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Mittwoch, 25.04.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 25. April 2018

Medien: Verzicht auf Literaturnobelpreis 2018?

Die Schwedische Akademie diskutiert, hat aber noch nichts beschlossen

Die krisengeplagte Schwedische Akademie erwägt Medienberichten zufolge, in diesem Jahr keinen Literaturnobelpreis zu vergeben. Das Gremium führe entsprechende Diskussionen, bestätigte der Sprecher der Nobelpreisstiftung, Carl-Henrik Heldin, dem Sender SVT. Beschlossen sei aber noch nichts, betonten Akademie-Mitglieder demnach auch. Der aus der Jury zurückgetretene Peter Englund schrieb dem Schwedischen Radio: "Mit Gedanken an die Situation der Akademie und den Preis selbst ist es vielleicht das beste, die Vergabe ein Jahr zu verschieben." Die Schwedische Akademie wählt seit 1901 den Träger des Literaturnobelpreises aus. Sieben Mal wurde er seitdem nicht vergeben, zuletzt von 1940 bis 1943. Die Schwedische Akademie wird derzeit von einem Belästigungs- und Korruptionsskandal erschüttert, in dessen Folge mehrere ihrer 18 Mitglieder zurücktraten.

Schalenfontäne am Schloss Charlottenhof restauriert

Wasserspiel funktioniert nach fünf Jahren wieder

Das Wasser kann wieder fließen: Die Schalenfontäne am Schloss Charlottenhof im Potsdamer Park Sanssouci ist wieder in Betrieb genommen worden. Wie die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten mitteilte, wurden Becken, Schalen und Rohrleitungen des 1838 aufgestellten Wasserspiels auf der Terrasse des Schlosses umfassend restauriert. Die Arbeiten an der gusseisernen grünen Fontäne mit bronzener Figur ermöglichte eine Spende der Studiengemeinschaft Sanssouci. Fünf Jahre lang musste das Wasserspiel still stehen. Entworfen wurden die Fontäne und der Rest des Gartenensemble in der Anlage im Park Sanssouci einst von dem Architekten Karl Friedrich Schinkel und dem Gartengestalter Peter Joseph Lenné.

Kinder-Skelett in Pompeji gefunden

Junges Opfer des Ausbruchs des Vesuvs konserviert

Archäologen haben in den antiken Stätten von Pompeji bei Neapel einen spektakulären Fund gemacht. Bei Arbeiten in den Zentralthermen auf dem Gelände sei völlig unerwartet das Skelett eines sieben bis acht Jahre alten Kindes entdeckt worden, teilte die Archäologische Ausgrabungsstätte Pompeji mit. Es handele sich dabei um ein junges Opfer des Ausbruchs des Vesuvs im Jahr 79 nach Christi, bei dem Pompeji unter einer Ascheschicht begraben und somit weitgehend konserviert wurde. Das Skelett habe sich unter einer etwa zehn Zentimeter dicken Schicht befunden. Erst sei der Schädel entdeckt worden, dann weitere Knochen.

Macron-Besuch verärgert US-Filmregisseur Oliver Stone

Kritik am "Imperialismus des alten Frankreich"

Der Filmregisseur Oliver Stone hat den Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei US-Präsident Donald Trump als "sehr deprimierend" empfunden. Dieser markiere eine Rückkehr zum "Imperalismus des alten Frankreich", sagte Stone, der halber Franzose ist während eines Filmfestivals in Teheran. "Besonders schockiert" sei er gewesen, als Macron neben Trump für eine Überarbeitung des 2015 abgeschlossenen Atomabkommens mit dem Iran plädiert habe. Macron wolle wie der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy "neben den Amerikanern stehen als Zeichen französischer Macht", sagte Stone. Er sehe "eine Rückkehr zum Kolonialismus und Imperialismus des alten Frankreich".

Kritik an "schwarzen Listen" in Ungarn

Reporter ohne Grenzen rügt Diffamierung ausländischer Korrespondenten

Reporter ohne Grenzen ist empört über Listen unliebsamer Journalisten in der staatsnahen ungarischen Presse, mit denen Korrespondenten ausländischer Medien eingeschüchtert werden sollen. Die Organisation forderte deutsche und europäische Politiker dazu auf, sich deutlich von solchen Praktiken zu distanzieren und MInisterpräsident Viktor Orban zu ermahmen, die Pressefreiheit als demokratischem Grundprinzip zu achten. „Schwarze Listen von Journalisten zu erstellen, um sie zum Schweigen zu bringen, erinnert an die dunkelsten Zeiten europäischer Geschichte", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. "Derartige Hetze bereitet den Boden für Taten wie den Mord an Jan Kuciak in der Slowakei." Wenn die Europäische Kommission dem tatenlos zusehe und einige CSU-Politiker Orban sogar offen unterstützten, sei das in höchstem Maße fahrlässig. In der vergangenen Woche hatte die regierungstreue Tageszeitung Magyar Idök mehrere ausländische Korrespondenten attackiert und namentlich genannt.

Musikpreis Echo ist am Ende

Neue Strukturen für Nominierung und Preisvergabe geplant

Der Musikpreis Echo wird abgeschafft, wie der Bundesverband Musikindustrie mitteilte. Er reagierte damit auf die Kontroverse um die Preisvergabe an ein als antisemitisch kritisiertes Rap-Album. Das Geschehen rund um die diesjährige Verleihung könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole, hieß es. Die Marke Echo sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, der auch eine Neuaufstellung bei Echo Klassik und Echo Jazz nach sich ziehe. Alle drei Preise sollen nun in eine eigene Struktur überführt werden. Dafür würden die Kriterien der Nominierung und Preisvergabe vollständig verändert und eine Jury stärker in den Vordergrund rücken.

Wichtiges Signal für die Provenienzforschung

Zentrale Rolle für Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Der Stiftungsrat hat das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste beauftragt, Grundsätze für die Projektförderung im Umgang mit Kulturgütern  aus kolonialem Kontext zu entwickeln. Dazu soll die Provenienzforschung in Museen und Sammlungen ebenso zählen wie die Grundlagenforschung. Das Zentrum wird dabei eng mit dem Deutschen Museumsbund zusammenarbeiten und von einem neu einzurichtenden Fachbeirat unterstützt werden. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, erinnerte daran, dass die Aufarbeitung des Kolonialismus ein Schwerpunkt im neuen Koalitionsvertrag der Regierungsparteien ist die Aufarbeitung des Kolonialismus ein Schwerpunkt. "Mit seinem Beschluss hat der Stiftungsrat des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste ein wichtiges Signal für die Förderung der Provenienzforschung zu Kulturgut aus kolonialem Kontext gesetzt", sagte sie. Aufgabe der Politik sei es nun, diesen Forschungsschwerpunkt langfristig zu finanzieren und Museen zu motivieren, diese Forschungsmöglichkeiten zu nutzen.

Vergoldete Kuppel-Blätter gestohlen

Berühmtes Jugendstil-Gebäude in Wien beschädigt

Diebe haben wertvolle Kuppel-Blätter von der Wiener Secession, dem berühmten Jugendstil-Gebäude, gestohlen. Die Täter seien über ein Gerüst auf das Dach gekommen, teilte die Polizei mit. Sechs bis acht der kostbaren Blätter seien nach ersten Informationen abgebrochen worden. Das Gerüst stand wegen einer großen Renovierung um das Gebäude. Bei der Sanierung für rund 3,4 Millionen Euro wurden auch die 2500 vergoldeten Blätter und 311 Beeren der im floralen Stil gehaltenen Kuppel restauriert oder nachgeschmiedet. Sie sollten bis Ende Mai wieder komplett am Dach montiert werden. Die Secession in Österreichs Bundeshauptstadt gilt als Schlüsselbau der Wiener Jahrhundertwende und zählt zu den Wahrzeichen der Stadt.

Tausende Jahre altes Skelett entdeckt

Archäologischer Fund in der Uckermark

Archäologen sind in der Uckermark auf ein Tausende Jahre altes menschliches Skelett gestoßen. Es sei in einem guten Zustand, der Mensch sei einst in hockender Haltung begraben worden, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Das Skelett soll untersucht und das Alter genau bestimmt werden. Am Fundort lagen Keramikscherben daneben, die aus der Jungsteinzeit stammen sollen.

Humboldt-Forum soll sich der Welt öffnen

Hermann Parzinger verspricht Rückgabe von Raubkunst

In der Debatte über die Zukunft des Humboldt Forums plädiert Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, für eine Rückgabe von Raubkunstobjekten: "Geraubte und gestohlene Dinge werden wir zurückgeben, andere Objekte kann man verleihen", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit". Auch müsse sich das Humboldt Forum stärker der Welt öffnen, man müsse über neue Formen der Kooperation nachdenken. Selbst eine Filiale in Kamerun wolle er nicht ausschließen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters kündigte an, das Thema Kolonialismus in den Mittelpunkt zu rücken und die Provenienzforschung zu stärken. "Für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will ich sechs Stellen zusätzlich ermöglichen, davon allein vier für die Kolonialismusaufarbeitung." Zudem soll die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy bei der inhaltlichen Gestaltung des Humboldt Forums an zentraler Stelle mitwirken.

Netzwerkaktivist warnt vor zu viel Plattform-Kontrolle

Algorithmen könnten das Löschen übernehmen

In der Diskussion um die Löschung von strafbaren Inhalten bei Internetplattformen hat Netzaktivist Markus Beckedahl vor einer Gefahr für die Demokratie durch eine zunehmende Automatisierung der Kontrolle gewarnt. Mittelfristig würden Algorithmen das Löschen übernehmen, ohne dass es dafür ein geeignetes Kontrollsystem gebe, sagte der Gründer des Blogs Netzpolitik.org bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig. Er bemängelte, dass das seit 1. Januar geltende Netzwerkdurchsetzungsgesetz Plattformen wie Facebook oder YouTube zu "Richtern und Henkern" mache, statt die Urheber von Hass-Postings vor Gericht zu stellen.

Martin Scorseses filmisches Werk ausgezeichnet

Prinzessin-von-Asturien-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert

US-Regisseur Martin Scorsese wird in diesem Jahr mit dem Prinzessin-von-Asturien-Preis ausgezeichnet. Der 75-Jährige sei eine unumstrittene Größe des Gegenwartskinos, erklärte die Jury. Scorseses Werk vereine "Meisterschaft, Erneuerung und Klassizismus". Der Regisseur hat Dutzende preisgekrönte Filme gedreht, darunter "Taxi Driver", "Kap der Angst", "Casino" und "The Wolf of Wall Street". Daneben arbeitete Scorsese an Fernsehserien mit und trat selbst als Schauspieler auf. Der Prinzessin-von Asturien-Preis wird in acht Kategorien vergeben und jedes Jahr im Herbst von einer Stiftung im Namen der Prinzessin Leonor überreicht, der ältesten Tochter des spanischen Königs Felipe. Scorsese wird in der Kategorie Kunst ausgezeichnet und erhält 50.000 Euro.

Neue documenta-Geschäftsführung

Sabine Schormann kommt von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Sabine Schormann wird neue Geschäftsführerin der Kunstausstellung documenta in Kassel. Die 55-Jährige wechselt im Herbst von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung als Generaldirektorin nach Kassel, wie der documenta-Aufsichtsratschef und Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) in Kassel mitteilte. Die gemeinnützige documenta GmbH war wegen eines Millionendefizits bei der Ausstellung im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten. Zum 1. April hatte der Musikmanager Wolfgang Orthmayr übergangsweise die Geschäftsführung übernommen, er folgte auf die Kunsthistorikerin Annette Kulenkampff. Schormann gilt als Kennerin der Kunstszene. Die studierte Germanistin, die 1962 in Bad Homburg geboren wurde, war für mehrere Ausstellungen im Themenpark der Expo verantwortlich. Zudem arbeitete sie für das Frankfurter Goethe-Museum und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, wo sie den Tag des offenen Denkmals zur bundesweiten Institution machte

WhatsApp setzt Mindestalter herauf

In Europa sollen Nutzer erst ab 16 Jahren mitmachen

Der zu Facebook gehörende Messenger-Dienst WhatsApp setzt das Mindestalter für seine Nutzer in Europa von 13 auf 16 Jahre herauf. Wenn im Mai die Zustimmung zu den neuen Datenschutzbestimmungen erfragt werde, müssten Nutzer auch bestätigen, dass sie mindestens 16 Jahre alt seien, teilte WhatsApp mit. Unklar ist allerdings, ob und wie das Alter überprüft werden soll. Facebook geht einen anderen Weg, um bei seinen Nutzern im Alter zwischen 13 und 15 Jahren den gesetzlichen Bestimmungen gerecht zu werden. Sie müssen einen Elternteil oder einen anderen Berechtigten angeben, der die Erlaubnis für die volle Nutzung von Facebook gibt. Andernfalls steht ihnen nur eine eingeschränkte Version zur Verfügung. Außerhalb Europas will WhatsApp am Mindestalter von 13 Jahren festhalten.

Pressefreiheit in Europa unter Druck

Reporter ohne Grenzen prangert Medienfeindlichkeit an

In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Die Medien seien in Ländern wie Polen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien zunehmend "medienfeindlicher Hetze durch Regierungen oder führende Politiker" ausgesetzt, beklagt die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) in ihrer aktuellen Rangliste der Pressefreiheit. Hass und Verachtung gegen Journalisten zu schüren, sei "in Zeiten des Vormarschs populistischer Kräfte ein Spiel mit dem Feuer", sagte ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger. "Leider erleben wir das zunehmend auch in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union." Vier der fünf Länder, deren Platzierung sich in der neuen Rangliste am stärksten verschlechtert haben, liegen in Europa: Malta, Tschechien, die Slowakei und Serbien.

Übersetzerpreis für Katy Derbyshire

Kunststiftung NRW ehrt Übertragung des Romans "Im Stein"

Der renommierte Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW geht in diesem Jahr an Katy Derbyshire. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium vergeben. Die seit 1996 in Berlin lebende Britin werde für ihre Übersetzung des Romans "Im Stein" von Clemens Meyer ausgezeichnet, teilte das Kollegium mit. Die Übersetzung überzeuge "durch Vielstimmigkeit, soziologische Versiertheit und nicht zuletzt durch sprachliche Schönheit". Derbyshire wurde auch für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die 45-Jährige hat zahlreiche deutschsprachige Gegenwartsautoren übersetzt, unter ihnen Christa Wolf und Sibylle Lewitscharoff.

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