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Montag, 18.12.2017

Interview | Beitrag vom 06.12.2017

Filmindustrie in KatarWeiblicher und weniger Weinstein

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Die Filmemacherin Hamida Issa. (Doha Film Institut)
Hamida Issa - eine von vielen Frauen in Katar, die Filme machen. (Doha Film Institut)

Arabische Frauen haben keine eigene Stimme - wie falsch dieses westliche Klischee ist, zeigt ein Blick in den Golfstaat Katar. Dort arbeiten zahlreiche Frauen als Filmemacherinnen. Unsere Filmredakteurin Susanne Burg hat mit einigen von ihnen gesprochen.

Die Diskussion um Geschlechterrollen und Geschlechtergerechtigkeit in der Filmwelt tobt seit Harvey Weinstein mehr denn je. Aber schon vorher gab es die Frage: Wie weit ist es mit der Gleichberechtigung in der Filmwelt? Verkrustet und fest in Männerhand scheint die Branche zu sein. Überraschend ist die Entwicklung dagegen im Golfstaat Katar, wo zahlreiche Frauen Filme drehen. Das hat sich auch beim "Ajyal Youth Film Festival" gezeigt.

"Über die Hälfte der Filme auf dem Festival stammen von Frauen - das kriegt wirlich kein westliches Festival hin", sagt unsere Filmredakteurin Susanne Burg, die gerade aus Katar zurückgekehrt ist. Auch die Welt, die dort gezeigt werde, sei interessant: "In den Filmen kommt meist nur eine weibliche Welt vor. Männer spielen häufig überhaupt keine Rolle."

Entscheidend sei im Falle von Katar, dass es sich um eine junge Filmindustrie handele, so Burg. In der westlichen Welt hätten sich im Laufe der Zeit bestimmte Strukturen etabliert - "die Männer als Produzenten, die männlichen Regisseure, die Themen, die als Folge erzählt werden". In einer sich so rasant verändernden und in mancher Hinsicht hypermodernen Gesellschaft wie der von Katar sei demgegenüber "mehr Offenheit möglich".

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