Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature
 

Montag, 18.12.2017
 
Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Konzert / Archiv | Beitrag vom 07.12.2017

Mirga Gražinytė-Tyla beim DSO BerlinMirga lässt aufhorchen

Live aus der Philharmonie Berlin

Die Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla (Frans Jansen/DSO Berlin)
Die Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla (Frans Jansen/DSO Berlin)

Erstmals in der Berliner Philharmonie und zugleich Debütantin beim Deutschen Symphonie-Orchester - Mirga Gražinytė-Tylas Aufritt in der Bundeshauptstadt wird mit Spannung erwartet. Sie dirigiert Jean Sibelius' komplette Lemminkäinen-Suite, Gidon Kremer spielt außerdem Mieczysław Weinbergs Violinkonzert.

Es gibt einige Fakten in Mirga Gražinytė-Tylas Biografie, die aufhorchen lassen: Als gelernte Chordirigentin hat sie enormen Erfolg als Orchesterleiterin, als junge osteuropäische Frau (sie stammt aus der litauischen Hauptstadt Vilnius) reüssiert sie in einem Beruf, den viele Leute immer noch für eine Domäne älterer machtbewusster Herren halten. Ihre Ausbildung erhielt sie in Litauen, Österreich und Deutschland. Bekannt wurde sie als Musikalische Leiterin des Salzburgerer Landestheaters und als Assistentin Gustavo Dudamels beim Los Angeles Philharmonic Orchestra. Ihren endgültigen Durchbruch erzielte sie, als sie vor einem Jahr das Amt der Chefdirigentin des Birmingham Symphony Orchestra in der Nachfolge von Simon Rattle, Sakari Oramo und Andris Nelsons angetreten hat. In Berlin hat sie schon das Orchester der Komischen Oper dirigiert. Nun wartet man gespannt auf ihr Debüt in der Philharmonie und beim DSO Berlin.

Zwei ihrer Favoritkomponisten hat sie aufs Programm gesetzt - Gidon Kremer wird Mieczysław Weinbergs Violinkonzert spielen. Der polnische Schostakowitsch-Freund Weinberg galt lange Jahre als Geheimtipp - und leider auch als Epigone des berühmten Leningraders. Inzwischen weiß man - nicht zuletzt dank der beharrlichen Arbeit Kremers und Gražinytė-Tylas, dass seine Musik ganz "eigenartig", tiefgründig und wertvoll ist.

Zweiter Favorit der jungen litauischen Dirigentin: Jean Sibelius. Was wäre Finnland ohne seine Musik - und was wären die Literatur und Kunst des nordeuropäischen Landes, das gerade 100 Jahre Unabhängigkeit feiert, ohne das Epos Kalevala? In diesem Konzert des DSO Berlin kommen beide zusammen, Sibelius und Kalevala. In seiner knapp einstündigen vierteiligen Lemminkäinen-Suite erzählt Jean Sibelius die Geschichte des scheiternden Helden Lemminkäinen. Typisch finnisch, könnte man sagen. Wunderbar erhabene Musik über einen Heroen, der bei seiner großen Tat umkommt und von seiner Mutter wieder ins Leben geholt wird. "Lemminkäinens Heimkehr" heißt der letzte Satz - der Held geht zurück zu Mutters Herd, was für ein analytisches Epos - Sigmund Freud wäre begeistert.

Live aus der Philharmonie Berlin

Mieczysław Weinberg
Violinkonzert g-Moll

ca. 20.45 Uhr Konzertpause, darin: Mirga Gražinytė-Tyla im Gespräch mit Volker Michael

Jean Sibelius
"Lemminkäinen-Suite", Vier Legenden für Orchester op. 22

Gidon Kremer, Violine
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Mirga Gražinytė-Tyla

Surround Sound über Satellit

Konzert

Martinů FesttageAm letzten Wirkungsort
Eine Gedenktafel für den tschechischen Komponisten Bohuslav Martinu (1890 - 1959) in seinem Geburtsort Policka. (imago / CTK Photo)

Geboren und aufgewachsen ist Martinů in einem ostböhmischen Kirchturm, künstlerisch sozialisiert wurde er in Frankreich und den USA – doch am Ende kehrte er ins Herz Europas zurück. Dort, in Basel, gibt es nun ein ihm gewidmetes Festival.Mehr

Weihnachtskonzert des NDR-ChoresZeitlos ergreifend
Die Jungfrau Maria mit ihrem neugeborenen Sohn Jesus von Nazaret. Glassmalerei in Passau. (imago / Danita Delimont)

Weihnachten: ein Fest der Hoffnung und Vorfreude darauf, dass auch aus tiefer Finsternis immer etwas Neues wachsen kann. Der NDR-Chor hat für sein Programm vor allem skandinavische und dem englischsprachige Kompositionen zusammengestellt.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur