Klangkunst, vom 07.05.2021, 00:05 Uhr

Klangkunst: Die Entdeckung der Halbinsel CobourgField Log Cobourg

Der letzte Versuch, eine europäische Siedlung auf der Halbinsel Cobourg zu errichten, endete hier im Jahr 1849.  (imago/UIG)
Der letzte Versuch, eine europäische Siedlung auf der Halbinsel Cobourg zu errichten, endete hier im Jahr 1849. (imago/UIG)

Elf Jahre blieben die ersten britischen Marinesoldaten auf der Halbinsel Cobourg im Norden Australiens. 1849 kapitulierten sie vor Wirbelstürmen, Termiten und Malaria. Kurz zuvor waren sie auf Ludwig Leichhardt getroffen, einen Naturwissenschaftler aus Brandenburg, der behauptete, den Ort "als Erster" über den Landweg erreicht zu haben.

Diesen entlegenen Schauplatz der Kolonialgeschichte hat nun die Klangkünstlerin Kirsten Reese bereist. Nachts schlief sie unter freiem Himmel, lauschte zarten Insektengeräuschen. Zurückgelassene britische Objekte brachte sie zum Klingen, sie sprach mit Menschen vor Ort, dokumentierte deren Lebenswelt in Tonaufnahmen.

In "Field Log Cobourg" umkreist Reese verschiedene Formen von Wissen: Erfahrungswissen, indigenes Wissen, Naturwissenschaft, Wissen, das über Klang transportiert wird. Die Künstlerin verbindet ihre Reflexionen mit Fieldrecordings, O-Tönen und Archivaufnahmen.

Link zu "Memories in Music. Festival zeitgenössischer Musik" der Akademie der Künste, Berlin


Ursendung
Field Log Cobourg
Von Kirsten Reese
Schlagzeug: Matthias Engler
Mit: Max von Pufendorf
Ton: Kirsten Reese und Alexander Brennecke
Produktion: Deutschlandfunk Kultur/Akademie der Künste Berlin 2021
Länge: 51'20


Kirsten Reese, geboren 1968 in Kiel, ist Komponistin und Klangkünstlerin. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Kompositionen, temporäre Installationen und Audiowalks für Landschaften und den urbanen Außenraum. Sie arbeitet mit dokumentarischem und Archivmaterial und thematisiert die Aura und Historizität von medialen Instrumenten.

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