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Studio 9 | Beitrag vom 17.01.2015

Mohammed-KarikaturenMit "Charlie Hebdo" durch Neukölln

Von Kemal Hür

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Eine Person liest in einem Pariser Kiosk die aktuelle Ausgabe der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" (14.01.2015) (dpa / picture-alliance / MAXPPP)
Seit Samstag ist die neue "Charlie Hebdo"-Ausgabe auch in Deutschland erhältlich. (dpa / picture-alliance / MAXPPP)

Heute ist die neue Ausgabe des Satiremagazins "Charlie Hebdo" auch in Deutschland erschienen. Die Titelseite zeigt eine Mohammed-Karikatur. Unser Reporter hat sich damit nach Berlin-Neukölln gewagt - und heftige Reaktionen erlebt.

Die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" nach dem Massaker in der Redaktion ist seit Samstag auch in Deutschland im Handel. In vielen Städten bildeten sich - wie zuvor schon in Frankreich - Schlangen vor den Zeitungskiosken. So auch im Berliner Hauptbahnhof, wie unser Reporter Kemal Hür berichtet. Dort gingen viele Interessenten leer aus, da die Hefte nur in sehr begrenzter Stückzahl ausgeliefert wurden.

Auch Kemal Hür bekam kein Exemplar mehr. Stattdessen hat er sich kurzerhand ein PDF des Magazins ausgedruckt - und ist damit nach Berlin-Neukölln gefahren. Er wollte wissen, wie die Menschen in dem arabisch geprägten Bezirk auf das Heft mit seinen Mohammed-Karikaturen reagieren.

"Der Prophet ist heilig und darf nicht gezeichnet werden"

"Die heftigste Reaktion gab es in einem arabischen Imbiss, die Verkäufer haben sich alle aufgeregt", erzählt Hür. "Ein Mann hat mir die Titelseite abgenommen, in Stücke zerrissen und in den Mülleimer geworfen. Er hat gesagt: 'Der Prophet ist heilig und darf nicht gezeichnet werden.'" Oft sei in Neukölln zu hören gewesen, man begrüße zwar die Pressefreiheit, doch dürfe die Presse keine religiösen Gefühle verletzen. "Keiner konnte über die Witze im Heft lachen", sagt Hür.

In Frankreich war die erste Ausgabe von "Charlie Hebdo" seit dem Terroranschlag auf die Redaktion bereits seit Mittwoch erhältlich. Bei dem Anschlag waren am 7. Januar zwölf Menschen getötet worden, darunter vier Zeichner. 

Mehr zum Thema:

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(Deutschlandfunk, Kommentar, 14.01.2015)

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