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Samstag, 16.12.2017

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 02.06.2017

Kulturhauptstadt Paphos auf ZypernAphrodite muss warten

Von Barbara Spengler-Axiopoulos

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Blick auf die Burg von Paphos und die Aphrodite-Statue des lokalen Künstlers Yiota Ioannidou (picture alliance / dpa / Katia Christodoulou)
Blick auf die Burg von Paphos und die Aphrodite-Statue des lokalen Künstlers Yiota Ioannidou (picture alliance / dpa / Katia Christodoulou)

Paphos auf Zypern ist Europäische Kulturhauptstadt 2017 – was die Bewohner der deutlich größeren Hauptstadt Nicosia wurmt. Doch die Liebesgöttin Aphrodite stand dem kleinen Paphos bei der Bewerbung bei.

Dass ausgerechnet die zypriotische Kleinstadt Paphos mit ihren nur 30.000 Einwohnern Europäische Kulturhauptstadt 2017 ist, wurmt die Bewohner der deutlich größeren Hauptstadt Nicosia. "Wir haben das beste Konzept vorgelegt", sagen die Kulturmanager von Paphos selbstbewusst.

Das 2300 Jahre alte Provinzstädtchen hat beeindruckende Zeugen aus der Antike auf seiner Seite, römische Mosaike und ptolemäische Königsgräber, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die wichtigste Verbündete von Paphos aber ist die Liebesgöttin Aphrodite, von der der Mythos behauptet, sie sei bei einer Felsengruppe nahe der Stadt dem Meer entstiegen. Die Liebesgöttin ist noch heute populär, nicht nur bei Schriftstellern und Dichtern von Paphos, auch bei Künstlern im türkisch besetzten Norden Zyperns.

Die Schwäne schlüpften aus Poseidons geheimem Versteck
Und reglos blickten sie auf die Welle,
und jenseits der Welle
auf die sich wiegende Meerjungfrau in der Weite der See.

Die Mandelbäume blühen zuversichtlich. Der eisige Wind, der vom Meer kommt und ihm Schaumkronen aufsetzt, scheint ihnen nichts auszumachen. Der ockerfarbene Boden ist steinig und rings um das Heiligtum der Aphrodite in Koúklia stehen lehmfarbene Häuschen, wie es sie heute nur noch selten auf Zypern gibt. Man müsse nur ein wenig mit den Händen das Erdreich aufwühlen und schon fördere man Terrakottafigürchen zutage, pflegte der griechische Lyriker und Nobelpreisträger Giorgos Seféris zu sagen. Opfergaben für die kultisch verehrte Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit Aphrodite.

Die "Aphrodite Cultural Route” führt quer über die geteilte Insel und bezieht alle wichtigen Stationen des Göttinnen-Kultes ein: ihren sagenhaften Geburtsort am Meer, ihre Tempel, und die Orte, an denen sie der Legende nach erschienen sein soll. 220 Kilometer lang ist diese Strasse der Aphrodite, vom Südosten Zyperns zum Nordwesten, vorbei an Paphos und Koúklia, den wichtigsten Stationen im mythischen Dasein der Göttin. Weit über tausend Jahre, bis zum 4. Jahrhundert nach Christus, war Koúklia der Mittelpunkt des Aphrodite-Kults. An der Pétra tou Romioú, einem Felsblock im Meer bei Paphos, soll die Göttin der Legende nach aus dem Meer gestiegen sein.

Manuskript als Pdf- und Txt-Format. 

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