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Tonart | Beitrag vom 26.11.2015

Die italienische Band Riserva MoacDer Klang von Babel

Von Wolfgang Meyering

Gitarre (imago/Westend61)
Ein Mann spielt Gitarre. (imago/Westend61)

Die Band Riserva Moac begann 2003 als Folk-Rock-Band, die lokale Musiktraditionen mit Rock-Elementen mischte. Inzwischen haben sich ihre Einflüsse vervielfacht: Ihr neues Album "Babilonia" ist eine wilde und lärmende Mischung verschiedenster Traditionen und Genres.

"Riserva Moac is a city without boundaries, without walls. It's a global city (or as we use to say glocal – global/local), where freedom and tolerance are the laws, and where no one is a stranger."

Riserva Moac. Das ist wie eine Stadt ohne Grenzen, ohne Mauern, sagt Fabricio "Pacha Mama" Russo der Sänger der Gruppe. Wie ein gobale Stadt, oder wie wir sagen würden "glocal" von global und local. Ein Platz, wo niemand ein Fremder ist und Gesetz, Freiheit und Toleranz herrschen. Eine bessere Welt, die sie auch mit dem Albumtitel "Babilonia" umschreiben.

Mit ihrer Musik versuchen sie solch ein eigenes Universum zu schaffen. Eine lärmende, fröhliche Welt voller Gerüche, wie man sie auch vor Augen hat, wenn man an den Süden Italiens denkt, wo die Gruppe herkommt. Für sie ist "Babilonia" ein Ort, wo sich Menschen respektvoll begegnen und für ihre Rechte einstehen.

Dem langweiligen Leben in ihrer Heimatstadt entfliehen

"For us Babilonia is another way to call Riserva Moac; you can imagine it as a positive city, in which people meets and respect each other, in which people fight for justice. It's like a city of southern Italy: strong smells, screams, happiness, songs and dances and beautiful people walking on the streets."

Die Gruppe Riserva Moac begann 2003 als eine Folk-Rock-Band, die lokale Musiktraditionen mit Rock-Elementen mischte. Mittlerweile haben sich die Einflüsse in ihrer Musik vervielfacht und reichen von Hip Hop über Balkanbeat bis hin zu Polka und Jazz. Kennengelernt haben sich die Musiker in einer lokalen Musikschule, die sie mittlerweile selbst betreiben.

Ursprünglich wollten sie mit der Band auch ein wenig dem eher langweiligen Leben in ihrer Heimatstadt entfliehen. Die Ideen für ihre Lieder suchen sie sich bei aktuellen politischen Themen wie Rassismus, ökonomischer Globalisierung oder Intoleranz.

"We take our inspiration especially from actuality, politics and from injustices all over the world. Our "target" is also the racism, the economic globalization, every kind of intolerance and indifference. And we speak also about love, of course, this powerful fuel for the resurrection of the mankind."

Dialekte als Brücke in die Vergangenheit

Aber in den Liedern von Riserva Moac geht es natürlich auch um das ewige Thema Nr.1: die Liebe. Und sie singen ihren Lieder nicht nur auf Italienisch, sondern auch in lokalen Dialekten, die von der italienischen Standardsprache vor allem im Süden zum Teil sehr stark abweichen. Dialekte sind für sie so etwas wie eine Brücke in die Vergangenheit.

Eine Zeitmaschine, die sie die Geschichten und Fehler ihrer Vorfahren noch einmal erleben lässt. Denn Dialekte, meint Fabricio Russo, erzählen Geschichten und berichten von Abenteuern, von Traditionen und sollten niemals verloren gehen.

"Dialects speaks of stories, adventures, traditions that we should never lose. There is something fascinating in those ancient words. It's like to speak with the past, and maybe we could learn from the past mistakes and histories of our ancestors. Dialects are something like time machines."

Eine wilde, lärmende, fröhliche Mischung

Das neue Album "Babilonia" ist das, was der Name suggeriert: Eine wilde, lärmende, fröhliche Mischung der Musiken verschiedenster Traditionen und Genres. Sie gehen auf der CD eine wesentlich gelungenere Symbiose ein, als es im wirklichen Babylon wohl jemals der Fall gewesen ist.

Am stärksten ist die Gruppe immer da, wo ihre heimischen Traditionen hervorkommen. Aber der Spaß und die Ausgelassenheit ihre Liveauftritte kommt auch bei dieser Studioproduktion sehr gut zum Tragen. Und auf den Reisen zu den Konzertorten können sie wieder neue Ideen für Stücke sammeln. Denn: Wenn Musik reisen bedeutet, dann ist die beste Reise die um der Musik willen, sagt Fabrizio Russo.

"From tomorrow, we are ready to go everywhere there will be someone who desires a Riserva Moac live show. In Italy as in Germany and in Europe. If music is a travel, the best travel is the travel for music."

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