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Kompressor | Beitrag vom 27.12.2016

Popkultur"Das Musikvideo kommt zurück"

Henry Keazor im Gespräch mit Stephan Karkoswky

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Die Musikerin Lady Gaga posiert in einem schwarzen Lederkostüm neben einem Bildnis von ihr, das der Künstler Jeff Koons angefertigt hat. (dpa/ picture alliance / Peter Foley)
Lady Gaga funktioniert nur über Videos, meint der Kunstwissenschaftler Henry Keazor. (dpa/ picture alliance / Peter Foley)

Mehr als einmal wurden Musikvideos totgesagt. Doch der Kunstwissenschaftler Henry Keazor glaubt, dass sie künftig wieder eine größere Rolle bei der Vermarktung von Musik spielen werden. In unserem Interview erklärt er, warum.

Pop-Videos waren mal große Kunst, geschaffen von großen Künstlern für große Künstler, die Musiker. Dann gingen die Musikkanäle ein. Die Videos gerieten in die Krise.

"Das hat natürlich mit dem Internet zu tun", sagte der Kunstwissenschaftler Henry Keazor, Professor für Neuere und Neueste Kunstgeschichte im Deutschlandradio Kultur.

"Ich glaube, es gab da am Anfang auch so eine, wenn man so will, Verunsicherungsphase, weil man noch gar nicht so richtig wusste, was kann man im Internet alles machen?"

Musik und Videos als Identitätsfaktor

Jetzt aber konsolidiere sich Situation, meint Keazor.

"Wenn wir also anschauen, was für neue Kategorien bei den Awards aufgemacht werden, wenn wir sehen, welchen Erfolg Beyoncé mit Lemonade hatte, dann würde ich sagen, das Musikvideo kommt zurück."

Das hängt offenbar auch damit zusammen, dass audiovisuelle Formate inzwischen von überall abgerufen werden können. 

"Das ist natürlich jetzt mit dem Smartphone perfekt, weil, ich habe alles dabei. Ich habe meine Musik dabei, ich habe meine Bilder dabei, ich habe meine Videos dabei, und ich beobachte auch immer wieder, dass sehr verstärkt diese audiovisuellen Formate auch als eine Art von Identitätsfaktor benutzt werden, also nicht nur die Musik, sondern dann tatsächlich auch die Bilder dazu. Und wenn Sie an jemanden wie Lady Gaga denken: Das hat nur funktioniert, weil sie Videos dabei hatte. Die Musik alleine hätte es ganz sicherlich nicht getragen."

Musik-Apps als Konkurrenz

Heute werden Musikvideos viel auf Smartphones angesehen. Doch nicht alle seien für das Smartphone geeignet, so Keazor. Selbst bei Lemonade gebe es Sequenzen, wo beispielsweise Tattoo-Inschriften auf Personen lesbar sein müssten, um die Szene zu verstehen. Auf der anderen Seite ermöglicht das Smartphone neue Formate:

"Es gibt ja auch Musik-Apps, die ganz dezidiert dazu gedacht sind, in gewisser Weise das Musikvideo zu ersetzen, wenn man so möchte. Und da muss sich natürlich der Produzent einer solchen App muss sich natürlich Gedanken darüber machen, dass die Leute tatsächlich auch mal das Video, das Smartphone hochkant halten."

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