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Tonart | Beitrag vom 30.06.2017

Blasmusiker Constantin HartwigLeidenschaftliches Solo für Tuba

Moderation: Carsten Beyer

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Der Tubist Constantin Hartwig  (Deutschlandradio / Manfred Hilling)
Der Tubist Constantin Hartwig (Deutschlandradio / Manfred Hilling)

Früher wurden der Mann oder die Frau mit der Tuba von den übrigen Orchesterkollegen oft nicht für voll genommen. Der junge Tubist Constantin Hartwig beweist mit seinem Debütalbum "Klischee adé", dass sich seine Tuba hervorragend als Soloinstrument eignet.

Komponisten erweisen den Tubisten selten die Ehre von Soli. Und von Orchesterkollegen werden sie oft als Spieler zweiter Klasse angesehen – und das obwohl das Instrument wahrlich nicht zu übersehen ist. Als träge und nicht brillant genug galt die Tuba  bislang und darum lediglich zur Begleitung der "Premium-Instrumente" tauglich.  Witze gibt es zahlreiche, zu denen immer noch neue hinzu erfunden werden. Und natürlich herrscht das Bild vom Tubisten als wohlbeleibtem Herrn vor.

Gegen die Klischees

Einer, der jetzt mit solchen Klischees aufräumen will, ist Constantin Hartwig, Tubist, 25 Jahre alt und Gewinner des Deutschen  Musikwettbewerbs 2016:

"Diese Klischees begegnen mir natürlich jeden Tag. Zum Beispiel im Zug, wenn ich mit Tuba durch den Waggon laufe, dann kommen neugierige Blicke und der ein oder andere Spruch. Doch diese Klischees haben eigentlich relativ wenig Bestand heutzutage."

 

Hartwig – jung, groß und gertenschlank – widerlegt locker das Bild vom leicht übergewichtigen, wuchtigen Musiker. Und: Wer das Instrument lerne und studiere, komme gar nicht auf die Idee, dass man damit nichts anderes mache könne, als andere Musiker zu begleiten.

Originalmusk für Tuba

"Klischee adé" heißt denn auch Hartwigs Debüt-CD. Und die darauf versammelten Stücke – alles Originalkompositionen für Tuba - belegen von Beginn an, was mit einer Tuba alles möglich ist.

"Das ist auch so ein Klischee, dass es nicht genug Originalliteratur für das Instrument Tuba gibt. Da gibt es wirklich viel Repertoire und viel schönes Repertoire. Und deshalb war es mir auch ein Anliegen, wirklich Originalmusik aufzunehmen."

Die Tuba habe definitiv alles, was ein Soloinstrument ausmache. Er traue sich durchaus zu, sich auf musikalischer Ebene mit einem Saxophon oder einer Trompete zu duellieren.

Die Liebe zu seinem Instrument entdeckte Constantin Hartwig schon als Teenager: Mit 13 begann er Tuba zu spielen:

"Den Ausschlag gab, dass alle Blechblasinstrumente bei uns zu Hause immer herumstanden. Alle in meiner Familie machen Musik, und auch alle Blasmusik."

(mkn)

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