Seit 22:30 Uhr Studio 9 kompakt
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 22:30 Uhr Studio 9 kompakt
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 13.01.2016

Pritzker-Preis für Alejandro Aravena"Räume müssen fließen"

Nikolaus Bernau im Gespräch mit Nicole Dittmer und Christian Rabhansl

Podcast abonnieren
(imago/ITAR-TASS)
Der chilenische Architekt Alejandro Aravena wird mit dem Pritzker-Preis für Architektur ausgezeichnet (imago/ITAR-TASS)

Der Chilene Alejandro Aravena erhält den renommierten Pritzker-Preis für Architektur. Er ist der Direktor der Architekturbiennale 2016 in Venedig. Viele seiner großartigen Bauwerke erinnerten an die 60er und 70er Jahre, sagt der Kritiker Nikolaus Bernau.

Der Chilene Alejandro Aravena wird mit dem renommierten Pritzker-Preis für Architektur ausgezeichnet. Der in Santiago lebende 48-Jährige Aravena "vertiefe unser Verständnis von wahrhaft großartigem Design", heißt es in der Jury-Entscheidung. Der Preis ist mit 100.000 Dollar dotiert und wird oft der "Nobelpreis für Architektur" genannt.

Aravena ist auch der Direktor der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig. Einige seiner bekanntesten Bauten befinden sich auf dem Campus der Katholischen Universität von Santiago de Chile, wo Aravena selbst studiert hat. Dort hat er unter anderem das Hauptgebäude der Architekturfakultät entworfen.

Der zu einem 14 Etagen hohen Turm gehörende Flachbau sei ein sehr spannendes Bauwerk, sagte Architekturkritiker Nikolaus Bernau im Deutschlandradio Kultur.

"Wenn man sich die Grundrisse genau anschaut, entdeckt man, dass er Hans Scharoun studiert hat. Aravena hat sich die Berliner Staatsbibliothek und die Philharmonie angeguckt. Und er hat vor allem auch Alvar Aalto angeguckt, den großen finnischen Architekten der fünfziger und sechziger Jahre: Mit dieser Idee, dass Räume fließen müssen, dass man weiträumig durchgehen,  dass man sich selbstständig zu Gruppen zusammenfassen muss."

Großartiges Revival von Naturstein und Sichtbeton

In der chilenischen Gesellschaft - immer noch sehr stark von der Diktatur geprägt – sei das eine revolutionäre Idee gewesen, meinte Bernau:

"Und dann auch noch die Materialien: Naturstein, Sichtbeton, außen Kupfer – das ist ganz großartig. Das ist ein Revival der sechziger und siebziger Jahre auf einem ganz elaboriertem Niveau."

Bauen für Arme und Superrreiche

 Aravena wolle Architektur für ganz unterschiedliche soziale Schichten machen, so Bernau:

"Er hat für die armen Leute gebaut und für die ganz, ganz Superreichen Chiles."  

In der Jury-Begründung wird auch auf diesen Aspekt und auf nachhaltiges Bauen eingegangen. Dort heißt es über die Bedeutung von Aravens Arbeit:  "Seine Arbeit verschafft den weniger Privilegierten wirtschaftliche Chancen, lindert die Auswirkungen von Naturkatastrophen, verringert den Energieverbrauch und bietet einladenden öffentlichen Raum."

Mehr zum Thema

Gedenken an Frei Otto - "Er war die Lichtgestalt der Architektur"
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 11.03.2015)

Architekturfilm - Bauen mit den Böhms
(Deutschlandfunk, Corso, 23.01.2015)

Neuer Stil - Soziale Architektur
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 04.08.2014)

Architektur - Qualität statt Quantität, lokal statt global
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 13.06.2014)

Interview

Neuro-Doping unter Studierenden"Großes Suchtpotenzial"
Die Grafik eines Kopfes, der mit Blitzen durchzogen ist. (imago / Science Photo Library)

Dank Pillen besser durch die Prüfung? Das praktizieren offenbar so viele Studierende, dass schon Dopingtests an Universitäten gefordert wurden. Der Neuroethiker Dieter Sturma lehnt das ab. Gleichwohl warnt er vor massiven Folgeschäden durch Neuro-Doping. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur