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Fazit / Archiv | Beitrag vom 11.08.2011

Lockvogel für Touristen und Ort des Gedenkens

Wie an der abgerissenen Mauer an die SED-Diktatur erinnert wird

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Besucher der Mauergedenkstätte Bernauer Straße vor Fotos von getöteten DDR-Flüchtlingen (picture alliance / dpa /Rainer Jensen)
Besucher der Mauergedenkstätte Bernauer Straße vor Fotos von getöteten DDR-Flüchtlingen (picture alliance / dpa /Rainer Jensen)

Die Berliner Mauer ist fast komplett abgerissen. Das stellt die Stadt Berlin allerdings vor eine Schwierigkeit: Wie kann man fast ohne Mauer an die Mauer erinnern? Rainer Klemke vom Berliner Senat über das Gedenkkonzept Berliner Mauer.

Die zentrale Gedenkstätte für die Berliner Mauer ist in an der Bernauer Straße: Nach dem Mauerbau haben Journalistenteams von dort gesendet, haben quasi live Fluchtversuche mitbekommen. "Es ist ein Mikrokosmos der Mauersituationen", sagt Rainer Lemke von der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten in Berlin. An der Bernauer Straße seien über 300 Fluchtversuche gewagt worden, hier gebe es zwölf Fluchttunnel. Es habe auch Versuche gegeben, die Mauer mit Fahrzeugen zu durchbrechen.

Die Gedenkstätte soll noch ausgebaut werden. Ein Stück des alten Postenweges soll sichtbar gemacht werden, um den ganzen Schrecken der Grenzanlage zu zeigen. Das Problem dabei: Inzwischen haben Anwohner ihre Gärten da. Klemke sagte dazu: 98 Prozent der 45.000 Quadratmeter großen Fläche der Gedenkstätte gehörten der Stadt ohnehin schon. Betroffen von den Veränderungen seien nun nur vier oder fünf Grundstücke.

Der zweite historische Mauerort ist der Checkpoint Charlie. Im Rahmen des Gedenkkonzeptes sind hier zwei Schritte beschlossen, erläutert Lemke. Eine 360 Meter lange Galerie wurde errichtet, um Touristen an einer zentralen Anlaufstelle mit Informationen zu versorgen. Zudem ist ein Museum des Kalten Krieges geplant. Lemke bezeichnet diese Maßnahmen als "Schlussstein zum Gedenkkonzept der Berliner Mauer". Dem bereits bestehenden Haus am Checkpoint Charlie wolle man nicht das Wasser abgraben.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Mehr zum Thema:
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