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Freitag, 15.12.2017

Interview | Beitrag vom 06.12.2017

Anerkennung Jerusalems"Weniger Mythos und mehr Realität"

Daniel Dagan im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

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Blick auf den Felsendom und die Al-Aksa-Moschee in der Altstadt von Jerusalem. (AFP / Thomas Coex)
Blick auf den Felsendom und die Al-Aksa-Moschee in der Altstadt von Jerusalem. (AFP / Thomas Coex)

Die USA haben angekündigt, ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen und Jerusalem damit als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Daniel Dagan, der als israelischer Journalist in Deutschland arbeitet, hält das für eine richtige Entscheidung.

Der Status von Jerusalem als Hauptstadt ist international umstritten. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt eines eigenen unabhängigen Staates. Weltweit gab es Kritik an den Plänen Trumps – vor allem in der arabischen Welt. Viele Reaktionen aus der arabischen Welt seien realitätsfern, hält Daniel Dagan dagegen:

"Der Friedensprozess und der Ausgleich zwischen Israelis und Arabern braucht weniger Mythos und mehr Realität."

Plan existiert schon viel länger

Seit 70 Jahren sei Jerusalem die Hauptstadt Israels und Donald Trump nicht der Erste, der die Anerkennung einfordert, betont Dagan. Der amerikanische Kongress hätte schon vor 20 Jahren entschieden, dass Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt werden solle. Alle US-amerikanischen Präsidenten – einschließlich Obama - hätten das seitdem versprochen, aber nicht durchgesetzt, erklärt Dagan.

"Ich kenne kein Beispiel in der Welt, wo eine Stadt als Hauptstadt für zwei Staaten dient.  Wenn es so etwas geben soll, dann muss es dafür ein ganz neues Konstrukt geben. Ich glaube nicht, dass das realistisch ist."

Die Rechte der arabischen Bewohner

In jedem Fall müssten auch die Anliegen der arabischen Bewohner, der Palästinenser und der Christen zum Ausdruck kommen, sagt Dagan:

"Zur Realität gehört, dass etwa ein Drittel der Bewohner Jerusalems sind Araber. Und sie haben selbstverständlich Rechte. Sie können, wenn sie wollen, bei israelischen Wahlen zur Knesset wählen. Das haben die meisten von ihnen bisher nicht gemacht. Sie sind Bürger mit allen Rechten und Pflichten und ihre Anliegen müssen unbedingt berücksichtigt werden."

(cosa)

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