Seit 07:05 Uhr Feiertag

Montag, 21.05.2018
 
Seit 07:05 Uhr Feiertag

Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.10.2017

Ärger um Erfolgsserie "Narcos"Der Bruder von Drogenbaron Escobar klagt gegen Netflix

Burkhard Birke im Gespräch mit Andrea Gerk

Podcast abonnieren
Ein Fahndungsplakat, mit dem nach Pablo Escobar und Komplizen wie Jhon Jairo Velásquez alias "Popeye" gefahndet wurde. (picture alliance/ dpa/ Georg Ismar)
Historisches Fahndungsplakat mit Pablo Escobar: Schillernde Figur, die allemal Neugier weckt (picture alliance/ dpa/ Georg Ismar)

In der Netflix-Serie "Narcos" wird die Geschichte des Kolumbianers Pablo Escobar erzählt und zu Geld gemacht. Der Bruder des mörderischen Chefs des Medellin-Kartells verlangt nun seinen Anteil. Burkhard Birke ordnet die Dinge und verrät zudem, wer eine noch bessere Serie zu Escobar gemacht hat.

Der Erfolg hat viele Väter und wenn Erfolg geerntet werden kann, dann gibt es viele Neider: Bereits mit Beginn der ersten Staffel 2015 ist Roberto Escobar Gaviria, der Bruder des Drogenbarons Pablo Escobar, gegen Netflix aktiv geworden. Er hat Netflix von Anfang an vorgeworfen, die Rechte an der Geschichte seines Bruders gestohlen zu haben.

Milliardenforderung des Bruders

In einem Brief 2016 drohte er Netflix mit einer Milliardenklage, falls weiter Lügen über Pablo verbreitet würden, der am 2. Dezember 1993 von einer Spezialeinheit in Medellin getötet wurde.

Die Forderung von einer Milliarde Dollar hat jetzt der Hollywood Reporter nochmals in die Öffentlichkeit gebracht. Hintergrund ist natürlich, dass Roberto Escobar 2014 die Firma Escobar Incorporated gegründet hat, um sozusagen das "Erbe" seines Bruders zu vermarkten. An der Firma ist auch der schwedische Medienmanager Olof K. Gustafsson beteiligt, ein erfolgreicher Medienrechtler, dem unter anderem die Rechte an den Comic-Büchern zu den Simpsons gehören sollen.

Roberto Escobar selbst bietet Escobar-Touren in Medellin an, erzählt Geschichten über seinen Bruder, dem er – einstiger Radrennfahrer – als Buchhalter diente und dafür elf Jahre in den Knast ging.

Kolumbianische Produktion besser

Die Figur Pablo Escobar als mordender Drogenbaron – nach Aussage seines Sohnes soll er mindestens für 3500 Morde verantwortlich sein – und Retter der Armen ist schillernd und löst noch immer Faszination und Entsetzen aus. Neugier weckt sie allemal, was auch den Erfolg der Netflix Serie Narcos erklärt.

Aus Sicht vieler Kolumbianer ist diese aber zu hollywoodesque, die Besetzung der Hauptrolle mit dem Brasilianer Wagner Moura fragwürdig – wegen der Sprache, nicht der schauspielerischen Leistung.

Eine frühere Produktion des kolumbianischen Senders Caracol mit hundert 30-minütigen Episoden unter dem Titel "El Patron del Mal" ("Der Boss des Bösen") erscheint realistischer und in der Hauptrolle mit Andres Parra ideal besetzt. Sie gibt es aber nur auf Spanisch.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDonnerschlag bei der Poetikvorlesung
Der Schriftsteller Christian Kracht (Deutschlandradio / Jelina Berzkalns)

Bei der ersten von drei Poetikvorlesungen von Christian Kracht ging es ganz unerwartet um sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen. Der Schutzbefohlene war Christian Kracht selbst. Das hinterließ einen bleibenden Eindruck in den Feuilletons der Woche.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Malerei auf BildernEin Caravaggiomuseum ganz ohne Caravaggio
Das toskanische Küstenstädtchen Porto Ercole (imago / Gerhard Buthmann)

Ein tragischer Tod, viel Geld und große Hoffnungen - das ist der Stoff, aus dem in der Toskana ein Haus gebaut wird: das neue Caravaggio-Museum in Porto Ercole. Das kleine Städtchen will profitieren vom Ruhm des Malers, also baut es ein Museum. Doch das Entscheidende fehlt.Mehr

Isabella Rossellinis "Link Link Circus"Von Menschen und Tieren
Isabella Rossellini bei ihrer Performance "Link Link Circus" in New York

Isabella Rossellini ist Schauspielerin, Filmemacherin und Tierliebhaberin. In Kurzfilmen hat sie sich mit Reproduktion und Aufzuchtverhalten von Tieren beschäftigt. Ihr neues Werk "Link Link Circus" handelt nun von deren Intelligenz und kommunikativen Fähigkeiten.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur