Hörspiel, vom 17.02.2019, 18:30 Uhr

Hörspiel: Projektionsraum HimmelHavanna Exit

Ein Turmfalke wird von einem Airbus A 320 überflogen. (imago)
Die Passagiermaschine wird ihren Zielflughafen nicht erreichen. (imago)

Eine Passagiermaschine auf dem Rückflug von Havanna. Der Pilot reagiert nicht auf die Anweisungen der Flugsicherung. Hier oben hat er sie immer gesucht, die abstrakte Herrlichkeit des Universums. Wo alles gleich schwer und gleich leicht ist. Und gleich gültig. Ein unendlicher Raum voller Erhabenheit und Kontingenz. Ein Raum ohne Demütigungen, ohne Schmerz und ohne Schuld. Die Maschine gleitet dahin wie ein Ahornblatt im lauen Herbstwind. Nur ein leises Fallen spürt man. Sinkflug ist ein viel zu dramatisches Wort dafür. "Can not read you. Say again. What’s your destination?"


Ursendung
Havanna Exit
Von Stephan Krass
Regie: Iris Drögekamp
Mit: Jörg Hartmann, Hansa Czypionka, Christoph Franken, Felix Goeser, Manuel Harder, Johann Jürgens, Božidar Kocevski, Tilla Kratochwil, Jeremias Matschke und Luise Wolfram
Komposition: Andreas Bick
Bassklarinetten: Theo Nabicht
Gesang: Jakob Ruess (Knabe des Kinderchors der Staatsoper Unter den Linden)
Ton und Technik: Andreas Stoffels und Philipp Adelmann
Regieassistenz: Felix Lehmann
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019
Länge: 63’13

Im Anschluss:
Der Himmel ist oben. Erkundungen in einem diffusen Luftraum
Ein Essay von Stephan Krass gelesen von Hanns Zischler
Regie: Ulrike Brinkmann
Ton: Hermann Leppich
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019
Länge: 24'51


Stephan Krass, geboren 1951, war Literaturredakteur beim SWR. Seit 2005 lehrt er an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und am Institut für literarisches Schreiben der Universität Hildesheim. Für Hans Magnus Enzensbergers Poesieautomaten im Marbacher Literaturmuseum der Moderne schrieb er ein Anagramm-Poem und entwickelte mit seinen Studenten den Rezensionsautomaten CENSEO sowie den Bücherautomaten KLAK (beide ZKM Karlsruhe). Zuletzt erschien der Lyrikband "Das Konzil der Planeten. Poetische Konstellationen" (2010). 2007 Hörspielpreis der Akademie der Künste Berlin für "Ponderabilien" (SWR 2006). Weitere Hörspiele: "Das grüne Auge von Falun" (SWR 2013), "Auf der Lebensgeisterbahn. Zehn Wurfsendungen" (DKultur 2013), "The Moon Tapes" (SWR 2014 mit Ulrike Haage), "Der Speermann" (SWR 2015). Stephan Krass lebt in Karlsruhe und New York.

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