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Interview / Archiv | Beitrag vom 05.10.2016

Dünger-Import aus den Niederlanden"Diese Gülle ist einfach zu viel"

Paul Kröfges im Gespräch mit Anke Schaefer

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Ein Landwirt bringt mit seinem Trecker Gülle auf einem Feld aus. (imago/blickwinkel)
Landet auf den Feldern in NRW: Gülle in Hülle und Fülle. (imago/blickwinkel)

1,4 Millionen Tonnen Gülle exportieren die Niederlande Jahr für Jahr - und ein Großteil davon landet auf Feldern in Nordrhein-Westfalen, zum Teil illegal. Hier muss dringend etwas passieren, fordert Paul Kröfges vom Bund Naturschutz (BUND).

"Die Niederländer produzieren zu viel Gülle, weil sie zu viel Tiere auf zu wenig Fläche halten", sagt Paul Kröfges, Gewässerexperte beim BUND in NRW im Deutschlandradio Kultur. Weil das Land eine strengere Gesetzgebung habe, bleibe nur noch der Weg in Richtung Bundesrepublik, ins Grenzland NRW.

Und dort sei die Gülle oft sogar willkommen: "In Nordrhein-Westfalen ist klar, dass viele Bauern diese günstig angebotene, zum Teil sogar noch bezahlte Gülle gerne annehmen, um halt damit ihre Felder über Gebühr, über die Maßen zu düngen."

Nachts kommen die LKWs aus den Niederlanden

Zu einem bestimmten Anteil handele es sich um illegale Importe, so Kröfges. "Es wird immer wieder beobachtet, dass mitten in der Nacht an nicht so unter Kontrolle befindlichen Flächen LKWs aus den Niederlanden gesichtet werden."

Dies sei zwar schwer in Zahlen zu fassen - was in NRW ankomme, sei allerdings dennoch zu viel: "Das sind 1,4 Millionen Tonnen jedes Jahr."

Durch eine Verbringungsverordnung habe das Land zwar die Grundlage für effektivere Kontrollen geschaffen, "aber das ändert nichts an der Tatsache, dass diese Gülle einfach zu viel ist".

Auch die für 2017 geplante neue Düngeverordnung werde hier nicht ausreichen, sagte der Gewässerexperte - die Verordnung müsse weiter verschärft werden. "Das kann nur über eine grundlegende Änderung in der Agrarpolitik erreicht werden, insbesondere in der Tierhaltung, wie sie bei uns praktiziert wird."

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