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Nachspiel | Beitrag vom 08.10.2017

Fußball nach dem ReferendumKickt Messi bald in einer katalanischen Liga?

Von Günter Herkel

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Lionel Messi bejubelt im Halbfinal-Hinspiel der Fußball-Champions League  seinen Führungstreffer gegen Bayern München. Er reckt die Faust nach vorne. Im Hintergrund sieht man unscharf die Zuschauerränge  (dpa /EPA/Alejandro Garcia)
Lionel Messi bejubelt das eins zu null gegen die Bayern (dpa /EPA/Alejandro Garcia)

Viele Katalanen glauben, ohne das als korrupt empfundene zentralstaatliche Spanien wirtschaftlich besser zu fahren. Und wie sieht es auf sportlicher Ebene aus? Manche reden schon von einer Primera Division ohne den FC Barcelona. Günter Herkel zweifelt an dem Szenario.

Einige Kommentatoren malen bereits ein Horrorszenario möglicher Konsequenzen an die Wand. Zum Beispiel Fußball: Die Primera Division ohne Barca, Schluss mit dem Clásico, eine Region, die in sportlicher Bedeutungslosigkeit versinkt. Aber muss es überhaupt so weit kommen? Manche geben sich da offensichtlich Illusionen hin. Etwa Kataloniens Sportminister Figueras. Die regionalen Teams könnten sich im Falle einer Abspaltung Kataloniens wohl selbst aussuchen, wo sie spielen wollten, fabuliert er, egal ob in der spanischen Liga, der französischen Ligue Un, der italienischen Serie A oder gar der Premier League. Nichts weiter entfernt von der Realität als solche Gedankenspiele. Welchen Grund sollten die Ligen der europäischen Nachbarn haben, ihren nationalen Wettbewerb durch ein Spitzenteam wie Barca verzerren zu lassen? Von spanischer Seite kam bereits eine klare Absage: Allenfalls der benachbarte Zwergstaat Andorra dürfe laut Statut an nationalen spanischen Sportmeisterschaften teilnehmen.

Nein, der FC Barcelona, laut stolzer Selbsteinschätzung "mehr als ein Klub", dürfte künftig vermutlich in der zu neu zu gründenden Katalanischen Liga kicken, mit so illustren Kontrahenten wie dem FC Girona und Gymnástic Tarragona. Oder dem FC Reus, der seine Heimspiele im Camp Nou Municipal austrägt, welches Platz für 4500 Zuschauer bietet. Highlight der Saison wäre dann nicht mehr der Clásico gegen Real Madrid, sondern die beiden Derbys gegen Espanol.

Finanzielle Gründe sprechen gegen katalanische Liga

Ob Superstars wie Lionel Messi oder Luis Suárez große Lust haben, auf Dauer vor solcher Kulisse zu spielen? Schwer vorstellbar. Schon aus finanziellen Gründen würden die besten Cracks sehr schnell das Weite suchen. Denn eine so provinziell geschrumpfte Liga dürfte nur noch Bruchteile der Fernsehgelder einnehmen, die gegenwärtig von den Klubs der Primera Division kassiert werden. Das gilt im Übrigen nicht nur für den Fußball, sondern auch andere populäre Disziplinen wie Basketball oder Handball. Vermutlich würde es Jahre dauern, bis sich der katalanische Sport vom selbstverschuldeten "Katalexit" erholt hätte. Soweit erholt hätte, dass er in Europa eine ähnliche Rolle wie – sagen wir – Montenegro oder Slowenien spielen könnte.

Lokalpatriotische Fotos aus der Wahlkabine

Auch ein Nationalspieler wie Gerard Piqué, der jetzt noch in separatistischem Rausch lokalpatriotische Fotos aus der Wahlkabine postete, sollte wissen: Internationale Erfolge wie Welt- und Europameisterschaften im Kreise der "Furia Roja" gehören für ihn dann definitiv der Vergangenheit an. Gleiches gilt für Pep Guardiola. Der bekannte erst vor einer Woche im Interview mit der BBC, er würde gern mal als Coach bei einer Nationalmannschaft anheuern. Nicht bei irgendeiner. Seine Präferenz? "Spanien, denke ich". Ausgerechnet Guardiola, ein glühender Verfechter der Loslösung seiner Heimat Katalonien vom spanischen Zentralstaat. Irgendwie spinnen sie, diese Katalanen!

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