Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 18.01.2016

Reichtumsverteilung auf der WeltEiner hat so viel wie 58 Millionen andere zusammen

Matthias Fiedler im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

Podcast abonnieren
Eine Frau mit Sonnenbrille läuft vorbei an einem Bettler in der Brienner Straße in der Münchner Innenstadt. (picture-alliance/ dpa / Markus C. Hurek)
Soziale Schere: Arm und Reich in München (picture-alliance/ dpa / Markus C. Hurek)

Manchmal kann man das Drama der Welt in einfache Zahlen fassen: Laut der Hilfsorganisation Oxfam besitzen die 62 reichsten Menschen der Welt so viel wie die 3,6 Milliarden ärmsten. Für Matthias Fiedler, Geschäftsführer der Bewegungsstiftung, ist die neue Studie erschreckend. Aber nicht überraschend.

Der Wohlstand auf der Welt ist so ungerecht verteilt, dass man sich die Dimensionen des Problems nicht mehr vorstellen kann. Die 62 reichsten Menschen der Welt verfügen über so viel Besitz wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung – das sind 3,6 Milliarden Menschen. Im statistischen Mittel: Ein Reicher hat so viel wie 58 Millionen Arme. Das wird jetzt in einer Studie der Hilfsorganisation Oxfam dargelegt.

Und die Schere geht weiter auf. Auch in Deutschland nehme die soziale Spaltung noch immer zu, sagte Matthias Fiedler, Geschäftsführer der Bewegungsstiftung, im Deutschlandradio Kultur.

Mit Schwarm-Intelligenz zu besseren Förder-Entscheidungen

Die Bewegungsstiftung ist eine Antwort auf das Problem. Menschen nutzen ihr Vermögen, um gemeinsam die gute Sache zu unterstützen. Und sie tun es bewusst gemeinsam, berichtet Fiedler. So könne man die Schwarm-Intelligenz nutzen, um zu besseren Förder-Entscheidungen zu kommen.

Mit einzelnen Wohltätern wie Bill Gates oder Mark Zuckerberg in den USA hat Fiedler hingegen ein Problem. Diese bekämen als Einzelpersonen durch ihre Wohltätigkeit großen gesellschaftlichen Einfluss, sagte er. Das sei in einer Demokratie problematisch.

Mehr zum Thema

Christoph Butterwegge - Die Flüchtlingskrise droht die Armut in Deutschland zu verstärken
(Deutschlandfunk, Interview, 24.12.2015)

Kommunen - Was tun gegen Abwanderung, Armut, Abschwung?
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 09.06.2015)

Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband - "Wir haben Umverteilung zum Tabu erklärt"
(Deutschlandradio Kultur, Tacheles, 18.04.2015)

Armut in Deutschland - 15 Prozent Arme? - "Reiner Unfug!"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 20.02.2015)

Neuer Armutsbericht - Es fehlt kein Geld, es fehlt Politik
(Deutschlandfunk, Kommentare und Themen der Woche, 19.02.2015)

OECD zu Armut und Reichtum - "Deutschland steht sehr gut da"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 09.12.2014)

Interview

Tag gegen LärmDas Dauerrauschen der Großstadt
Thomas Kusitzky, Forscher im Bereich Auditive Stadtplanung und Architektur (Deutschlandradio / Manuel Czauderna)

Die Geräusche der Großstadt sind für viele nur noch Lärmbelästigung. Stadtplaner könnten Abhilfe schaffen. Doch dieses Forschungsfeld stecke noch in den Kinderschuhen, kritisiert der Akustikforscher Thomas Kusitzky: Es fehle eine Kultur des klanglichen Planes. Mehr

FacebookStreit um virtuelles Erbe geht weiter
Auf dem Display eines iPhones ist das App-Logo von Facebook zu sehen (gestelltes Foto mit Wischeffekt). (picture alliance / ZB / Jens Büttner)

Dürfen Eltern auf die Facebook-Daten ihres verstorbenen Kindes zugreifen? – Das sollte das Berliner Kammergericht in zweiter Instanz entscheiden. Die Juristen schlugen eine außergerichtliche Einigung vor: Facebook könne die Chats mit geschwärzten Namen herauszugeben.Mehr

InsektensterbenMüssen wir bald die Pflanzen von Hand bestäuben?
Biene im Anflug auf eine Sonnenblume (picture alliance/dpa/Foto: Patrick Pleul)

Ohne Bienen keine Kirschen oder Äpfel. Auf diese Formel lassen sich die Folgen des Insektenschwunds reduzieren. Der Insektenforscher Thomas Schmitt warnt: Wenn wir weiter die Lebensräume von Insekten einschränken, wird das nicht nur fatale Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur