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Interview / Archiv | Beitrag vom 15.12.2015

Internet-HetzeKlare Regeln gegen den Hass auf Facebook

Moderation: Nicole Dittmer und Christian Rabhansl

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Facebook-Symbole wie die Abkürzung 'f' und der gesenkte Daumen für "dislike" auf blauem Grund und darüber steht Hass gesprüht, wobei der Buchstabe 'a' in Hass aus dem At-Zeichen besteht. (Imago / Ralph Peters)
Facebook will bei Hasskommentaren härter durchgreifen. (Imago / Ralph Peters)

In Zukunft sollen Hassbotschaften in sozialen Netzwerken innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden. Facebook werde sich kooperativ verhalten, da Deutschland einer seiner spannendsten Märkte sei, sagt Hendrik Speck, Professor für Online-Medien.

Schwulen, Feministinnen und Ausländern wird in Facebook-Kommentaren schnell mal der Tod gewünscht. In Zukunft sollen solche Hassbotschaften innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden. Darauf einigte sich heute die Arbeitsgruppe gegen Hass im Internet um Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), der Vertreter von Facebook, Google und Twitter und zivilgesellschaftlichen Organisationen angehören.

Die Vereinbarung sieht vor, dass auch die Beschwerdesysteme auf Social Media-Plattformen verbessert werden sollen. Die Internetunternehmen wollen ihre Standards bis Mitte 2016 anpassen.

Facebook signalisiert Interesse

"Deutschland ist einer der spannendsten Märkte für Facebook", sagt Hendrik Speck, Professor für Online-Medien an der Hochschule Kaiserslautern im Deutschlandradio Kultur. Er glaube, dass Facebook ernsthaft an den neuen Regeln interessiert sei, um die Geschäftsbeziehungen nicht zu gefährden. "Sie werden zumindest versuchen, die Sachen zu implementieren, die sie technisch ohne allzu großen Gesichtsverlust und vor allem ohne wesentlichen Kosten umsetzen können." Über die Zahl neu einzustellender Mitarbeiter für die Prüfung von Hassbotschaften gebe es jedoch bislang "keine konkreten Angaben".

Das mangelnde Interesse des Facebook-Managements an den Hassbotschaften liege an unterschiedlichen Rechtssystemen der einzelnen Nationalstaaten, so Speck. "Der Aspekt der Volksverhetzung, den wir in Deutschland aufgrund unserer historischen Erfahrung besonders scharf betrachten, den interessieren die Amerikaner - und Facebook ist ein amerikanisches Unternehmen - gar nicht, weil sie da die Meinungsfreiheit wesentlich höher setzen."

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