Seit 20:03 Uhr Konzert
 

Mittwoch, 22.11.2017

Zeitfragen | Beitrag vom 28.08.2017

#PiU17Wahlumfragen - Wie deuten wir die Glaskugel?

Sandra Schulz und Christian Fahrenbach im Gespräch mit Andre Zantow

Beitrag hören Podcast abonnieren
Funken und Sterne umgeben eine Kristallkugel mit Auge darin (imago/Ikon Images)
Was Wähler denken, sollen Demoskopen erfragen und berechnen. In die Zukunft schauen sie aber nicht. (imago/Ikon Images)

Für 71 Prozent der Deutschen ist die Bundestagswahl entschieden - Angela Merkel bleibt Kanzlerin, heißt es zuletzt in einer Umfrage von "Allensbach" für die FAZ. Politik als Zahlenspiel oder Wettrennen abzubilden, ist reizvoll für Medien und Zuschauer, über das Kleingedruckte sprechen wir.

Wir freuen uns, wenn Sie unseren Wahljahr-Podcast "Parteien im Umbruch" abonnieren und mitdiskutieren (unten in den Kommentaren).

Hier finden Sie die Übersicht zu allen Folgen. Zu Gast in der 17. Ausgabe ist:

- Christian Fahrenbach - Journalist in New York, Blogger bei "Signal und Rauschen"

- Sandra Schulz - Moderatorin beim Deutschlandfunk, z. B. in der Frühsendung

Wie entstehen die Umfragezahlen?

Fast täglich gibt es neue Wahlumfragen, die Stimmungen der Deutschen wiedergeben sollen. Beaufragt werden die privaten Institute von Parteien, Medien und Wissenschaftseinrichtungen. Dabei hat jedes Institut andere Methoden - hier ein Auszug aus dem Deutschlandfunk-Hintergrund über Demoskopie:

"Die meisten der großen Umfrageunternehmen in Deutschland, die auch Wahlumfragen erstellen, versuchen es telefonisch: Emnid, Forsa, die Forschungsgruppe Wahlen und GMS rufen ausschließlich Festnetznummern an. Infratest Dimap nur zu 70 Prozent, die übrigen 30 Prozent sind Mobilnummern. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragt die Wähler persönlich; Insa, YouGov und das erst ein Jahr alte Unternehmen Civey ausschließlich online."

Etwa 1.000 bis 2.000 Personen werden in der Regel befragt, die Ergebnisse anschließend noch für spezielle Gesellschafts- und Wählergruppen gewichtet und letztlich final hochgerechnet auf die rund 61,5 Millionen Wähler.

Die genauen Prozentangaben müssten eigentlich von Journalisten immer mit der Fehlertoleranz angegeben werden, das ist aber selten der Fall. Als Ergebnis kann bei Wählern der Eindruck entstehen, dass Wahlumfragen Ergebnisse vorweg nehmen und sich jeder dazu verhalten muss: Nicht mehr zur Wahl gehen, gegen oder für den abgebildeten Trend stimmen. Die Inhalte der Parteien geraten in den Hintergrund.

Was ist also aus fachlicher, journalistischer und aus Sicht der Konsumenten davon zu halten? Wir wollen drüber sprechen und freuen uns auch Rückmeldungen zu Ihrem Umgang mit Wahlumfragen.

Hörerkommentare

Wir behalten uns vor, Kommentare vor Veröffentlichung zu prüfen. Bitte befolgen Sie unsere Regeln. Für die Kommentarfunktion nutzen wir testweise ein System der US-Firma Disqus, Inc. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

comments powered by Disqus

Zeitfragen

Veränderte FriedhofskulturPicknick am Grab
Westfriedhof Rostock. (dpa / Bernd Wüstneck)

Tanz, Musik und Filmnächte auf dem Friedhof: Bei diesem Gedanken hätten sich unsere Vorfahren im Grab umgedreht. Doch es gibt immer mehr kulturelle Veranstaltungen an diesem Ort, die Trauerkultur hat sich gewandelt, ist offener und individueller geworden.Mehr

Alternative EnergienBiogas droht das Aus
Eine Herde Kühe steht vor einer Biogasanlage in Hermerode (Mansfeld-Südharz). (picture alliance / dpa / Jan Woitas )

In einigen Jahren laufen die Förderungen für Biogasanlagen aus. Eine neue Regelung gibt es noch nicht. Die Biogasbauern sind nervös und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Hat Biogas überhaupt noch eine Zukunft?Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur