Seit 11:05 Uhr Deutschlandrundfahrt
 

Sonntag, 19.11.2017

Konzert / Archiv | Beitrag vom 03.11.2008

"Leben in dieser Zeit"

Dresdner Experiment

Erich Kästner (untere Reihe, 2.v.r.) und Edmund Nick (neben ihm) (Dagmar Nick)
Erich Kästner (untere Reihe, 2.v.r.) und Edmund Nick (neben ihm) (Dagmar Nick)

Ein Radiospiel aus der Pionierzeit des Rundfunks, als Auftrag der Schlesischen Funkstunde entstanden, wurde "Leben in dieser Zeit" im Dezember 1929 uraufgeführt. Das Stück war der Versuch, eine "radiophone Musik" zu schaffen, eine, die die damaligen technischen Möglichkeiten bediente. Fast 80 Jahre später wurde diese lyrische Suite nun in Dresden in der vollständigen Radiofassung neu eingespielt.

Das Ganze war damals ein Experiment - ein Experiment im Jahre 1929, mit neuer Hörästhetik den Nerv der Zeit zu treffen, eine Zeit, die durch den Börsenkrach, den sogenannten "schwarzen Freitag" an der Wall Sreet, gekennzeichnet war, als die Weltwirtschaft in eine nie gekannte Krise stürzte.
1929 - da gab es den Rundfunk gerade mal fünf Jahre, und eines seiner "Kinder" war die "radiophone Musik". In diesem Zusammenhang enstand auch die lyrische Suite "Leben in dieser Zeit" von Erich Kästner und Edmund Nick.

Erich Kästner hatte einige Gedichte passgerecht gemacht, und Edmund Nick, damals Chef der Musikabteilung beim Breslauer Rundfunk, lieferte dazu die passende Komposition, die sich einerseits musikalisch auf der Höhe der Zeit befindet, andererseits vieler Zitate aus der klassischen und volkstümlichen Tradition bedient.

Im August dieses Jahres, fast 80 Jahre später, wurde das Experiment in der Lukaskirche von Dresden mit dem Chor und dem Orchester der Staatsoperette der Elbestadt und einigen Solisten nachgespielt.



Lukaskirche Dresden
Produktion vom August 2008

Edmund Nick
"Leben in dieser Zeit", Lyrische Suite in drei Sätzen
nach einem Text von Erich Kästner


Marcus Günzel, Sprecher - Sprecher
Christian Grygas, Bariton - Schmidt
Elke Kottmair, Sopran - Chansonette

Chor und Orchester der Staatsoperette Dresden
Leitung: Ernst Theis

Konzert

Heinrich Schütz MusikfestSchütz Schein Scheidt u.a.
(Museen Schloss Moritzburg Zeitz / Mark Ritchie)

Es ist ein Abend des Lobpreises und der Anbetung: die direkte Hinwendung zum Vatergott war für den jungen Protestantismus und damit auch für seine Komponisten ein zentrales Anliegen. Zu hören sind Werke von Heinrich Schütz und vier seiner Zeitgenossen.Mehr

musicadia BremenDas goldene Zeitalter der Gambe
Das Bild zeigt die Gartenfassade des Schlosses von Versailles, im Vordergrund der Apollo-Brunnen. (picture-alliance / dpa / Olivier Boitet)

Ein Abend der oft leisen, aber dennoch eindringlichen Klänge: die Stücke von Marin, Couperin und Forqueray kommen aus einer Zeit, wo Aufführungsräume häufig viel kleiner als heute und Konzerte manchmal sehr private Vergnügungen waren.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur