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Hörspiel / Archiv | Beitrag vom 10.05.2018

Programmänderung - In Erinnerung an Ludwig Harig"Staatsbegräbnis"

Von Ludwig Harig

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Der Schriftsteller Ludwig Harig (dpa)
Der Schriftsteller Ludwig Harig (dpa)

1967, 19. April: Der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, stirbt  in Rhöndorf bei Bonn. Es gibt einen Staatsakt im Bundestag, das Pontifikalrequiem im Kölner Dom, die Beisetzung. Der Rundfunk ist immer dabei: mit Direktübertragungen der Ansprachen, Reportagen, Interviews. Aus 33 Stunden ARD-Tonbandmitschnitten montiert und komponiert Ludwig Harig eine Hör-Collage, die einige Jahre später Rundfunkgeschichte macht, denn es gibt ein Sende- und Publikationsverbot.

"Den O-Ton zu Zwecken der dokumentarischen Satire einzusetzen und zugleich, eine Lektion in Staatsbürgerkunde zu erteilen, heißt, der Fiktion zu entsagen und zugleich den Hörer erleben zu lassen, wie das zitierte Originalmaterial dieses Staatstrauertages sich ohne gemeine 'Manipulation', einfach durch Verdichtung, Verkürzung, Wiederholung, in ein Sprachlustspiel verwandelt." (Jörg Drews)

Von Ludwig Harig
Regie: Johann M. Kamps
Ton und Technik: Eduard Kramer, Marlies Mathis, Adeltraut Schumann
Produktion: SR/WDR 1969

Länge: 63'13

Anschließend:
Erinnerungen an das "Staatsbegräbnis"
Von Julia Tieke
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2007
Länge: 25'01

Der Schriftsteller, Lyriker und Hörspielautor Ludwig Harig, geboren am 18. Juli 1927 in Sulzbach, gestorben am 5. Mai 2018, ebenda, bleibt den Radio- und Hörspielhörern besonders mit seinen experimentellen Texten und Hörcollagen in Erinnerung.
"Staatsbegräbnis 1" zählte in den frühen 1970er-Jahren zu den meist diskutierten Originalton-Hörspielen.
Geordnet in 'vier Lektionen politischer Gemeinschaftskunde' zeichnet "Staatsbegräbnis 1" in authentischen Zitaten die Feierlichkeiten zum Tod von Konrad Adenauer nach, dem ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, der am 19. April 1967 verstorben war.

Ludwig Harig wurde für seine schriftstellerische Arbeit mit zahlreichen Preisen geehrt, u.a. dem Heinrich-Böll-Preis (1987), dem Friedrich-Hölderlin-Preis (1994), zuletzt dem Preis der Frankfurter Anthologie (2005). 1987 wurde ihm für "Drei Männer im Feld" der Hörspielpreis der Kriegsblinden verliehen.

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