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Konzert / Archiv | Beitrag vom 23.03.2017

Berliner Philharmoniker mit Kirill PetrenkoSeltener Besuch

Live aus der Philharmonie

Der Generalmusikdirektor (GMD) der Komischen Oper Berlin, Kirill Petrenko, dirigiert am 28.03.2006 in der Komischen Oper Berlin während einer Probe der Komödie "Der Rosenkavalier..." von Richard Strauss. (dpa/iClaudia Esch-Kenkel)
Kirill Petrenko leitet an diesem Abend die Berliner Philharmoniker (dpa/iClaudia Esch-Kenkel)

Der zukünftige Chef steht am Pult - das verspricht Besonderes. Und wenn Kirill Petrenko die Berliner Philharmoniker in Werken Mozarts und Tschaikowskys dirigiert, gilt das umso mehr. Denn für deren Musik ist er bisher kein ausgewiesener Experte.

Natürlich kann man es sich einfach machen und sagen: Jedes Konzert der Berliner Philharmoniker ist einzigartig und besonders. Aber manche ragen trotzdem noch heraus. Zum Beispiel, wenn der designierte Chefdirigent zum Orchester kommt – und das zum einzigen Mal in der laufenden Saison.

Es vergehen noch eineinhalb Jahre, bis Kirill Petrenko sein Amt bei den Berliner Philharmonikern antreten wird. Doch schon jetzt brennt die Luft, wenn er aus seiner derzeitigen Hauptwirkungsstätte München nach Berlin kommt, und es wird nach Herzenslust spekuliert – nicht zuletzt über die programmatische Ausrichtung, die dem Weltspitzen-Klangkörper unter seiner Führung bevorsteht. Was nun bietet er den Zukunftsdeutern diesmal?

Das russische Repertoire scheint dem gebürtigen Sibirier Petrenko nicht nur per Herkunft nahe zu stehen. Bei seinen bisherigen – lediglich drei! – Konzerten mit den Berliner Philharmonikern standen bereits Werke von Rachmaninow, Skrjabin und Strawinsky auf den Programm. Insofern war es fast angesagt, dass bald auch Tschaikowsky kommen würde, und das geschieht nun mit dessen "Pathétique" – einem Werk, in dem irrlichternde Erinnerungen an bessere Zeiten am Ende einer existenziellen, fast nihilistischen Verzweiflung unterliegen. Gleichzeitig setzt Petrenko damit seinen systematischen Zugriff in die großformatige, ausladend besetzte Sinfonik fort – liefert aber diesmal mit Mozarts "Haffner"-Sinfonie einen klanglich schlankeren und schnittig-vitalen Kontrapunkt, eine neue Farbe zumindest in seinem schmalen Philharmoniker-Repertoire, auf die man gespannt sein darf.

Es sind zwei Pole des Menschseins, die der Dirigent mit den Werken Tschaikowskys und Mozarts einander gegenüberstellt. Verbunden werden sie durch den spröd-zerbrechlichen Kammermusikklang von John Adams‘ 1989 komponiertem Stück "The Wound-Dresser" nach einem Text Walt Whitmans über dessen Erlebnisse als Sanitäter im amerikanischen Bürgerkrieg. Über die ästhetische Programmatik des scheu-introvertierten russischen Dirigenten wird man gewiss weiter rätseln. Doch zumindest sein Bekenntnis zu einem mitfühlenden Humanismus steht bei dieser Werkzusammenstellung außer Frage.

Live aus der Philharmonie Berlin

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 35 D-Dur KV 385 "Haffner-Sinfonie"

John Adams
"The Wound-Dresser" für Bariton und Kammerorchester

ca. 20.55 Uhr Konzertpause

Peter Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 "Pathétique"

Georg Nigl, Bariton
Berliner Philharmoniker
Leitung: Kirill Petrenko

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