Seit 11:05 Uhr Tonart

Montag, 19.02.2018
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Studio 9 | Beitrag vom 27.04.2017

Film der Woche: "Hey Bunny"Deutsche Komödie mal anders

Von Hannelore Heider

Podcast abonnieren
Zu sehen ist eine Frau, die eine Pistole auf drei Menschen richtet. (Lavinia Wilson)
Barnaby Metschurat (links) und Lavinia Wilson (Zweite von rechts) in einer Szene in dem deutschen Film "Hey Bunny". (Lavinia Wilson)

Zwei der erfolgreichsten deutschen Schauspieler der jüngeren Generation, Lavinia Wilson und Barnaby Metschurat, haben einen echten "Independent"-Film gemacht. Für "Hey Bunny" waren sie Regisseure, Dramaturgen, Autoren und Produzenten.

Worum es geht

Zu Beginn erleben wir einen jungen Mann, Adam (Barnaby Metschurat), der weder in seinem Job als Internetprofi noch in seinem persönlichen Leben als Endzwanziger Glück und Erfolg hat. Auf Drängen eines Freundes nimmt er wieder einmal einen bezahlten Job an. Für ein wissenschaftliches Labor soll er die Software absichern, doch ausgerechnet als er damit anfängt, werden die gesamten Untersuchungsergebnisse gehackt und die Versuchstiere, weiße Kaninchen, gestohlen. Adam gerät unter Verdacht. Vor der Polizei versteckt er sich in seinem Elternhaus und sucht die wahren Schuldigen. Das ist der kriminalistische Strang der Handlung, der auf verrückte Weise mit einem zweiten verbunden ist - und das Verbindungsstück sind die Kaninchen.

Sie tauchen im Haus von Adams Vater auf, der einst als Chef das Institut nebst Versuchslabor leitete. Inzwischen hat er Alzheimer und auch Adams Brüder, die noch zu Hause wohnen, sind exzentrische Außenseiter. Die Kaninchen aber werden wiederum gesucht von Maja (Susanne Wuest), sind sie doch der materielle Beweis für die Ergebnisse eines Experiments, in dem es um Glück ging und das im Internet durch den Hackerangriff verschwunden ist. Die Beziehung zwischen Adam und Maja sowie Adams innerfamiliäre Bindungen könnte man als den romantischen Strang in der Filmerzählung bezeichnen.

Was diesen Film besonders macht

Zwei der erfolgreichsten deutschen Schauspieler der jüngeren Generation haben als Regisseure, Dramaturgen, Autoren und Produzenten wirklich ihren eigenen Film gemacht. Er ist komplett unabhängig finanziert und wird gern als Berliner Independentkomödie vermarktet. Gedreht wurde meist in Berlin-Kreuzberg, nur einen Straßenzug entfernt von der Wohnung der beiden Filmemacher Lavinia Wilson und Barnaby Metschurat, die auch privat seit Jahren ein Paar sind.

Bewertung

Metschurat und Wilson wollten einen Film machen, der alle Konventionen der deutschen Komödie unterläuft. Das ist ihnen gelungen. Es gibt weder eine zwingende Dramaturgie noch eine durch den Filmschnitt vollzogene logische Handlungsführung. Figuren tauchen auf, deren Funktion im Film man bis zu ihrem plötzlichen Verschwinden nicht begreift. Das ist ärgerlich, wenn man dahinter eine bewusste Koketterie mit dem Unzulänglichen sieht. Positiv betrachtet lässt man sich von diesen Verrücktheiten gern überraschen, denn es gibt Szenen mit wunderbar skurrilen Einfällen und man arbeitet sich eben nicht konventionell bis zu einem Happy End vor.

Das Schauspielerpaar Barnaby Metschurat (l.) und Lavinia Wilson im Studio von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Cara Wuchold)Das Schauspielerpaar Barnaby Metschurat (l.) und Lavinia Wilson im Studio von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Cara Wuchold)

Hey Bunny von Lavinia Wilson und Barnaby Metschurat
Deutschland, 2016
Mit Barnaby Metschurat, Lavinia Wilson, Harald Schrott

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

Regina Nössler: "Schleierwolken"Grausam, gemein und fies
"Schleierwolken" von Regina Nössler (Verlag  konkursbuch/imago/STPP)

Elisabeth führt ein wenig sensationelles Leben in Berlin. Bis sich Unheil andeutet. Hat sie tatsächlich einen Mord mit angesehen? Hat die Frau, die sie für einen One Night Stand mitgenommen hatte, tatsächlich ihren Laptop geklaut? Selten wurde subtiler Horror so gekonnt erzählt wie in Regina Nösslers "Schleierwolken".Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur