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Kulturnachrichten

Sonntag, 24. Juni 2018

US-Organisation erkennt Laura Ingalls Wilder Preis ab

Autorin von "Unsere kleine Farm" habe "rassistische Stereotype" benutzt

Eine amerikanische Bibliothekenorganisation hat der Kinderbuchautorin Laura Ingalls Wilder nach über 60 Jahren Auszeichnungen aberkannt. Die Association for Library Service to Children (ALSC) entschied in New Orleans einstimmig, dass der Name der Autorin von der Liste der Preisträger gestrichen wird, weil es in ihren Büchern rassistische Stereotype gebe. Wilder, die mit der Reihe "Unsere kleine Farm" bekannt geworden war, lebte von 1867 bis 1957 und beschrieb in ihren Büchern das Leben einer Pionierfamilie. Die ALSC erklärte, Wilders Werke würden weiter verlegt und gelesen. Ihr Erbe sei aber "komplex" und nicht "allseits willkommen". Es enthalte "Ausdrücke stereotyper Verhaltensweisen, die nicht mit den Grundwerten des ALSC vereinbar sind".

Deutsch-israelische Menschenrechtlerin Felicia Langer ist tot

Ihr Engagement im Nahen Ostern war umstritten

Die deutsch-israelische Rechtsanwältin Felicia Langer ist tot. Nach Angaben der Familie starb die 87-Jährige am Freitagmorgen. Langer war für ihr Engagement mehrfach ausgezeichnet worden. 1990 erhielt sie den Alternativen Nobelpreis "Right Livelihood Award" und 2009 das Bundesverdienstkreuz. Viele Familienmitglieder der gebürtigen Polin wurden von den Nazis ermordet. Ihr späterer Mann Mieciu Langer überlebte fünf Konzentrationslager. 1949 wanderte Langer nach Israel aus und Rechtsanwältin wurde. Als Wendepunkt in ihrem Leben bezeichnete sie den Sechs-Tage-Krieg 1967. Sie begann, Palästinenser zu verteidigen gegen Enteignung, Zerstörung ihrer Häuser, Vertreibung und Folter. Im Jahr 1990 schloss sie ihre Kanzlei in Israel "aus Protest, weil das Justizsystem zur Farce geworden war", und übersiedelte nach Deutschland. 2008 nahm sie die deutsche Staatsbürgerschaft an. Sie dozierte an Universitäten und schrieb Bücher. Ihr Engagement für Menschenrechte und Frieden im Nahen Osten war umstritten, unter anderem weil sie Israel eine Apartheitspolitik gegenüber den Palästinensern vorwarf.

Mehr Engagement der Wissenschaft gegen Fake-News

Das fordert die Bundesforschungsministerin anlässlich der Nobelpreisträgertagung

Die Wissenschaft sollte sich bei der Auseinandersetzung mit "Fake News" nach Ansicht von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) stärker einbringen.
"Gerade in Zeiten einfacher Antworten und falscher Nachrichten möchte ich die Stimme der Wissenschaft deutlich hören", sagte sie bei der Eröffnung der Nobelpreisträgertagung in Lindau am Bodensee. Die Teilnehmer der Lindauer Tagung seien "Botschafter des Wissens in einer freien Gesellschaft, die sich nicht von falschen und populistischen Nachrichten beirren lässt." Gezielt gestreute Falschinformationen im sogenannten postfaktischen Zeitalter sind in diesem Jahr ein Thema bei der 68. Lindauer Tagung, an der 39 Nobelpreisträger und rund 600 Nachwuchswissenschaftler aus mehr als 80 Nationen teilnehmen.

Frauen feiern Ende des saudischen Fahrverbots

Frauenrechtlerinnen fordern weitere Reformen

Nach dem Ende des Frauenfahrverbots in Saudi-Arabien haben sich überall im Land Fahrerinnen ans Steuer gesetzt. Ein Sprecher der saudischen Sicherheitsbehörden erklärte, der Verkehr laufe normal. Es gebe keine ungewöhnlichen Vorkommnisse. Das Ende des Fahrverbots war um Mitternacht Ortszeit in Kraft getreten. In den sozialen Medien verbreiteten Frauen Aufnahmen von ihren ersten Fahrten im saudischen Straßenverkehr. Eine Frau twitterte zu einem Film, der sie am Steuer zeigt: "In diesem Moment mischen sich Begeisterung und Glück." Als nächstes müsse das System der männlichen Vormundschaft für Frauen beendet werden, sagte die saudische Aktivistin Hala al-Dosari. Frauenrechtler bemühten sich seit mehreren Jahren darum, bislang habe es aber keine Änderungen gegeben. In Saudi-Arabien brauchen Frauen die Zustimmung eines männlichen Vormunds, etwa wenn sie heiraten oder reisen wollen.

Musiklegende Bacharach erwähnt nie Trumps Namen

Für Angela Merkel hat er großen Respekt

Der Komponist und Musiker Burt Bacharach ("Rain Drops Keep Falling on My Head") sorgt sich um sein Heimatland USA. "Amerika ist heute wirklich ein anderes Land, es ist schlimm", sagte der 90-jährige Oscar-Preisträger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" mit Blick auf US-Präsident Donald Trump. Bacharach erwähnt nie den Namen des aktuellen US-Präsidenten. Über Angela Merkel sagt Bacharach, der als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts gilt : "Ich habe großen Respekt für die Lady, die euer Land regiert." Mitte Juli wird Bacharach sein erstes Deutschland-Konzert in Berlin geben.

Mülheimer Theaterpreis für Thomas Köck

Weitere Preise für Elfriede Jelinek und Oliver Schmaering

Der österreichische Autor Thomas Köck ist mit dem Mülheimer Dramatikerpreis 2018 geehrt worden. Er erhielt die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für den letzten Teil seiner Klima-Trilogie mit dem Titel "paradies spielen (abendland. ein abgesang)". Der Autor habe einen musikalischen und rhythmischen Text geschaffen, der zwischen Dramatik, Prosa und Lyrik oszilliere, so die Jury. Zugleich schaffe Köck mit Virtuosität und Sprachgewalt eine Anti-Utopie, die sich bei aller Negativität auch durch Humor auszeichne. Elfriede Jelinek bekam in diesem Jahr den Publikumspreis für ihr Stück "Am Königsweg". Der Kinder-Stücke-Preis ging an Oliver Schmaering für sein Werk "In dir schläft ein Tier".

Staatsoper-Intendant Wieler gegen WM-Boykott

Er setzt auf Dialog

Der Regisseur und Stuttgarter Opernintendant Jossi Wieler sieht ungeachtet des Drucks auf Künstler in Russland keinen Grund für einen politischen Boykott der Fußball-WM. Zugleich sprach er von einem Skandal, dass der russische Kultregisseur Kirill Serebrennikow weiter mit Sprechverbot im Hausarrest in Moskau sitzt - während Russland sich als WM-Ausrichter feiert. Wichtig sei aber ein Dialog, um Vertrauen aufzubauen und Dinge zu bewegen. Die Staatsoper Stuttgart hat zwei Inszenierungen Serebrennikows im Repertoire: "Salome" und "Hänsel und Gretel". Die russische Justiz wirft Serebrennikow vor, staatliche Fördergelder veruntreut zu haben. Er bestreitet das. Die Staatsoper hatte mit Protestaktionen immer wieder an das Schicksal des international gefeierten Künstlers erinnert. Intendant Wieler kritisierte das Verfahren gegen Serebrennikow und seine Mitarbeiter als "zynisches Machtverhalten gegenüber frei denkenden, politisch unbequemen Künstlern".

Zwei deutsche Bewerbungen für Welterbe-Liste

Aktuell tagt das Welterbekomitee in Bahrain

Anlässlich der Tagung des Welterbekomitees der UNESCO in Bahrain hoffen zwei deutsche Stätten, in die Welterbe-Liste aufgenommen zu werden: die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein sowie der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt. Für die Bewerbung aus Sachsen-Anhalt ist es der dritte Versuch. Zweimal war die Aufnahme des Doms mit der hochmittelalterlichen Landschaft an Saale und Unstrut vergeblich beantragt worden. Nun soll es eine Bewerbung mit dem Dom alleine schaffen. Auch die Wikingerstätten gehen mit einer deutschen Einzelbewerbung an den Start. Für sie ist Deutschlands Unesco-Chefin Maria Böhmer besonders optimistisch, weil eine Empfehlung des Weltdenkmalrats Icomos vorliege. Für Naumburg in Sachsen-Anhalt fehlt eine solche Empfehlung. In Deutschland gibt es bislang 42 Unesco-Welterbestätten.

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