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Sonntag, 19.11.2017

SAVVY Funk | Beitrag vom 19.07.2017

Das Radio der documenta 14SAVVY Funk - Programmschema

Der Blick in ein geöffnetes, altes Radio. (Rosa Maria Rühling / documenta 14)
Ausgestrahlt wird „SAVVY Funk“ auf UKW 103.0 MHz in Berlin, UKW 90.4 MHz in Kassel und als Livestream. (Rosa Maria Rühling / documenta 14)

Das Programmschema von "SAVVY Funk" vom 17. Juni bis zum 08. Juli.

07:00 - Early Birds
Studierende der Bauhaus-Universität Weimar

Sie hören ab und zu, aber niemals weg: die Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar. Weil sie (k)einen Vogel haben, studieren sie Radio und gehen mit dem Mikrofon auf die Jagd, immer und Every Time A Ear di Soun.

Im Programm des SAVVY Funk präsentieren sie ihren neuesten Fang: Zweiundzwanzig zwitschernde Klangkunst-Sendungen, täglich von 7 bis 8 Uhr. Danach gehen die Studenten schlafen.

Und Sie dürfen entscheiden: Wer hat sich hier mit fremden Federn geschmückt? Denn diese Early Birds buhlen wie die Vögel, sind bunte Collage, Archivperle, Soundscape-Aufnahme oder doch synthetisch?

Am und mit Mikrofon: Konrad Behr, Jennifer Fuchs, Jan Glöckner, Martin Hirsch, Grit Lieder, Janine Müller, Benjamin Serdani, Corinna Thamm, Josephine Tiede, Severin Schenkel, Andreas von Stosch und Markus Westphal

08:00 - Prayer
James Webb

James Webb wird einzelne Ausschnitte seiner fortlaufenden Prayer Installation präsentieren. Prayer begann 1999 in Kapstadt als ein stadtspezifisches Projekt, in dessen Rahmen Tonaufnahmen von Gottesdiensten aller Religionen und Glaubensgemeinschaften der jeweiligen Stadt gesammelt und schließlich als mehrkanalige Soundinstallation gesendet werden. Dieses Radioprogramm erlaubt den Zuhörer_innen eine Auswahl der individuellen Aufnahmen zu hören, die die verschiedenen Installationen ausmachen. Bis heute gibt es neun Ausgaben des Werkes, wovon die letzte, Prayer (Stockholm), bis November 2017 im Historiska Museet ausgestellt wird.

08:15 - Render: Radiaphiles
Mobile Radio (Knut Aufermann & Sarah Washington)

Render ist eine Kontextualisierung und Bearbeitung von Archivmaterial Dutzender Radiosender in aller Welt. Mobile Radio überblickt in dieser Sendung das unabhängige, nicht-kommerzielle Radiospektrum von lo­kalen, freien, Uni- oder Piratensendern und erschließt einen Reichtum an Tonmaterial und Sichtweisen, den es in der vorherrschenden orthodoxen Medienlandschaft so nicht gibt. Render ist zugleich eine umfangreiche Retrospektive der Arbeit des Radiokunst-Netzwerks Radia, das sich zur gemeinschaftlichen Aufgabe gemacht hat, Grenzen und Gräben zwi­schen Ländern und Sprachen zu überwinden. Zudem werden Personen, die einzigartige Tonarchive besitzen, zum Gespräch geladen, und eine Sammlung neuer Radiokunstwerke entsteht. (http://mobile-radio.net)

"Radia" Logo (Radia for Radia)Das Radiokunstnetzwerk "Radia" (Radia for Radia)

09:00 - SAVVY reads SAVVY .doc
Savvy and Friends

Jeden Vormittag zwischen 9.00 und 9.30 Uhr präsentieren und lessen das Team und Freunde von SAVVY Contemporary aus einer Textsammlung von SAVVY.doc. Von Anfang an untersucht SAVVY.doc die politische Dimension des Archivierens, mit dem Ziel, zum einen die Machtmechanismen in Frage zu stellen, die in der Produktion und Bewahrung von unterschiedlichen Erkenntnissen am Werk sind; zum anderen die klassischen archivarischen Kategorien zu hinterfragen und gleichzeitig über die westliche Epistemologie hinauszugehen; und drittens über die Folgen nachzudenken, wenn man den Körper als Archiv und das Archiv als lebenden Organismus denkt.

Der Diversität und dem offenen Konzept des Projekts entsprechend wird SAVVY reads SAVVY .doc in unterschiedlichen Sprachen, Rhythmen, Tonlagen und Akzenten präsentiert.

09:30 - Laugh of the Hyposubject
Brandon LaBelle & Anna Bromley

Die 20-teilige Radiosendung begibt sich auf die Spuren der Hyposubjekte, die sich heutzutage als nomadisches Noch-Nichts, als mannigfaltige Wesen und Brikolagen zu sehen geben. Ihre fadenreiche Stofflichkeit bringt Dissens-, Widerstands- und Resilienzgemeinschaften hervor und entzieht sich technokratischen und paternalistischen Anordnungen.

Hyposubjekte irritieren die anthropozentrische Ordnung von Körpern und Dingen. Sie eröffnen transhumanistische Vorstellungen davon, was ein Miteinander (auch) sein könnte. Als unerlaubte Besiedler_innen unserer "postfaktischen" Gegenwart lassen sich Hyposubjekte als Wesenheiten denken, die trunken von schlaf- und schamlosen Begehren aus planetaren Gemeingütern neue Verfasstheiten des Imaginären hervorbringen. Was sind die Praktiken und Praxen, in denen sie sich entfalten? Wie lassen sich ihre verwobenen, schüchternen, selbstermächtigenden Verlautbarungen übertragen? Und wenn sie sich aus dem Dominanten zurückziehen, würden wir ihr Lachen spüren?

Abstrakte rote Linien über einem schwarzen Block, der die Sicht auf die Fotografie einer Straße blockiert.  (Brandon LaBelle & Anna Bromley)Laugh of the Hyposubject (Brandon LaBelle & Anna Bromley)

10:00 - Yo y mi circunstancia
Tito Valery

11:00 - Singing Yesterday's News Again
Natascha Sadr Haghighian & Nicholas Bussmann

Täglich tragen Sängerinnen und Sänger die Nachrichten von ges­tern auf ihre jeweils eigene Art und Weise vor. Am ersten Tag singt je­mand nur die Nachrichten vom Vortag. Am nächsten Tag wiederholt ein anderer die zuvor gesungenen Nachrichten und fügt eine eigene Aus­wahl gestriger Nachrichten hinzu. Im Verlauf dreier Wochen bilden die Stimmen allmählich einen Chor, eine iso-polyphonische Kompositi­on alter – gesungener und nachgesungener, mithin absichtlich oder unabsichtlich umgedeuteter – Nachrichten. Die mündlichen Interpretati­onen schaffen gesellschaftliche Resonanzen und machen einen gemein­samen Raum hörbar, der viel mehr ist als eine bloße Echokammer.

Als Gesangstexte stehen Nachrichten zur Verfügung, die in einem öffent­lich-rechtlichen Radiosender verkündet wurden. Auswahl und Zusam­menstellung des Nachrichtenmaterials entsprechen den offiziellen Krite­rien der Relevanz und Faktizität. Da aber die geografischen Koordinaten täglich geändert werden, verschiebt sich jedes Mal die Wahrnehmung dessen, was wichtig und aktuell ist. Diese Verschiebung hinterlässt Spu­ren in der Komposition und erzeugt in der Echokammer des Nachrichten­studios geopolitische Störklänge. Vergessen und Zum-Schweigen-Brin­gen gehören ebenso zu diesem Gesang wie Akkorde, Dissonanzen undResonanzen. Zusätzliche verunreinigende Schwingungen ergeben sich daraus, dass die zum Singen der Nachrichten eingeladenen Sängerin­nen und Sänger aus verschiedenen Traditionen der Musik und Dichtung stammen. All diese verschiedenen Faktoren pervertieren die Wiederho­lung der Wiederholung.

11:05 - Weather Reports: the weather brunch
The All Weather Experts: Gívan Belá, Golo Föllmer, Anne Wellmer, Markus Westphal, Jasmina Al-Qaisi and others

Mit Weather Reports sind Sie dank Wetterschlagzeilen auf Weltniveau und minutenaktueller, hochpräziser Wetterberichte zum Zustand Ihrer Umwelt für jedes Wetter gerüstet – lokal oder international und wo im­mer Sie sich gerade aufhalten, einschließlich der unerlässlichen Katastrophenberichterstattung. Einfach diese Sendung hören und ein Gefühl dafür bekommen, was es heißt, barfuß im brennend-heißen Sand an windigen Küsten zu wandern, mitten in einem warmen Sommergewitter auf einem Hügel durch die Felder zu rennen oder im Park sitzend unter laublosen Bäumen triefnass zu werden. Holen Sie sich jetzt ihre täglichen Wetterberichte: ohne Gewähr, aber unvorhersehbar lebendig!

11:10 - YNK
Silvia Ploner & Nicolas Perret

Electronic Animisms, Cosmic Diplomacies, Sonic Fabulations,
Blasted Landscapes / Abundant Futures, Field Studies.

Über fünf Kapitel, eine Vielzahl von Klängen, Imaginationen und Gedanken entfaltend, untersucht YNK Beziehungen zu Nichtmenschen, Natur, Körper und Materie.

Contributors: Samira Agnihotri, ARBIMON Network, Christos Astaras, Aung Si, Rohini Balakrishnan, Marconi Campos Cerqueira, Dipesh Chakrabarty, Yannick Dauby, Gonçalo Ferraz, Sturla Friðriksson, César Enrique Giraldo Herrera, Tuula Karpinen, Antti Kero, Unto K. Laine, Olivier Lapert, Borgþór Magnússon, David Mollin & Salomé Voegelin, Native Instrument, Ocean Networks Canada, Erling Ólafsson, Juno Salazar Parreñas, Andrew Pekler, Iégor Reznikoff, Rockethouse Productions (Matt Thompson & David Hendy), Tomoko Sauvage, Janne Särkelä, Bjarni D. Sigurðsson, Juanita Sundberg, TERN Australia. Nicolas Perret and Silvia Ploner live and work in Berlin and Paris. With a syncretic approach towards sound, they orchestrate the uncertainty of the heard, frame perception as doubt and invite participation in the unknown. With recorded sound material as a base, they undertake long-term projects that result in radio pieces, sound installations, performances and publications.

11:40 - Multiverse Crosstalk Radio
Alberto de Campo, Hannes Hoelzl & Magda Kobzova

Die derzeitige Flut von Postfaktualismen, von Verschwörungstheori­en über "alternative Fakten" zu fake news (von Individuen, Instituti­onen und Staaten) kann man wissenschaftlich erklären, unter der An­nahme, dass a) Hugh Everett’s Theorie der multiplen Universen nicht nur mathematisch, sondern auch buchstäblich zutrifft, und dass fer­ner b) diese Universen nicht unabhängig voneinander sind, sondern dass Formen von Übersprechen zwischen ihnen möglich ist. Multiver­se Crosstalk Radio erfasst, sammelt und transformiert solche zufäl­ligen Übertragungen vom Anderswo mit wissenschaftlichen Mitteln, wie komplexen Sonifikationsmethoden und auf Multiversentheorie und Radikalem Konstruktivismus beruhender Kontext-Rekonstruktion, als Versuch, die Eigenheiten der vermuteten Herkunftsuniversen zu er­hellen.

12:00 - Singing Yesterday's News Again
Natascha Sadr Haghighian & Nicholas Bussmann

Siehe 11:00

12:05 - Weather Reports: how wet are you today?
The All Weather Experts: Gívan Belá, Golo Föllmer, Anne Wellmer, Markus Westphal, Jasmina Al-Qaisi and others

Siehe 11:05

Ein leicht bewölkter Himmel. Am unteren Bildrand ist die Spitze einer Baumkrone zu sehen.  (Gívan Belá)Weather Reports (Gívan Belá)

12:10 - Piratensender
Ahmet Öğüt
Editorial Assistant: Johann Mittmann

Für seine Sendung Piratensender versammelt Ahmet Öğüt Gesprä­che mit Anwälten und Fachleuten für Einwanderungsrecht, Modera­torinnen, Sozial- und Kulturarbeitern, Musikerinnen, Vertretern städti­scher Subkulturen sowie feministischen und LGBTQI+-Aktivistinnen. Die Themen reichen von radikaler Pädagogik bis hin zu Konzepten wie Stadtbürgerschaft, selbst erklärter Mikronation, Künstlerrechten, alternativen Währungen, bedingungslosem Grundeinkommen, immaterieller Arbeit, prekärer Arbeit und Hausarbeit. Außerdem geht es in der Sendung um Eigeninitiative, aktive Teilhabe und Autonomie als notwendige Voraussetzungen für den Widerstand von ausgegrenz­ten Bevölkerungsgruppen, Nichtstaatsbürgern und Menschen ohne Aufenthaltstitel.

13:00 - Singing Yesterday's News Again
Natascha Sadr Haghighian & Nicholas Bussman

Siehe 11:00

13:05 - Weather Reports: siesta time 
The All Weather Experts: Gívan Belá, Golo Föllmer, Anne Wellmer, Markus Westphal, Jasmina Al-Qaisi and others

Siehe 11:05

13:10 - Regular Measures
Alessandro Bosetti

Regular Measures ist Teil einer Serie von Kompositionen, die aus der laufenden Erforschung des Potenzials rein klanglicher Gemeinschaf­ten oder Hyperpolyphonien schöpfen. Letzteren wird ebenso nach­gegangen wie der Fantasievorstellung eines rein stimmlichen, kör­perlosen Lebewesens. Angeregt von einer alternativen Theorie der Stimme als autonomer, neu entstehender Entität erkundet dieser Beitrag utopische Ansätze und neue Möglichkeiten der Polyphonie als gemeinschaftlicher Praxis.

Vier Bleistiftskizzen. (Alessandro Bosetti)Regular Measures (Alessandro Bosetti)

14:00 - Singing Yesterday's News Again
Natascha Sadr Haghighian & Nicholas Bussmann

Siehe 11:00

14:05 - Weather Reports: the weather soap
The All Weather Experts: Gívan Belá, Golo Föllmer, Anne Wellmer, Markus Westphal, Jasmina Al-Qaisi and others

Siehe 11:05

14:10 - Render: live
Knut Aufermann & Sarah Washington

Render ist eine Kontextualisierung und Bearbeitung von Archivmaterial Dutzender Radiosender in aller Welt. Mobile Radio überblickt in dieser Sendung das unabhängige, nicht-kommerzielle Radiospektrum von lo­kalen, freien, Uni- oder Piratensendern und erschließt einen Reichtum an Tonmaterial und Sichtweisen, den es in der vorherrschenden orthodoxen Medienlandschaft so nicht gibt. Render ist zugleich eine umfangreiche Retrospektive der Arbeit des Radiokunst-Netzwerks Radia, das sich zur gemeinschaftlichen Aufgabe gemacht hat, Grenzen und Gräben zwi­schen Ländern und Sprachen zu überwinden. Zudem werden Personen, die einzigartige Tonarchive besitzen, zum Gespräch geladen, und eine Sammlung neuer Radiokunstwerke entsteht.

15:00 - Singing Yesterday's News Again
Natascha Sadr Haghighian & Nicholas Bussmann

Siehe 11:00

15:05 - Weather Reports: not my kinda climate
The All Weather Experts: Gívan Belá, Golo Föllmer, Anne Wellmer, Markus Westphal, Jasmina Al-Qaisi and others

Siehe 11:05

15:10 - different time different place different pitch
Dani Gal und Achim Lengerer

Dani Gal und Achim Lengerer arbeiten mit Tondokumenten wie Re­den, politischen oder persönlichen Stellungnahmen und anderen Klangspuren, die Zeitgeschichte dokumentieren und konstruieren. Die Künstler verstehen das Medium Radio als rein akustisches Instrument. Da man beim Zuhören die Klangquelle nicht ermitteln kann, ist die jewei­lige Hörerfahrung sowohl von der eigenen politischen Sicht als auch von den Manipulationen des Senders abhängig.
Für SAVVY Radio produzieren Gal und Lengerer eine Sendereihe, in der es um politische/historische, von akustischen Besonderheiten ge­prägte Ereignisse und Tondokumente von überragender politischer Be­deutung geht. Der Wegfall einer visuellen Komponente soll der Konstruk­tion von Geschichte durch die Medien in Zeiten ständiger Bilderströme ein akusmatisches Moment entgegensetzen.

Abfotografierter historischer Brief zur Störsenderpeilung durch die Deutsche Bundespost. (Dani Gal & Achim Lengerer)different time different place different pitch (Dani Gal & Achim Lengerer)

16:00 - Singing Yesterday's News Again
Natascha Sadr Haghighian & Nicholas Bussmann

Siehe 11:00

16:05 - Weather Reports: how to listen to the sky
The All Weather Experts: Gívan Belá, Golo Föllmer, Anne Wellmer, Markus Westphal, Jasmina Al-Qaisi and others

Siehe 11:05

16:10 - Embrace
Nástio Mosquito

Negro, Nigger, bottom feeder
Healer, killer, Lil’ Biller Bob Lee with the axe lover bleeder
Builder
White trash, fasc(ist), lash on
White king and queen unbreakable stumble
Humble
- Humble up Negro, Nigger. Humble up, and be Purple!!
- Shiiiiiiiiit … you got clock but not time. I will find Purple … and you will feel, your kids will know.
You we them with us within cake bake cookies and milk, honey
Funny …
Diese Sendung wird nicht immer zum Lachen und auch nicht immer konsequent sein. Sie ist angewandte Widerborstig­keit, sie setzt auf die Brutalität menschlicher Unzulänglichkeiten. Eine. Zwei. Drei. Hundert.

16:30 - Intermission Transmission Temporal
Leo Asemota

Eine eklektische Sendereihe voller Begeisterung über die kuratorische Tätigkeit der documenta 14. Inhalt und Form der Sendungen werden täg­lich aufs Neue geschaffen.

17:00 - Singing Yesterday's News Again
Natascha Sadr Haghighian & Nicholas Bussmann

Siehe 11:00

17:05 - Weather Reports : the weather song
The All Weather Experts: Gívan Belá, Golo Föllmer, Anne Wellmer, Markus Westphal, Jasmina Al-Qaisi and others

Siehe 11:05

17:10 - Me & My Rhythm Box
Felix Kubin

Musikinstrumente: alte und neue, leise und laute, selbstgebaute und um­gebaute, akustische und elektronische, analoge und digitale, mögliche und unmögliche. Wie werden sie zum Klingen gebracht, wer spielt sie und warum, spielen sie gar von selbst?

In dieser Sendung dreht sich alles um das Instrument und seine künstlerische Erweiterung. Die Möglichkeiten von Resonanzen und schwingenden Körpern sollen bis in fantastische Dimensionen weiterge­dacht werden, die auch den Chor der Nerven, die Rhythmisierung der Bewegung im Straßenverkehr und das Tuning der kosmischen Hinter­grundstrahlung mit einbeziehen!

Dazu werden Gäste aus den Bereichen Musik, Kunst, Wissenschaft und Instrumentenbau eingeladen, die ihre Beziehung zum eigenen Instru­ment (live) in Klangbeispielen, Kurzkonzerten und Gesprächen erläutern.

Nahaufnahme von Synthesizerreglern und Tasten (Felix Kubin)Me & My Rhythm Box (Felix Kubin)

18:00 - Saout Africa(s)
Saout Radio (Anna Raimondo & Younes Baba-Ali)

"Saout Africa(s)" spielt mit dem englischen Wort "south" und dem ara­bischen "saout" in der wörtlichen Bedeutung von "Stimme" oder "Klang", außerdem mit den vielen möglichen Deutungen "Afrikas". Jenseits von monolithischen Auffassungen und geografischen Abgrenzungen und jenseits der mit dem Wort "Afrika" verbundenen Klischees entwirft Saout Africa(s) ein fließendes Ein- und Untertauchen, bei dem sich der Begriff der Grenze auflöst und ein ästhetischer und politischer Zeit-Raum des Hörens entstehen kann.

Raimondo und Baba-Ali reaktivieren die Archive von Saout Radio an­hand verschiedener Stimmen, neuer thematischer cartes blanches und aktueller Live-Auftritte. Damit beleben sie zugleich ein internationales Netzwerk, eröffnen individuelle wie kollektive Perspektiven auf mögliche Afrika(s) und bieten ein Panorama heutiger Radiokunst.

"Saout Africa(s). Every day radio show. 6pm - 7pm GMT" (Anna Raimondo & Younes Baba-Ali)Saout Africa(s) (Anna Raimondo & Younes Baba-Ali)

19:00 - documenta 14 Commissioned Sound Piece

20:00 - Unpacking Sonic Migrations - From Slave Ship to Space-Ship
Satch Hoyt

In dieser Sendung erkundet Satch Hoyt die Wanderungen des afrikani­schen Beat anhand von Tonbeispielen, die von den frühesten völkerkund­lichen Feldaufnahmen bis hin zu neuen, noch unveröffentlichten Tracks aus den Kreisen der transnationalen afrikanischen Diaspora reichen und darüber hinaus. Wer Hoyt auf seiner eklektischen Erkundungsreise folgt, kann sich auf eine Mixtur aus Alice und John Coltrane, Fela Kuti, Mad Lib, südkongolesischen Mbala-Rhythmen von 1907, Pauline Oliveros, Flying Lotus und Steve Reich freuen. Außerdem im Programm: Interviews mit bildenden Künstlern, Dichterinnen, Kuratoren, Musikerinnen, Schriftstel­lern, Kunsthistorikerinnen. In den Live-Einlagen der Sendung spielt Hoyt selbst mit Mitgliedern seiner Formationen Sonic Shadow und The Bakol. Weitere musikalische Gäste werden zu den Impro-Sessions erwartet.

22:00 - Listen to the Other - disEmbodied Voices - Hybridized Techno
AGF (Antye Greie-Ripatti)

AGF (Antye Greie-Ripatti) präsentiert eine Audio-Mischung zu folgenden Themen: alte Stimmpraktiken, Klangwildnis, hybride Ökologie, Musik und Ton aus Kriegsgebieten, Stimme und Gender, Stimme und Protest, Ver­stärkung des Widerstands, Lärmexperimente, kritischer Klub, Rap und Underground-Pop, nichtmenschliche Klangwelten, verborgene Stimmen jenseits des Westens, Tierstimmen, das Myzel und der Klang der Materie, Klang der Elektrizität, Klänge und Privilegien... Es wird Gespräche geben, dazu Gedanken, Gedichte und Gäste, vielleicht auch ein wenig kollekti­ves Geschrei und Gesänge.

00:00 - documenta 14 Commissioned Sound Works

01:00 - documenta 14 Relay

03:00 - NREM Stage 1 (Rebroadcasts and Sound Art Streams)

05:00 - Radio Archives


Several times a day, randomly, a specific SAVVY Funk selection of the ultrashort radio art format "Wurfsendung” of Deutschlandfunk Kultur is broadcast.

Mehrmals täglich wird - nach dem Zufallsprinzip – eine Auswahl des ultrakurzen Radiokunst-Formats "Wurfsendung” von Deutschlandfunk Kultur gesendet.

Die spezielle SAVVY Funk Auswahl greift einerseits auf altbekannte Stücke zurück, zum Beispiel aus einer Performance von Joseph Beuys, einer Reihe von Carsten Nicolai für die documenta X, oder die amerikanisch-deutschen Wurfsendung des Fotographen Jerry Berndt.

Zum anderen wurden zwei neue Serien bei Klangkünstlern in Auftrag gegeben: Amirabbas Mohammadi verwendet in "EpisodeX" ausschließlich Frauenstimmen, die er zu kurzen musikalischen Klangstücken mischt. Meira Ashers Wurfsendungen "Voices Vs. The Israeli Occupation of Palestine 2017” basieren auf in Israel und dem Westjordanland geführten Interviews. Die Musikerin und Künstlerin, die sagt, sie "nagelt Ton", bringt kritische Stimmen zur Besetzung der palästinensischen Gebiete ins Programm.

SAVVY Funk

"SAVVY Funk" von documenta 14 und Deutschlandfunk Kultur ist Teil des Radioprogramms "Every Time A Ear Di Soun". Es umfasst unter anderem 32 Auftragswerke, die seit dem 8. April durch acht internationale Radiosender zirkulieren. Die deutsche Station "SAVVY Funk" ist ein dreiwöchiges Radioprogramm, das täglich und rund um die Uhr neu von Künstler_innen gestaltet wird, deren Arbeit im Ausstellungsraum des SAVVY Contemporary öffentlich zugänglich ist.

Die teilnehmenden Künstler_innen arbeiten bei der Entwicklung und Durchführung des Radioprogramms mit Student_innen der Professur für Experimentelles Radio an der Bauhaus-Universität Weimar zusammen.

Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar, Studiengang Kunst und Gestaltung

Leitung: Prof. Nathalie Singer, Martin Hirsch

Radiosendung: Konrad Behr, Jennifer Fuchs, Jan Glöckner, Grit Lieder, Johann Mittmann, Janine Müller, Benjamin Serdani, Corinna Thamm, Josephine Tiede, Severin Schenkel, Andreas von Stosch, Markus Westphal

Ausstellungsdesign und Archivrecherche: Anna Rupp, Rosa Süß, Rafael Brasil Sabino, Alejandro Weyler. Aus dem EXPA Archiv und der Sammlung von Nathalie Singer / Sourced from the EXPA Archive and the collection of Nathalie Singer

www.documenta14.de/de/public-radio

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