Mittwoch, 22.11.2017

Konzert / Archiv | Beitrag vom 15.09.2017

Musikfest BerlinDas Amsterdamer Concertgebouw-Orchester mit Weber, Rihm und Bruckner

Aus der Philharmonie Berlin

(Foto: Kai Bienert)
Wolfgang Rihm ist einer der meistgespielten Komponisten Neuer Musik (Foto: Kai Bienert)

"Wie Daniele Gatti und seine Musiker die letzte Sinfonie von Anton Bruckner interpretieren, das gerät zu einem Wunderwerk" – so eine der begeisterten Kritiken nach dem Auftritt der Amsterdamer vor neun Tagen. Wir können dabei sein.

Das "Koninklijk Concertgebouworkest" – so die offizielle Bezeichnung – dürfte zu den weltweit immer seltener werdenden Ensembles gehören, die geübte Hörer tatsächlich noch am bloßen Klang erkennen können. Technisch makellos und durchaus auch mitreißend spielen können inzwischen viele Orchester. Doch der satte, schattig getönte, gold- und kupferglänzende Klang der Amsterdamer – besonders ihrer Streicher – ist immer noch ziemlich unverwechselbar; unter anderem bestens geeignet für Bruckner oder Mahler, für die es bei diesem absoluten Spitzenensemble tatsächlich eine lange Tradition gibt, die nun auch der neue Chefdirigent Daniele Gatti (seit 2016) aufgreift, weiterführt und jetzt mit Bruckners "Neunter" für einen großen Abend zum Berliner Musikfest gebracht hat.

Den Kontrapunkt zu Bruckners gewaltigen Klangphantasien bildet dabei Wolfgang Rihms "In-Schrift" von 1995, ein assoziationssatte und plastische, manchmal fast filmmusikalische Klangszenerie in vorwiegend dunklen Farben, mit denen der Komponist seine Raumklang- und Lichteindrücke im geheimnisvollen Innenraum von San Marco in Venedig verarbeitet. Und Carl Maria von Webers feurige "Euryanthe"-Ouvertüre am Programmbeginn wird ebenfalls zum zeitgenössischen Stück, wenn auch in anderer Weise: das holländische Weltspitzen-Orchester musiziert hier gemeinsam mit dem Bundesjugendorchester – weniger eine pädagogische Aktion als ein generationen- und nationenübergreifendes Zeichen innerer Verbundenheit.


Musikfest Berlin

Philharmonie Berlin

Aufzeichnung vom 06.09.2017


Carl Maria von Weber

Ouvertüre zur Großen heroisch-romantischen Oper "Euryanthe"

Wolfgang Rihm

"IN-SCHRIFT" für Orchester

Anton Bruckner

Sinfonie Nr. 9 d-Moll


Bundesjugendorchester (bei Weber)

Koninklijk Concertgebouworkest

Leitung: Daniele Gatti

Konzert

musicadia BremenDas goldene Zeitalter der Gambe
Das Bild zeigt die Gartenfassade des Schlosses von Versailles, im Vordergrund der Apollo-Brunnen. (picture-alliance / dpa / Olivier Boitet)

Ein Abend der oft leisen, aber dennoch eindringlichen Klänge: die Stücke von Marin, Couperin und Forqueray kommen aus einer Zeit, wo Aufführungsräume häufig viel kleiner als heute und Konzerte manchmal sehr private Vergnügungen waren.Mehr

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