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Tonart | Beitrag vom 10.05.2017

Eurovision Song ContestSchlagerwettbewerb zwischen Kriegsfronten

Amelie Ernst im Gespräch mit Carsten Rochow

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Frauen machen ein Selfie vor dem Eurovision Song Contest Logo auf dem Maidan in Kiew.  (picture alliance / Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa)
Selfies vor dem ESC in Kiew. (picture alliance / Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa)

Russland boykottiert, Portugal überrascht und Italien schickt einen Gorilla auf die Bühne: Der Eurovision Song Contest (ESC) in Kiew versucht, unpolitisch zu sein, und schafft das auch - zumindest auf der Bühne.

Politische Botschaften stehen beim Eurovision Song Contest in diesem Jahr in Kiew nicht besonders hoch im Kurs, dafür Beiträge, die in der Landessprache präsentiert werden – meint unsere ESC-Beobachterin Amelie Ernst. Gehe es um den möglichen Sieg beim diesjährigen Song Contest, dann werden zwei Beiträge in Landessprache am höchsten gehandelt: Francesco Gabbani für Italien ("Occidentali's Karma") und Salvador Sobral für Portugal ("Amar pelos dois"): "Italopop mit Gorilla vs. Jazzwalzer ohne Showeffekte", urteilt Ernst. Und: "Das wird eng."

Allerdings ist der diesjährige ESC eine Besonderheit, denn mit der Ukraine ist ein Land Austragungsort, das sich im Kriegszustand befindet. Und das hat auch Auswirkungen auf den Wettbewerb. Russland boykottiert die Veranstaltung und überträgt sie auch nicht im Fernsehen, weil die eigene Kandidatin nicht in der Ukraine auftreten darf.

Türkei seit vier Jahren nicht dabei

Die Türkei nimmt bereits seit vier Jahren nicht mehr am ESC teil. Offiziell wurde das mit Kritik am neuen Voting-System begründet.

"Aber de facto ist es eigentlich so, dass das ganze westliche Lebensgefühl, das transportiert wird durch den ESC, dass das der Staatsführung in der Türkei nicht passt, Stichwort Conchita Wurst", sagt Amelie Ernst.

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