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Nachspiel | Beitrag vom 13.08.2017

Groundhopper Andy GreenFußballkommentator auf YouTube – Konkurrenz für Sky und Co?

Von Paul Vorreiter

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Der Brite Andy Green ist Groundhopper. Er filmt Fußballspiele und lädt die Videos auf YouTube hoch. (Andy Green on YouTube)
Der Brite Andy Green ist Groundhopper. Er filmt Fußballspiele und lädt die Videos auf YouTube hoch. (Andy Green on YouTube)

Fußballkommentator – wer wäre das nicht gerne? Der Brite Andy Green hat seinen Traum wahr gemacht. Als Groundhopper filmt er Fußballspiele auf Bolzplätzen – und in großen Stadien. Sein YouTube-Kanal könnte deshalb ein Frontalangriff auf das Geschäftsmodell von DFL, Sky und Konsorten sein.

Andy Green ist ein hagerer Kerl, Engländer mit Kurzhaarfrisur, oft trägt er einen schwarzen Sweater. Wenn er nicht gerade Indie-Musik macht, dann sieht man ihn in Videos in seinem Youtube-Channel meist auf Berliner Fußballplätzen: Sein Hobby: "Groundhopping". Also möglichst viele Fußballspiele besuchen, die dann filmen und hochladen: Auf YouTube hat Andy mehr 100 Abonnenten. Eines seiner letzten besuchten Spiele. Eine Frauenfußball-Partie in Berlin: Moabiter FSV gegen SV Blau Gelb. 

"Hallo, herzlich willkommen zu einem weiteren Video! Diesmal bin ich im Poststadion in Berlin, um zu sehen, wie Moabit gegen SV Blau-Gelb spiel. Diesmal wird es etwas anders sein als sonst, denn es ist Frauenfußball. Und es war mir immer wichtig, auch mal ein Frauenfußball-Spiel zu vloggen, also lasst uns reingehen und schauen, wie es wird. Auf geht's, Frauenfußball!"

Groundhopping – Berichterstattung vom Bolzplatz

Groundhopping, also möglichst viele Sportplätze zu besuchen, auch zu abgelegenen Fußballplätzen zu fahren, um die Stimmung dort aufzufangen, ist in den siebziger Jahren in England entstanden. Die Szene ist vernetzt und verfügt über eine Art Bibel: Etwa den "Groundhopping Informer", ein gut vierhundert Seiten starkes Heft, das jährlich erscheint, mit Anschriften und Daten über den Spielbetrieb von Ligen weltweit. Im Internet finden Groundhopper Tipps, wie sie am besten zu ihren Zielen reisen können.

Die Mitglieder befeuern sich gegenseitig, so auch auf Andy Greens Twitter-Kanal: In einem Tweet posiert der Engländer vor einem Zaun am Stadion des Fußball-Zweitligisten Union Berlin an der Alten Försterei in Köpenick. Ein Kommentar darunter von Stu Houghton: "Looks good, just ordered tickets for Arminia Bielefeld in August". Also, Andy ist nicht alleine: Auch Stu kommt bald in das Stadion an der Alten Försterei, am 27. August, wenn Zweitligist Arminia Bielfeld zu Gast ist.

Vloggen trotz kommerziellen Videoverbots

Andy lässt sich große Spiele auch nicht entgehen: Ende Juli ist er im Berliner Olympiastadion dabei. In einem gut zehnminütigen Video zeigt er Ausschnitte der Jubiläumspartie Hertha BSC gegen den FC Liverpool. Trotz kommerziellem Videoverbot gelingt es ihm die Bildaufnahmen zu machen. Nach dem Spiel sieht man ihn inmitten einer Menschenmenge, wie er über den Olympischen Platz das Stadion verlässt.

(leicht gekürzte Online-Fassung: mw)

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