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Kulturnachrichten

Samstag, 23. September 2017

Berliner Volksbühne bleibt besetzt

Leitung verhandelt mit ungebetenen Gästen

Um die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz herrscht Verwirrung. Seit gestern Abend haben Aktivisten das Theater besetzt - wie es weitergeht ist unklar. Die Gespräche endeten vorläufig ergebnisoffen, erklärte die Volksbühne am Nachmittag via Facebook. Bis tief in die Nacht habe es Gespräche zwischen den Aktivisten, der Kulturverwaltung und dem Volksbühnenteam gegeben. Die Kassen im Theater blieben vorerst geschlossen, heißt es weiter. Den Mitarbeitern sei die Arbeit dort unter den aktuellen Umständen nicht zuzumuten. Intendant Dercon teilte außerdem mit, dass wenn die Besetzung am Montag noch andauern sollte, sei die Volksbühne gezwungen, den Probenbetrieb einzustellen. Laut Kulturverwaltung ist aber nicht geplant, das Theater zu räumen. Die Aktivisten riefen unterdessen zu Sachspenden wie Toilettenpapier oder Büromaterial auf. Das Künstlerkollektiv nennt sich "Staub zu Glitter" und will ein "Anti-Gentrifizierungszentrum" an der Volksbühne etablieren. Es will zunächst drei Monate an der Volksbühne bleiben.

Eisenman-Skulptur erneut beschädigt

Brunnenensemble in Münster besprüht

Bereits zum dritten Mal ist eine Skulptur der US-Künstlerin Nicole Eisenman in Münster von Unbekannten beschädigt worden. Eisenmans Brunnenensemble "Sketch for a Fountain" sei unter anderem mit einem Hakenkreuz besprüht worden, teilte Festival-Sprecherin Jana Duda mit. Auch eine Statue, die der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff gewidmet ist und in unmittelbarer Nähe steht wurde beschmiert. "Beide Werke sind Opfer einer faschistisch motivierten Gewalt", heißt es. Die Gewalt richte sich vermutlich gegen homo-, trans- und intersexuelle Personen. Eisenmans Skulpturen haben stets undefinierte Geschlechter. Droste-Hülshoff gilt als Feministin. Das Eisenman-Ensemble zeigt am Rande der Promenade in Münster fünf überlebensgroße Figuren aus Gips und Bronze an einem Wasserbecken. Es war zuvor bereits mindestens zwei Mal beschädigt worden.

Internationales Kinderfilmfestival "Schlingel"

"Kletterdiebe" aus Chile ist Eröffnungsfilm

Mit einer europäischen Erstaufführung beginnt übermorgen das internationale Kinderfilmfestival "Schlingel" in Chemnitz. Der chilenische Beitrag "Kletterdiebe" werde in Gegenwart des Regisseurs Guillermo Helo und der Hauptdarstellerin Michelle Mella im Chemnitzer Opernhaus gezeigt, teilte das Festival heute mit. Der Film mit dem Originaltitel "Niñas Araña" erzähle die Geschichte von drei Mädchen, die sich danach sehnen, der Armut ihrer Slums zu entkommen. Wenn sie in die Apartments Reicher einbrechen und es sich dort gut gehen lassen, scheint sich dieser Traum zu erfüllen. Bei der 22. "Schlingel"-Ausgabe sind bis zum 1. Oktober knapp 160 Filme aus 51 Ländern zu sehen. Einer der Hauptpreise ist der mit 12 500 Euro dotierte Europäische Kinderfilmpreis, den eine internationale Kinderjury vergibt.

Tank mit 750 Litern Urin in New Yorker Galerie

Installation "Pissed" von Cassils

In der New Yorker Feldman Galerie hat der Künstler Cassils einen Tank mit mehr als 750 Liter seines Urins ausgestellt. Der Transgender-Künstler aus Kanada kritisiert damit die Regierung von US-Präsident Trump. Dieser hatte am 22. Februar die von seinem Vorgänger Barack Obama geschaffene Freizügigkeit für Transgender-Menschen rückgängig gemacht. Die Regelung hatte es Transgendern freigestellt, welche Toiletten und Umkleideräume sie etwa in Schulen und Universitäten nutzen. "Pissed" ist auf Englisch ein Ausdruck für Jemanden, der so richtig sauer und verärgert ist. Cassils sammelte gut ein halbes Jahr lang mehr als 750 Liter seines Urins in 200 orangefarbenen Plastikflaschen. Die Flaschen mit dem jeweiligen Datum sind ebenfalls in der Galerie zu sehen. Vom Geruch bleiben Besucher verschont: Der Behälter hat einen Deckel. Die Arbeiten des Künstlers waren schon in Berlin, London und São Paulo zu sehen.

Benefiz-Auktion für Schlingensiefs Operndorf

40 000 Euro wurden erzielt

Eine Benefiz-Auktion, die dem von Christoph Schlingensief gegründeten Operndorf Afrika zugute kommen soll, hat mehr als 40 000 Euro erzielt. Das teilte die Stiftung heute mit. Internationale Künstler hatten T-Shirts gestaltet, die gestern Abend in Berlin versteigert wurden. Beteiligt haben sich rund drei Dutzend Künstler, darunter Norbert Bisky, Monica Bonvicini, Paul McCarthy, Jonathan Meese, Anselm Reyle, Rosemarie Trockel und Jorinde Voigt. Schlingensief (1960-2010) galt als einer der innovativsten Theatermacher Deutschlands. Seit seinem Krebstod vor sieben Jahren führt seine Frau Aino Laberenz das Projekt Operndorf im westafrikanischen Burkina Faso weiter. Inzwischen gibt es dort eine Schule für 300 Kinder, eine Krankenstation und eine Künstlerresidenz.

Berliner Volksbühne kündigt Statement an

Gespräche mit Aktivisten

Nach der Besetzung der Berliner Volksbühne durch Aktivisten will das Haus im Lauf des Tages eine Stellungnahme abgeben. Es habe bis tief in die Nacht Gespräche zwischen den Aktivisten, der Kulturverwaltung und dem Volksbühnenteam, darunter Kultursenator Lederer und Intendant Dercon, gegeben, heißt es vom Thater. Gestern hatte ein Künstlerkollektiv das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz besetzt und angekündigt, dort innerhalb von drei Monaten ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. Laut Kulturverwaltung soll das Haus nicht geräumt werden. Auch die Polizei griff gestern nicht ein, weil der Hausherr keine Anzeige erstattet hat. In dem Haus sind erst ab November Aufführungen geplant. Derzeit finden Vorstellungen nur am zweiten Spielort auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof statt. An dem Theater schwelt seit Monaten ein Streit um den Kurs des neuen Intendanten Dercon, der im August die Nachfolge von Frank Castorf übernahm. Kritiker befürchten, dass die Volksbühne zu einem kommerzialisierten Eventtheater umgestaltet werden könnte.

Kalaschnikow-Denkmal in Moskau ausgebessert

Deutsches Sturmgewehr aus Versehen installiert

Wenige Tage nach der Enthüllung eines Denkmals für den russischen Waffenbauer Michail Kalaschnikow in Moskau muss der Künstler einen aufsehenerregenden Fehler ausbessern. Eine Darstellung einer Waffe auf einem Sockelrelief zeigt keine Kalaschnikow, sondern ein deutsches Sturmgewehr aus dem Zweiten Weltkrieg. "Solche Fehler passieren", sagte Künstler Salawat Schtscherbakow. Wenige Stunden später entfernten Handwerker einen Teil der Gravur. Bis Montag solle sie durch eine korrekte Version ersetzt werden, teilte die Militärhistorische Gesellschaft mit. Sie hatte gefordert, den fehlerhaften Teil abzumontieren. Das Denkmal war am Dienstag enthüllt worden. Es zeigt den Ingenieur Michail Kalaschnikow mit dem bekannten Sturmgewehr AK-47 in der Hand. Mit dem monumentalen Bronzeguss würdigt Russland den Schöpfer der weltberühmten Waffe. Kulturschaffende hatten das Denkmal kritisiert. Ein solcher Waffenkult gehöre nicht ins Zentrum der russischen Hauptstadt, lautet die Kritik.

Deutsche Schauspielerpreise vergeben

Auszeichnung für deutsche und österreichische Mimen

Jutta Hoffmann und Karl Markovics sind mit dem Deutschen Schauspielerpreis 2017 ausgezeichnet worden. Die 76-jährige Schauspielerin aus Halle/Saale wurde gestern Abend in Berlin für ihre Hauptrolle in der BR-Produktion "Ein Teil von uns" gewürdigt, der 54-jährige Österreicher Markovics für sein Spiel im BR-"Polizeiruf" und "Und vergib uns unsere Schuld". Den Ehrenpreis für das Lebenswerk bekam Hanna Schygulla (73). Als Institution wurden zudem die öffentlich-rechtlichen Sender mit dem Ehrenpreis Inspiration geehrt. Die Laudatio hielt Bundesaußenminister Gabriel - den Preis nahmen die ARD-Vorsitzende Carola Wille und der ZDF-Intendant Thomas Bellut entgegen. Der Deutsche Schauspielerpreis wurde 2012 ins Leben gerufen.

Berliner Ensemble zeigt Drama "Nichts von mir"

2. Premiere zur Spielzeitertöffnung

Als deutschsprachige Erstaufführung ist gestern am Berliner Ensemble das Beziehungsdrama "Nichts von mir" des Norwegers Arne Lygre aufgeführt worden. Die Inszenierung der Slowenin Mateja Koleznik war die zweite von insgesamt drei Premieren, mit denen der neue Intendant Oliver Reese seine erste Spielzeit an dem traditionsreichen Theater startet. Drei Frauen und drei Männer erzählen darin vom tragischen Schicksal einer Familie. Der Beifall der Zuschauer galt am Ende vor allem dem Schauspieler-Ensemble - darunter Corinna Kirchoff, Judith Engel, Anne Ratte-Polle und Gerrit Jansen. Oliver Reese, Nachfolger von Claus Peymann, hatte seine Intendanz am Donnerstagabend mit Camus' "Caligula" in der Regie von Antú Romero Nunes begonnen. Heute Abend steht als dritte und letzte Premiere noch Brechts "Der kaukasische Kreidekreis" auf dem Programm. Michael Thalheimer bringt das Stück mit der österreichischen Schauspielerin Stefanie Reinsperger in der Rolle der Grusche auf die Bühne.

Deutsches Symphonie-Orchester lädt ein

Symphonic-Mob in Berliner Einkaufszentrum

Zum vierten Mal lädt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin heute zum sogenannten Symphonic Mob. Die Idee: Unter Leitung des neuen Chefdirigenten Robin Ticciati spielen die Musiker des DSO zusammen mit allen, die singen oder ein Instrument spielen können und sich für das "Spontanorchester" angemeldet haben. Mehr als 1000 Laienmusiker würden sich an dem Konzert in der Mall of Berlin am Leipziger Platz beteiligen, kündigte das DSO an. Ab 12.30 Uhr stellen sich die Musiker auf, um 15.30 Uhr beginnt das Konzert. Zu Hören sind unter anderem die "Morgenstimmung" von Edvard Grieg und Georges Bizets "Torero-Marsch".

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