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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 28.08.2017

#PiU17Wahlumfragen - Wie deuten wir die Glaskugel?

Sandra Schulz und Christian Fahrenbach im Gespräch mit Andre Zantow

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Funken und Sterne umgeben eine Kristallkugel mit Auge darin (imago/Ikon Images)
Was Wähler denken, sollen Demoskopen erfragen und berechnen. In die Zukunft schauen sie aber nicht. (imago/Ikon Images)

Für 71 Prozent der Deutschen ist die Bundestagswahl entschieden - Angela Merkel bleibt Kanzlerin, heißt es zuletzt in einer Umfrage von "Allensbach" für die FAZ. Politik als Zahlenspiel oder Wettrennen abzubilden, ist reizvoll für Medien und Zuschauer, über das Kleingedruckte sprechen wir.

Wir freuen uns, wenn Sie unseren Wahljahr-Podcast "Parteien im Umbruch" abonnieren und mitdiskutieren (unten in den Kommentaren).

Hier finden Sie die Übersicht zu allen Folgen. Zu Gast in der 17. Ausgabe ist:

- Christian Fahrenbach - Journalist in New York, Blogger bei "Signal und Rauschen"

- Sandra Schulz - Moderatorin beim Deutschlandfunk, z. B. in der Frühsendung

Wie entstehen die Umfragezahlen?

Fast täglich gibt es neue Wahlumfragen, die Stimmungen der Deutschen wiedergeben sollen. Beaufragt werden die privaten Institute von Parteien, Medien und Wissenschaftseinrichtungen. Dabei hat jedes Institut andere Methoden - hier ein Auszug aus dem Deutschlandfunk-Hintergrund über Demoskopie:

"Die meisten der großen Umfrageunternehmen in Deutschland, die auch Wahlumfragen erstellen, versuchen es telefonisch: Emnid, Forsa, die Forschungsgruppe Wahlen und GMS rufen ausschließlich Festnetznummern an. Infratest Dimap nur zu 70 Prozent, die übrigen 30 Prozent sind Mobilnummern. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragt die Wähler persönlich; Insa, YouGov und das erst ein Jahr alte Unternehmen Civey ausschließlich online."

Etwa 1.000 bis 2.000 Personen werden in der Regel befragt, die Ergebnisse anschließend noch für spezielle Gesellschafts- und Wählergruppen gewichtet und letztlich final hochgerechnet auf die rund 61,5 Millionen Wähler.

Die genauen Prozentangaben müssten eigentlich von Journalisten immer mit der Fehlertoleranz angegeben werden, das ist aber selten der Fall. Als Ergebnis kann bei Wählern der Eindruck entstehen, dass Wahlumfragen Ergebnisse vorweg nehmen und sich jeder dazu verhalten muss: Nicht mehr zur Wahl gehen, gegen oder für den abgebildeten Trend stimmen. Die Inhalte der Parteien geraten in den Hintergrund.

Was ist also aus fachlicher, journalistischer und aus Sicht der Konsumenten davon zu halten? Wir wollen drüber sprechen und freuen uns auch Rückmeldungen zu Ihrem Umgang mit Wahlumfragen.

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