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Studio 9 | Beitrag vom 28.01.2017

Paul Auster über die Regierung Trump"Sie zerstören die amerikanische Gesellschaft"

von Georg Schwarte

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Der US-Schriftsteller Paul Auster, aufgenommen am Montag (29.09.2008) zum Beginn seiner Lesung am Berliner Ensemble (BE) in Berlin. Auster las aus seinem neuen Roman "Mann im Dunkel", der am 1. Oktober 2008 in die Buchläden kommt. Foto: Soeren Stache dpa/lbn +++(c) dpa - Report+++ (dpa / Soeren Stache)
(dpa / Soeren Stache)

US-Autor Paul Auster hat schlimmste Befürchtungen für sein Heimatland. Donald Trump sei verrückt und er, Auster, werde nach Kräften alles dafür tun, dass die Regierung Trump nicht die vollen vier Jahre am Ruder bleibe.

Wir leben in einem Albtraum gerade. Paul Auster, der Schriftsteller, Dichter, Drehbuchautor sitzt in Brooklyn zuhause an seinem Küchentisch und versteht die Welt, sein Land, die Menschen nicht mehr. Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten. Für Auster, der kommende Woche 70 Jahre alt wird, Zeit seines Lebens ein eher leiser Mensch war, hohe Zeit jetzt laut zu sagen, was er glaubt zu sehen.

Auster:
Amerika sehe plötzlich wie ein sehr hässliches Land aus. Ein gefährlich schlechtes Land. Wegen ihm. Donald Trump. Paul Auster, der Literat, einer der Künstler, die jetzt aufstehen gegen den neuen Präsidenten, von dem - sagt Auster - viele Amerikaner offenbar glaubten, als Präsident werde dieser Donald Trump anders sein, zivilisierter.

Als Pen-Präsident Einfluss nehmen

Trump war verrückt, werde immer verrückt sein - auch solange er im Amt bleibe. Vier Jahre? Wer weiß, sagt Auster: Er aber will jetzt seinen Teil dafür tun, dass es keine vier Jahre werden. Der fast 70-jährige Auster kündigt im ARD-Interview an, dass er 2018 als Präsident der amerikanischen Sektion des Schriftstellerverbandes Pen kandidieren werde. Seine Art als Literat gegen Trump zu kämpfen:

"Der Posten wird dann frei werden, ich kandidiere. Wenn sie mich wählen, werde ich diese Plattform nutzen, um so laut zu reden, wie ich nur kann." 

Die Vereinigten Staaten, über Nacht für Paul Auster und viele andere Künstler ein anders Land. Nichts Vergleichbares habe er zuvor jemals in den USA erlebt. Keine andere Krise, man betrete Neuland hier, eine neue Zone:

Sie, und damit meint Auster Trump und dessen Team, seien dabei die amerikanische Gesellschaft, wie er sie kannte, zu zerstören. Und dann wählt der Schriftsteller ein Bild, dass beschreiben soll, was in den USA derzeit passiert: Jahrhunderte lang habe man geglaubt, egal welche Krise, welcher politische Streit im Lande tobe, die demokratischen Institutionen würden stehen, schützen, die Demokratie sichern. Die Institutionen sagt er, dachten wir, seien wie in Stein gehauen.

Es bleibt nur Schaum

"Aber jetzt, nach der Wahl begreifen wir, die Institutionen sind aus Seife geformt. Und wenn Trump seinen Wasserstrahl auf sie richtet, schmelzen sie."

Schaum bleibe übrig, nichts weiter. Schaum. Seifenwasser. Es ist der düstere Ausblick eines Schriftstellers auf sein Land, in dem er jetzt Angst habe um sich, um die Rede- und Pressefreiheit, um die Kultur in Amerika:

Trump und Kultur? Paul Auster der Schriftsteller lächelt. Gerade erst habe Trump angekündigt, die Gelder für die staatliche Kunstförderung zu kürzen. Aber was wolle man erwarten, von einem Mann wie Donald Trump, der einst gesagt habe: Er hasse den Geruch von Büchern.

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