Seit 07:05 Uhr Feiertag
 

Sonntag, 21.01.2018

Fazit | Beitrag vom 11.01.2018

Martin Suter zu Schweizer Rundfunkgebühren"Solidarität ist aus der Mode gekommen"

Martin Suter im Gespräch mit Marietta Schwarz

Beitrag hören Podcast abonnieren
Schriftsteller Martin Suter am 23.03.2017 auf der Leipziger Buchmesse. (imago/STAR-MEDIA)
Nur die Öffentlich-Rechtlichen könnten der kulturellen Vielfalt in der Schweiz gerecht werden, meint Schriftsteller Martin Suter. (imago/STAR-MEDIA)

Im März sollen die Schweizer über die Zukunft ihrer Rundfunkgebühren abstimmen – sollte die Billag-Gebühr abgeschafft werden, wären die Öffentlich-Rechtlichen in Gefahr. "No Billag, No Culture" lautet das Motto einer Gegeninitiative Schweizer Künstler, in der sich auch Schriftsteller Martin Suter engagiert.

Am 4. März sollen die Schweizer darüber abstimmen, ob ihre Rundfunkgebühren künftig gestrichen werden. Dies fordert jedenfalls die Initiative "No Billag". Der Medienjournalist Nick Lüthi hatte uns Anfang Januar erklärt, wer die Initiatoren sind, die hinter dieser Forderung stehen. 

Gegeninitiative der Schweizer Kulturschaffenden

"No Billag, No Culture" lautet das Motto der Bewegung, für die sich Kulturschaffende aus der Schweiz mit Verbänden zusammengetan haben. Sie werden aktiv gegen die starke No-Billag-Initiative, die die Haushaltsabgabe für Radio und TV abschaffen will. Damit fiele die Finanzierung für das schweizerische öffentlich-rechtliche Radio und TV weg. Die Schweizer Künstler möchten mit "No Billag, No culture" die Öffentlich-Rechtlichen verteidigen. 

Der Autor Martin Suter unterstützt die Inititative. Suter hat 22 Jahre lang mit seiner Familie in Guatemala gelebt. "Wir haben also 22 Jahre Erfahrung mit Fernsehsendern, die nur werbefinanziert sind", sagt Suter. "Wenn die Billag abgeschafft wird, kann man das nur mit Werbung finanzieren. Mir fällt auf, dass die Leute das nicht checken in der Diskussion." Sollte es das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht mehr geben, sei die Gefahr groß, dass die Sender "vollgestopft" würden mit Gameshows und Reality-TV. 

Schaden für die kulturelle Vielfalt

Nur die Öffentlich-Rechtlichen könnten der kulturellen Vielfalt in der Schweiz gerecht werden. Die Diskussion wegen der Billag-Gebühr sei ideologisch aufgeladen. Es gäbe sicher einen Trend zum Rechtspopulismus, sagt Suter. "Solidarität ist ein sehr aus der Mode gekommener Begriff." Der Autor hofft, "dass man genug Leute darüber aufklären kann, dass von der Befürworter-Seite 'No Billag' mit sehr falschen Karten gespielt wird". Es ginge ihm und der Gegeninitiative um Aufklärung. 

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWie man einen "Murakami" schreibt
Der japanische Schriftsteller Haruki Murakami bei einer Lesung in Odense, Dänemark, wo er mit dem Hans-Christian-Anderesen-Literatur-Award 2016 ausgezeichnet wurde. (picture alliance / dpa / Henning Bagger)

Haruki Murakamis neues Buch beschäftigt sowohl die "Süddeutsche Zeitung" als auch die "Welt". Letztere geht sogar soweit, eine Art Rezept mit allen nötigen Ingredienzien für die Verfassung eines Murakami-Romans zu veröffentlichen.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Georg Baselitz in der SchweizEine Doppelschau zum 80. Geburtstag
Maler Georg Baselitz 

Georg Baselitz gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Künstler der Gegenwart. Die Kunstkritik tut sich aber schwer mit ihm. Er habe so lange auf Unangepasstheit gesetzt, bis er im Establishment ankam, so der Vorwurf. Das Kunstmuseum Basel ehrt ihn jetzt mit einer Doppelschau. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur