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Fazit | Beitrag vom 12.04.2018

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth Barockes Juwel strahlt wieder

Von Jürgen Liebing

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Blick in den Zuschauerraum des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth (Kerstin Hildebrandt)
2012 hat die UNESCO das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth zum Weltkulturerbe erklärt (Kerstin Hildebrandt)

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth zählt zu den schönsten erhaltenen Barocktheater Europas. Sechs Jahre wurde es restauriert. Nun ist es wiedereröffnet worden - mit der Oper, mit der es im 18. Jahrhundert eingeweiht wurde.

Bayreuth hat ein Kleinod mehr. Nach rund sechsjähriger Renovierung und Restaurierung ist das Markgräfliche Opernhaus, das größte und original erhaltene barocke Logentheater, wieder eröffnet. Bei einem Festakt war dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der als früherer Finanzminister, zuständig für die Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, war, der Stolz anzumerken, dass das große Werk gelungen ist. Knapp 30 Millionen Euro hat es gekostet. Jetzt geht es darum, dass dieses Opernhaus, das seit 2012 zu recht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht, zu neuem Leben erweckt wird.

Die Markgräfin als Bauherrin

Zur Wiedereröffnung gab es Johann Adolf Hasses Oper "Artaserse", mit der das Haus 1748 eröffnet wurde, bevor es ganz fertig war, denn eine Hochzeit stand an. Wilhelmine von Bayreuth, die Lieblingsschwester von Friedrich dem Großen, war quasi die Bauherrin. Zwar liebte sie den Markgrafen, aber glücklich war sie nicht in dem fränkischen Dorf, und so widmete sie sich der Kunst, besonders der Musik, komponierte auch eine Oper.

Bei der Inszenierung von "Artaserse" durch die Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München wird die Geschichte von Wilhelmine mit der Geschichte der Oper verknüpft. Das ist manchmal ganz interessant, weil es gleichsam eine Zeitreise aus dem alten Persien, wo Hasses Oper, die damals sehr erfolgreich war, spielt, über das 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart ist. Aber manchmal ist es doch auch recht verkopft und nicht zu Ende gedacht.

Hervorragende Akustik

Die Studenten der Theaterakademie geben ihr Bestes, aber das reicht bei den überaus schwierigen Partien nicht immer. Anja Silja, die einst im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel riesige Erfolge feierte in den großen Wagner-Partien, war die alte Wilhelmine, zitierte aus ihren Briefen und Memoiren. Das war durchaus anrührend.

Die Hofkapelle München unter der Leitung von Michael Hofstetter bewies, wie gut die Akustik in diesem barocken Juwel ist.

Der Freistaat Bayern, der in diesem Jahr seinen einhundertsten Geburtstag feiert, hatte noch einen Grund zum Feiern. Markus Söder betonte bei seiner Festrede, dass man sich auch weiterhin für die Kultur engagieren werde und das gelte auch für das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel. Das wird Katharina Wagner, die Festspielchefin, gefreut haben.

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