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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 29.08.2013

Eine Straße als Landschaft

Die Lichtentaler Allee in Baden-Baden

Von Matthias Kußmann

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Spielbank Baden-Baden (DRadio)
Spielbank Baden-Baden (DRadio)

Die zwei Kilometer lange Lichtentaler Allee in Baden-Baden gilt manchen als eine der schönsten Straßen Deutschlands. Doch nicht nur das viele Grün und die klassische Architektur, sondern auch viele historische Ereignisse machen die Straße zu etwas Besonderem.

1926 schrieb Gottfried Benn ein Gedicht über Baden-Baden. Es heißt "Annonce" und ist das wohl einzige Gedicht der deutschen Lyrik, das mit einer Immobilienanzeige beginnt. Wir kommen gleich darauf zurück.

"Gottfried Benn ist öfter in Baden-Baden gewesen. Was er hier gemacht hat, ist nicht so klar. Auf jeden Fall hat es etwas mit Amouren zu tun, Kuraufenthalten, Gesundheit …"

… sagt Otto Jägersberg. Der Schriftsteller lebt seit 30 Jahren in Baden-Baden und kennt die Stadt und ihre Geschichte wie kaum ein andrer. Turgenjew und Dostojewski, Balzac, Brahms und Clara Schumann waren hier – das steht in jedem Stadtführer. Doch will man wissen, warum Turgenjews Denkmal so grimmig guckt oder Goethe nie bis Baden-Baden kam: Otto Jägersberg fragen. Er weiß auch, dass der Berliner Gottfried Benn in seinem Annoncen-Gedicht gleich am Anfang den Schwarzwald mit den Vogesen verwechselte …Die erste Strophe:

"Villa in Baden-Baden, / schlossartig, Wasserlauf / im Garten, Balustraden / vermietbar oder Kauf" – / das ist wohl so zu lesen, / von Waldessaum begrenzt, / mit Fernblick und Vogesen / und wo die Oos erglänzt.

Naja, jetzt stehn wir hier und gucken, wo sind die Vogesen? Die Vogesen könn´wa nich sehen, die sind da hinter den Bergen ..."

Schauplatz des Gedichts ist die Lichtentaler Allee, gleichsam das Herz von Baden-Baden, eine Landschaft für sich: eine zwei Kilometer lange Prachtstraße, weitgehend verkehrsfrei, mit großen Grünflächen, herrlichen alten Bäumen, über 300 Arten, und ebenso herrlichen alten Villen. In der Mitte plätschert ein Flüsschen, die Oos, überwölbt von zarten Brücken, rechts und links sind Spazierwege.

Die Lichtentaler Allee war bis ins 19. Jahrhundert ein einfacher Weg

Man sieht sich im 19. Jahrhundert, glückliche Zeiten, und schon hört man, wie eine Kutsche naht – denn die gibt es heute noch, für Touristen und Kurgäste …Mit den Vogesen lag Benn daneben – doch mit der "Handelskammer" (auch dies ein echt lyrisches Thema) lag er richtig. Die dritte Strophe des Gedichts "Annonce" geht so:

"Zum Beispiel Sommerstunde / geöffnet der Salon, / berauscht die Rosenrunde / vom Klang des "Steinway son" / das Lied, das Lied hat Flügel, / wie´s durch den Garten zieht, / wo man vom Flaggenhügel / die Handelskammer sieht."

Und die sieht man tatsächlich, es ist auch geflaggt, es ist die Industrie- und Handelskammer. Palais Biron, reiche russisch-kurländische baltische Fürsten, die das in der Gründerzeit gebaut haben.

Die Lichtentaler Allee war bis ins 19. Jahrhundert ein einfacher Weg, die Verbindung zwischen dem Baden-Badener Markt und dem Kloster Lichtental. Dann ließ Edouard Bénazet, der damals die Spielbank leitete, den Weg zum Landschaftspark umgestalten. Die Allee steht heute unter Denkmalschutz. Der Wohnraum in den Villen rechts und links ist fast unbezahlbar, doch was soll´s, man kann hier gut flanieren, sogar ohne Kurtaxe – und mit Otto Jägersberg ist es ein besonderes Vergnügen. Also raus aus seiner Dachstube am Baden-Badener Marktplatz und hin zur Allee …

"Die Lichtentaler Allee fängt hier an, da ist das Kurhaus, hier sind diese Kolonnaden, da ist das Theater. Hier sind diese schrecklichen Neubauten, Deutsche Bank. Das war früher der Englische Hof, ein wunderbares Hotel, in dem Bismarck immer wohnte. Anschließend ist das Hotel Atlantic, das noch ganz schön ist. Aber da vorne, Sparkasse, grauenhaft! Dieses Baden-Baden war ja immer von sehr konservativen Leuten gelenkt und die erwiesen sich als die radikalsten Stadt-Erneuerer. Die rissen die alten Paläste ab, rissen das wunderschöne Augusta-Bad ab, da waren die gnadenlos, weil sie immer flott, modern und so was sein wollten."

Das war schon immer so. 1807 ließ Johann Friedrich Cotta, Goethes Verleger, ein früheres Kloster in Baden-Baden zwar nicht abreißen, aber doch umbauen, zu einem "modernen" Hotel, dem Badischen Hof.

"Goethe, der ja wichtigster Autor von Cotta war, sollte da, nachdem das Hotel ganz nach französischem Vorbild eingerichtet war, mal eine Zeitlang verbringen. Goethe brach auch auf, aber zwölf Kilometer hinter Weimar brach das Rad. Goethe war wahnsinnig abergläubisch – sofort umgedreht und nix mit Baden-Baden. Seit der Zeit muss Baden-Baden ohne Goethe auskommen. Sie haben dann den Platz, an dem wir hier stehen – das ist der Goethe-Platz, vor dem Theater. Ab `33 hieß der natürlich Hitler-Platz, Adolf-Hitler-Platz. Baden-Baden war die erste Stadt, die Hitler zum Ehrenbürger machte. Erst vor 10 Jahren wurde ihm die Ehrenbürgerschaft durch Gemeinderatsbeschluss aberkannt. Das war niemandem aufgefallen, dass der immer noch in der Liste der Ehrenbürger stand."

Am Aufgang zum Kurhaus stehen rechts und links die Kolonnaden: kleine Geschäftchen, "Buden-Buden" sozusagen, in denen der solvente Kurgast schnell was mitnehmen kann: Design-Zeug, Schmuck, auch Juwelen, was man halt so braucht.

Der FDP-Vorsitzende überfiel 1984 ein Juwelengeschäft

So kommt es hier zu einem der berühmtesten Juwelen-Raubüberfälle. Durch einen Mann, der der Nachbar von Helmut Kohl war, in Oggersheim in der Pfalz! Der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz, Scholl hieß der. Der Scholl ist da in diesen Laden eingebrochen mit einer Maske und schrie mit vorgezückter Pistole: "Juwelen her – oder Ihre Zweitstimme!" Damit hat er sich natürlich als FDP-Mann … Nein, das ist jetzt ein Witz, natürlich … Er hat geschrien: "Juwelen her!" (…) Jetzt hat er die Juwelen ganz schnell eingestrichen (…) und raste wie ein Irrer hier vorne in eine Boutique und benahm sich sehr auffällig. Er sagte: "Wo ist meine Frau? Ich suche meine Frau!" und riss von der Umkleidekabine den Vorhang – es war eine fremde Frau, "Huch!" und so … Er entschuldigte sich nicht und raste dann wieder raus. Das hat er alles bewusst gemacht in der Hoffnung, dass die sich an ihn erinnern und genau sagen können: "Es war 10 Uhr 30, als der hier war." Eine Minute, nachdem er den Einbruch begangen hat …

Das geschah 1984. Hans-Otto Scholl war offenbar verzweifelt, denn die FDP war zuvor aus dem rheinland-pfälzischen Landtag geflogen und er praktisch arbeitslos. Wie dem auch sei: Die Rechnung ging nicht auf und er landete für acht Jahre im Gefängnis.

Auf der Lichtentaler Allee sind auffällig viele alte Damen - mit genau, mit kleinen kläffenden Hunden unterwegs.

"Dann scheißen die ja auch wie verrückt, und die alten Mädchen können sich nicht mehr so bücken und das in die Tüten fummeln. Früher gab´s das in dem Sinne nicht, weil: Da gab´s nen Alleejäger! Der hatte die Parkaufsicht, der fuhr mit so nem Moped herum und kümmerte sich darum. Wenn der nen Hund über die Wiese laufen sah, wurde gepfiffen und die Dame zur Ordnung gerufen. (…) Und in den Sanatorien gab es Aushänge, wo die Leitung ihren Patienten … denen wurde vorgeschrieben, wie sie sich zu kleiden hatten, wenn sie auf die Allee gingen! Um den "Kurortcharakter", den Charakter des "Weltbades", oder wie sich gerne nannten, zu bewahren. Und heute laufen die Leute rum, wie es ihnen grade passt …"

… zum Beispiel in Jogginghosen mit drei Streifen am Bein.

"Gerade bei den Russen ist das auffällig. Hier leben ja mittlerweile ne Menge Russen. So 1500 Reiche, schätzt man, aber auch ganz viele Arme: die Kasachen, die damals rübergeholt worden sind, um das Stimmenpotenzial der CDU zu vermehren, aber deren Kinder oder Enkelkinder Schwierigkeiten haben, sich hier anzupassen und Arbeitsplätze zu bekommen. Die es natürlich gibt, es gibt keine Apotheke oder Boutique hier im Ort, die nicht russisch sprechendes Personal hätte. Die 1500, die hier Zweitwohnsitze haben, die haben natürlich viel Geld, und das geben sie auch aus. So ein reicher Mann, der kauft nie eine Rolex, der kauft immer drei oder vier auf einmal …"

Die Allee als Therapieraum

Die Lichtentaler Allee hat auch in Otto Jägerbergs literarischem Werk Spuren hinterlassen. Am schönsten in dem langen Gedicht "Mittag in der Lichtentaler Allee", in dem auch der Alleejäger vorkommt. Hier schon mal die erste Hälfte, die zweite heben wir uns für später auf.

"Immer noch Weltkriegsoffiziere / gestützt von blonden Fraun / die Hunde leinenlos / voraus / Kinder machen / dass sie aus der Schule kommen Im Nistkasten 39 / Krach / Rehabilitanden an Stöcken / vom Doktor ausgeschickt tief / zu atmen / Spieler / die geschlagenen Augen gierig / nach Symbolen für den nächsten Wurf / Verwirrte aus den Seitentälern / unter Opiaten bei harmonischen / Selbstgesprächen / Die Lippen noch weich / und hängend vom lauen Quell / errechnet der Großschieber wie viel / Kapital aus diesem Grünen Grab / zu pumpen ist / Vom Elektromoped erspäht der Alleejäger / einen quer über den Rasen Gehenden / Patient oder zahlender Kurgast / das ist hier die Frage …"

Neben alten Damen und Russen kommen einem allenthalben schwitzende keuchende Menschen entgegen – zum Sport verdonnert von den umliegenden Kliniken.

"Ja, es ist ein einziger Therapieraum, neben dem Ort für Bummelanten, die es immer weniger gibt. Die Flaneure, die gut gekleidet da herumgehen, das wird weniger. Entweder ist der Massenansturm da zu schönen Jahreszeiten, Blumen und Grün und so – und ansonsten ist es ein Sportraum."

Ein Stück weiter steht auf einer Wiese Turgenjew, naja, ein Denkmal des Dichters, eine Büste. Er schaut in Richtung eines mächtigen Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert. Es ist das berühmte Nobelhotel "Brenners" – und Turgenjew guckt ziemlich grimmig.

"Wozu er auch allen Grund hat. Denn hinter diesem Ding hat er früher gewohnt, bei einem Ofensetzer. Wiederum hinter dessen Haus gab es einen wunderschönen Pavillion. Beides, das Haus, in dem Turgenjew wohnte, und der Pavillon wurden abgerissen ..."

… weil das "Brenners" erweitern wollte. Das Hotel, das Jahrzehnte im Besitz der Gründer-Familie Brenner war, gehört seit einiger Zeit dem Pudding-Oetker, dem Oetker-Konzern.

"Was ja auch ganz sinnvoll ist. Wenn da mal 20 Zimmer leer stehen, können die ganz schnell ne Abteilungsleiter-Konferenz einberufen und die Leute aus Bielefeld ankarren – dann ist das Hotel wieder voll."

Wo früher Turgenjew wohnte, ließ Oetker also einen Neubau errichten.

"Eine Dependance, sie nennen das auch noch frecherweise 'Residenz Turgenjew', ein schreckliches Gebäude, wo halt betuchte Leute so Apartments bewohnen und von der Küche des "Brenners" verpflegt werden können. – Wir haben viele russische Autoren, Dostojewski und so, alle haben mittlerweile ein Denkmal. Die reichen Russen, die hier sind, legen Wert darauf, dass ihre Landsleute ordentlich gewürdigt werden. Während Schiller, der hat nur nen Stein, der liegt da hinten irgendwo, viel mehr hat man hier mit Literatur nicht am Hut ..."

Aber mit Sport, Tennis zum Beispiel.

"Hier, das ist der älteste Tennisclub Deutschlands, eine wunderbare Anlage. Das ist im Sommer sehr eindrucksvoll, wenn man hier spazieren geht und hört immer das plop, plop, plop der Bälle. Gottfried von Kramm und solche Leute haben hier gespielt, als das Tennis noch schön war und von der Grundlinie aus gespielt wurde – und nicht dieser junge Boris Becker den ganzen Charakter des Spiels verändert hat. Durch dieses idiotische zum Netz hin stürmen und dann so heimtückische Bälle setzen ... Das ist ja wirklich ein grauenhaftes Spiel heute geworden, hinterlistig. – Ja, was ist denn nun? Ist da abgeschlossen? 'Videoüberwacht'! Was soll denn das?! Hm, was machen wa? Jetzt steigen wa hier einfach drüber."

Baden-Baden ist ein Vergangenheitsort

Ja, in Baden-Baden stehen Schriftstellern eben nicht alle Türen offen. So überkletterten Otto Jägersberg und der Länderreporter regelwidrig und videoüberwacht einen Zaun. Bis heute ist keine Anzeige gekommen.

Baden-Baden, die weltberühmte Kurstadt, zieht noch immer Touristen an. Doch selbst auf der Lichtentaler Allee ist nicht alles Gold, was glänzt oder einmal geglänzt hat …

"Und hier, das ist das 'Bellevue'. Die Familie Sauer, über 100 Jahre haben die das geschafft, aber irgendwann ging das nicht mehr. Das sind so 300 Zimmer, was man da an Personal braucht, nicht? Überhaupt hat sich das geändert. Wenn früher Engländer oder Amerikaner kamen, die blieben hier drei, vier Wochen mit ihren Familien. Und heute: (…) Die Japaner, Chinesen, Koreaner, die bleiben eine Nacht oder allerhöchstens drei. Auch Deutsche sind nur ganz kurz da, gehen in die Spielbank, gehen kurz in die Bäder, dann fahrn sie wieder weg. Das ist das Problem: Die Verweildauer ist zurückgegangen. (…) Das schafft auch einen totalen Strukturwandel in der Stadt. Die Gastronomie richtet sich danach, die Schnellrestaurants blühen, die kultivierte, behäbige Gastlichkeit bleibt auf der Strecke. Und vom Charakter des 'Heilbades' kann heute nicht mehr die Rede sein."

Baden-Baden ist in all seiner Schönheit ein Vergangenheitsort. Von den alliierten Bombern im Zweiten Weltkrieg verschont, scheint es mit seinen Villen und der Allee im 19. Jahrhundert stehengeblieben. Wie auf einem impressionistischen Gemälde ...

"Zukunft seh ich da nicht. Die Jugend sieht ja auch keine Zukunft. Leute, die studieren, gehen weg. Arbeitsplätze gibt es, wenn man Kellner werden will oder wenn man den väterlichen Betrieb, Konditorei oder so was, übernimmt. Aber alle anderen suchen sich was andres, obwohl sich die Stadt sehr bemüht, da draußen im Industriegebiet Leute anzusiedeln. (…) Und hier in diesem Gebiet, der Lichtentaler Allee, gibt’s ja auch kaum Wohnraum, der für diese Menschen, die von einem Angestellten- oder Arbeitergehalt leben müssen, erschwinglich wäre."

Gegen Ende der Lichtentaler Allee ist es zwar nicht mit der Beschaulichkeit, aber mit der Ruhe vorbei. Die Autos dürfen wieder ran an die Allee. Obwohl gerade an dieser Stelle ein historisch bedeutender Ort ist – sogar in zweierlei Hinsicht.

"Das ist dieses Hirtenhäuschen, das diente eben als Klo für die kaiserliche Familie. Wenn die nach Lichtental ins Kloster gingen, konnten sie unterwegs das benutzen, das Hirtenhäuschen. (…) Und da war am achten Baum, von hier aus gezählt – die ersten sind ja neu gesetzt, sind wohl umgekippt – da fand das Attentat auf den Kaiser Wilhelm statt! Dieser Kaiser Wilhelm war hier ja sehr beliebt, merkwürdigerweise, obwohl er die Badische Revolution niedergeknüppelt hat. Daher der Ausdruck "Kartätschenprinz". In Berlin hat er auch schon auf die Revolutionäre schießen lassen und hier in Baden-Baden verfolgte er die auch mit großem Grimm, sorgte auch für die Todesurteile in Rastatt und überall. Dennoch kam der 30 Jahre hierher mit seiner Frau, verbrachte den ganzen Sommer hier in Baden-Baden ..."

Das Attentat auf Wilhelm eins fand im Juli 1861 statt. Einem stramm patriotischen Student aus Leipzig ging es mit der deutschen Einigung nicht schnell genug. Seltsamerweise beschloss er, auf Wilhelm zu schießen, um ihm Beine zu machen.

"So stürmte also dieser Student mit einer Pistole auf den Kaiser zu, schoss auf ihn, zweimal, und verletzte ihn auch leicht am Hals. Er wurde dann aber von Passanten überwältigt und der Kaiser soll dafür gesorgt haben, dass sie ihn nicht gleich zu Tode geprügelt haben. Am Abend zeigte seine Majestät sich dann dem Volke auf dem Balkon des Messmer-Hotels. Die Einwohner brachten ihm einen Fackelzug aus Dankbarkeit dar, dass er mit dem Leben davongekommen war …"

… und so ist nochmal alles gut gegangen im schönen Baden-Baden. Womit wir wieder bei Otto Jägersbergs Gedicht "Mittag in der Lichtentaler Allee" sind:

"Auf der Bank liegt einer / nicht sicher ob zur Entspannung / oder tot / Ein Penner schiebt / sein tütenbehangenes Fahrrad durch / Und da / der Herr mit der getönten Brille / der das Fell der Tanne streichelt / das ist die bekannte Führungskraft von der Funkhöhe / selbst in der Mittagspause auf der Suche / nach Rundfunkteilnehmern / Und dann / klingelingeling / Frau Jägersberg hat wieder mal fürs Mittagessen / die unentbehrliche Crème fraiche vergessen ..."

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