Saudi-Arabien finanziert nach Erkenntnissen des belgischen Geheimdienstes nicht nur Brüssels größte Moschee sondern seit Jahren auch mehrere radikale Schulen zur Verbreitung der saudischen Staatsreligion, des Wahabismus.

Von einem Wahabiten-Regime infiltriert?

Haben wir uns von einem Wahabiten-Regime infiltrieren lassen? Eine rhetorische Frage belgischer Medien. Doch die Regierung in Brüssel will es sich mit dem Regime in Riad nicht verderben. Schließlich liefern die Saudis nicht nur Öl. Sondern kaufen auch begeistert belgische Waffen.

Rund ein Drittel der in Belgien produzierten Handfeuerwaffen und Munition wird nach Recherchen des flämischen Friedensinstituts nach Saudi-Arabien exportiert.

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