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Montag, 18.12.2017

Kompressor | Beitrag vom 07.12.2017

"Jeff Koons" in DüsseldorfEin Mikro in ein Künstlerleben halten

Robert Koall im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Yascha Finn Nolting, Minna Wündrich (Thomas Rabsch)
Yascha Finn Nolting und Minna Wündrich in "Jeff Koons" (Thomas Rabsch)

Das Buch "Jeff Koons" von Rainald Goetz ist als szenische Installation in Düsseldorf zu sehen. Zwar ist der Text schon gut 20 Jahre alt, dennoch habe er eine "irrsinnige Wucht" und sei von "überzeitlicher" Bedeutung, sagt Dramaturg Robert Koall.

Die Sammlung Philara liegt im Düsseldorfer Szene-Viertel Flingern. Dort zeigt der Düsseldorfer Kunstsammler Gil Bronner seit vorigem Jahr große Kunst, und das im Wortsinn: Innen ist Platz für bis zu neun Meter hohe Installationen. Ein Theater der Kunst sozusagen, weshalb es auch Theatermacher wie Robert Koall nach Flingern zieht: Der inszeniert dort eine szenische Installation nach dem Rainald-Goetz-Text "Jeff Koons".

Ein "überzeitlicher Text"

"Handlungsfrei", wie der "Spiegel" einst schrieb, sei der Text keineswegs, sagt Koall im Deutschlandfunk Kultur. Es gebe ein großes Thema, und dieses Thema sei der Künstler und die Kunst. Und gerade wegen dieser "Fabelfreiheit" und wegen seiner Konzentration auf Kunst und Künstler sei "Jeff Koons" ein "überzeitlicher Text".

André Kaczmarczyk (Thomas Rabsch)André Kaczmarczyk in "Jeff Koons" (Thomas Rabsch)

"Natürlich ist das Nineties", sagte Koall. "Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass man dem Text an einigen Stellen anmerkt, dass er vor dem 11. September 2001 geschrieben worden ist. Es gibt bestimmte Sachen, die der Text ausblendet. Alles, was politisch ist, alles, was sich außerhalb einer oberflächlichen Kunst-Pop-Welt abspielt, das ist nicht drin. Ich glaube trotzdem, dass der Text eine irrsinnige Wucht hat in seinem Erzählen, die davon vollkommen unabhängig ist. Und Ratslosigkeitstexte - auch das ist keine negative Vokabel. Man kann ja nicht anders als ratlos sein gegenüber so einer Riesenwelt wie der Kunst."

Einblicke in ein Künstlerleben

In "Jeff Koons" gehe es weder um den gleichnamigen US-amerikanischen noch um einen bestimmten Künstler, betont Koall, sondern "um das Leben mit der Kunst". Wenn es vielleicht eine kleine Art von Handlung gebe, dann die, "dass wir einen Künstler durch verschiedene Stationen seiner Welt begleiten. Das ist das Bett, die Galerie, das ist das Atelier, das Nachtleben - es ist wie ein ins Künstlerleben hinein gehaltenes Mikrofon."

Florenze Schüssler (Thomas Rabsch)Florenze Schüssler in "Jeff Koons" (Thomas Rabsch)

Jeff Koons — von Rainald Goetz
Eine szenische Installation in der Sammlung Philara (Birkenstraße 47 a)
Premiere am 7. Dezember 2017

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