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Lange Nacht | Beitrag vom 04.03.2017

Die Lange Nacht über das Internat PfortaEin ungemeiner Drang nach Erkenntnis

Von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade

Die Landesschule Pforta, aufgenommen am 12.11.07 in Schulpforte (Burgenlandkreis).  (Sebastian Willnow)
Die Landesschule Pforta (Sebastian Willnow)

Silentium, Refektorium, Ludorium - wem diese Begriffe leicht über die Lippen gehen, ist "Portenser", Schüler in der Landesschule Pforta. Keine gewöhnliche Schule. Seit 1543 werden hier "würdige und bedürftige Knaben" in "Künsten und Sprachen unterweiset". Mädchen dürfen erst seit 1949 hier lernen.

Das Besondere: Von der 9. Klasse an können Mädchen und Jungen nach Pforta, lassen ihren alten Freundeskreis hinter sich und treffen auf andere lernbegeisterte Teens. Sie verbringen Tage und Nächte miteinander, was sie oft mehr prägt als der Schulunterricht.

Viermal wurde im 20. Jahrhundert fast die gesamte Lehrerschaft ausgetauscht. Wie konnte aus einem humanistischen Elitegymnasium eine "Nationalpolitische Erziehungsanstalt" (NAPOLA) werden, wie daraus eine Internatsschule mit Sonderstatus und Schülerselbstverwaltung zu DDR-Zeiten? Das Internat in der Nähe von Naumburg (Sachsen-Anhalt) beschreiben die Schüler heute als Zentrum kreativer Energie. Pfortas berühmtester Schüler, Friedrich Nietzsche, schreibt 1859 ins Tagebuch: "Mich hat jetzt ein ungemeiner Drang nach Erkenntnis ergriffen."

Ansicht von Schulpforta (Archiv und Bibliothek der Landsschule Pforta)Ansicht von Schulpforta (Archiv und Bibliothek der Landsschule Pforta)

1543 gründete der sächsische Kurfürst Moritz Pforta, damit es seinem Lande "an gelahrten Leute nicht mangle" und schuf damit einen Schultyp, der Kriege und Revolutionen, Monarchien und Diktaturen überdauerte. Kluge Köpfe brauchten sie alle, und an dem Selbstbewusstsein einer traditionsreichen Institution scheiterten viele modische Unterrichtsneuheiten.

Die Lange Nacht erzählt vom Internatsleben, von berühmten und weniger berühmten Schülern und Lehrern, spürt dem Geist Pfortas nach. Der sorgt bis heute dafür, dass Absolventen stolz in ihren Lebenslauf „al.port“ schreiben - Alumnus portensis.

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