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Kompressor | Beitrag vom 19.12.2017

Podcast-Reihe "Mic Drop"Mona Moon: "Ich versuche, die Wut zurückzugeben"

Von Azadê Peşmen

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(privat)
Die Spoken Word Künstlerin Mona Moon kam über Hip Hop zu Spoken Word. (privat)

Die Texte der Spoken-Word-Künstlerin Mona Moon sind teilweise ziemlich explizit. Manche im Publikum reagieren darauf mit Wut, andere mit despektierlichen Fragen. Doch sie ist gut darin, solche Situationen auszuhalten. Dabei hilft ihr vielleicht auch ihr hauptamtlicher Beruf.

Die Spoken-Word-Künstlerin Mona Moon performt seit 2012 auf der Bühne. Umgehen muss sie seitdem auch immer mal wieder damit, dass sie Wut im Publikum provoziert. Oder sie trifft auf die üblichen despektierlichen Fragen danach, ob sie denn ihre manchmal auch ziemlich expliziten Texte auch wirklich selbst geschrieben habe. Mona Moon ist gut darin, solche Situationen auszuhalten und nicht zu sehr an sich ranzulassen. Dabei hilft ihr vielleicht auch ihr hauptamtlicher Beruf: Mona Moon ist Sozialpädagogin.

"Ich glaube es gibt Fragen, die werden Männern nicht gestellt", meint Mona Moon. Das sei auch im künstlerischen Bereich so, Frauen werde das künstlerische Potenzial abgesprochen. Sie ist sich darüber bewusst, dass nicht jede Bühne ein "sicherer Raum" für sie ist und sie sich auch dort mit ihren, meist persönlichen Texten, angreifbar macht.

Von Zuschauer*innen, die sie als Künstlerin nicht ernst nehmen, lässt sie sich nicht beeinflussen. Eine Einschränkung aber gibt es: Ihren Text "Public Service Announcement", in dem es explizit um Sex geht, würde sie nicht überall performen. Dass sich nicht alle Menschen darüber freuen, wenn dieses Thema auf einer Bühne so offen besprochen wird, kann sie verstehen – und nimmt es auch nicht persönlich, wenn es jemandem zu detailliert wird und deshalb den Raum verlässt.


Nachträglicher Hinweis: Im Gespräch äußert sich Moona Moon unter anderem über May Ayims Werdegang. Die im Zuge genannten Informationen sind nicht korrekt: May Ayim ist in Münster aufgewachsen und hat in Regensburg studiert.

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