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Konzert / Archiv | Beitrag vom 02.05.2015

Oper aus New YorkOne-Hit-Eifersucht

Aufzeichnung aus der MET

A view of the grand staircase in the Metropolitan Opera at Lincoln Center in New York, New York, USA, on 12 May 2009. Lincoln Center, which was the first major cultural complex in the United States and has become the world?s largest performance center, is celebrating its 50th anniversary this year.  (picture-alliance/ dpa / epa Justin Lane)
Foryer der MET in New York (picture-alliance/ dpa / epa Justin Lane)

Ruggero Leoncavallo und Pietro Mascagni waren Leidensgenossen. Obgleich sie einige Opern komponierten, verdanken sie ihren Ruhm einem einzigen Werk. "I Pagliacci" und "Cavaleria rusticana" stehen in dieser Spielzeit auf dem Programm der MET.

Am Anfang waren sie Kommilitonen, dann Konkurrenten. Am Ende teilten sie das gleiche Schicksal.
1890 beteiligten sich der 33jährige Ruggero Leoncavallo und der 27jährige Pietro Mascagni an einem Opern-Wettbewerb. Der italienische Musikverlag Sonzogno suchte zur Belebung des Geschäftes nach spannenden Einaktern. 70 Kompositionen landen auf dem Tisch der Jury. Ruggero Leoncavallo schickte seine Partitur "I Pagliacci". Da er mit seinem zweiaktigen Werk gegen das vorgeschriebene Reglement verstoßen hatte, konnte die Jury nicht anders, als den jungen Komponisten und sein Werk beiseite zu legen. Dennoch hatten die Juroren die Partitur mit großem Interesse gelesen und wollten mit ihrer Begeisterung nicht zurückhalten. Sie empfahlen eine schnellstmögliche Aufführung. Platz Eins in diesem Wettbewerb erhielt der fast gleichaltrige Pietro Mascangi mit seiner Oper "Cavalleria rusticana".

Leoncavallo und Mascagni waren im letzten Jahrzehnt des 19.Jahrhunderts junge, aufstrebende Komponisten. Studiert hatten sie wie Giacomo Puccini bei Amilcare Ponchielli. Neben dem Komponieren schlugen sie sich als Kaffeehausmusiker, Klavierlehrer oder Kritiker durch. Der Triumph ihrer Opern war für beide überwältigend und brachte ihnen wirtschaftliche Unabhängigkeit. Doch alle weiteren Versuche, an ihren Erfolg anzuknüpfen, scheiterten kläglich. Einzig der "Bajazzo" und allein die "Sizilianische Bauernehre"  überdauerten.

Die beiden Opern von Leoncavallo und Mascagni gelten als Meisterwerke des Verismo, jener Strömung, die Ende des 19.Jahrhunderts die musikalische Entsprechung zu dem in der Literatur aufkommenden Realismus und Naturalismus gewesen ist.

Wahrhaftig agieren die Protagonisten in beiden Stücken wie Menschen, die fest im Leben verwurzelt sind, ohne romantische Illusionen auf der Opernbühne.

 

Metropolitan Opera New York

Aufzeichnung vom 25. April 2015

 

Pietro Mascagni

"Cavalleria Rusticana"

Opera lirica in einem Akt

Libretto: Giovanni Targioni-Tozetti und Guido Menasci

 

Santuzza - Eva-Maria Westbroek, Sopran

Turiddu - Marcelo Álvarez, Tenor

Lucia - Jane Bunnell, Alt

Alfio - Zeljko Lucic, Bariton

Lola - Ginger Costa-Jackson, Mezzosopran

Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York

Leitung: Fabio Luisi

 

ca. 21.30 Uhr Opernpause, darin: "Das Spiel ist aus"

Veristen reformieren die italienische Oper, von Uwe Friedrich

 

Ruggero Leoncavallo

"Pagliacci"

Opera lirica in zwei Akten und einem Prolog

 

Canio - Marcelo Álvarez, Tenor

Nedda - Patricia Rcette, Sopran

Tonio - George Gagnidze, Bariton

Beppo - Andrew Stenson, Tenor

Silvio - Lucas Meachem, Bariton

Landleute - Daniel Peretto und Jeremy Little

 

Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York

Leitung: Fabio Luisi

 

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