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Interview | Beitrag vom 05.01.2017

Fleisch und MilchprodukteMehr Steuern für den Klimaschutz?

Anton Hofreiter im Gespräch mit André Hatting

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Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter. (pa/dpa/Stratenschulte)
Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter. (pa/dpa/Stratenschulte)

Käse, Milch, Fleisch - wenn es nach dem Umweltbundesamt geht, soll das alles teurer werden. Statt bisher 7 sollen darauf 19 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt werden, aus Klimaschutzgründen. Das findet nicht einmal der Grünen-Politiker Anton Hofreiter gut.

Das Umweltbundesamt fordert, den Mehrwertsteuersatz für tierische Produkte wie Käse, Milch oder Fleisch von 7 auf 19 Prozent anzuheben. Nach Ansicht des Grünen-Fraktionschefs im Bundestag, Anton Hofreiter, ist das der falsche Weg.

Zwar sei es richtig, dass die Landwirtschaft erheblich zur Klimakrise beitrage, sagt Hofreiter, im Deutschlandradio Kultur. Aber anstatt so massiv beim Konsumenten anzusetzen, solle man eher die Produktionsbedingungen verändern. "Man darf nicht vergessen: Das Ganze hat auch eine ökonomische und damit soziale Komponente."

Andere Kriterien für Subventionen

Die Klimakrise gehöre insofern anders bekämpft, betonte er. Zum Beispiel dadurch, dass die Massentierhaltung abgeschafft werde und Rinder mehr auf der Weide gehalten würden. Durch Letzteres verändere sich zwar der Methanausstoß nicht. "Aber Methan ist relativ kurz in der Atmosphäre nur vorhanden und zerfällt dann wieder. CO2 ist sehr, sehr lang in der Atmosphäre vorhanden, und wenn wir mehr Grünland haben, dann haben wir am Ende insgesamt eine positivere Bilanz." Denn Grünland speichere große Mengen CO2.

Außerdem fordert Hofreiter andere Kriterien für Landwirtschaftssubventionen als Mittel gegen Klimaschäden: "Wir ändern das, indem wir die gigantischen Mengen Geld, die wir im Moment in die Landwirtschaft stecken, nämlich über sechs Milliarden Euro Steuergeld Jahr für Jahr in Deutschland, dass wir das stärker an ökologische und Tierschutzkriterien binden und stärker daran binden, dass es sich um bäuerliche Landwirtschaft handelt. Damit wäre allen gedient."

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