Hörspiel, vom 24.03.2019, 18:30 Uhr

Hörspiel: Kollaboration oder KooperationUnterwerfung (2/2)

Nach dem Roman von Michel Houellebecq
Blick auf Rocamadour, Frankreich (Unsplash)
Blick auf Rocamadour, Frankreich (Unsplash)

Das Heilige Römische Reich unter islamischer Führung im Jahr 2022 ist nichts weniger als der Untergang unserer libertär-kapitalistischen Konsumgesellschaft. François, Literaturprofessor an der Sorbonne, Mitte 40 und nach seinen libertären Ausschweifungen gezeichnet vom Ennui beginnt sich nach seiner Rückkehr aus dem Kloster Rocamadour mit den Annehmlichkeiten der neuen, demokratisch gewählten islamischen Regierung anzufreunden. Es ist eine freiwillige Unterwerfung – Kollaboration oder Kooperation, je nach Perspektive.

"Wie jeder gute Genreroman ist auch Houellebecqs Roman voll drastischer Effekte, ironischer Wendungen und beißender Kritik am Zeitgeist. Und wie es sich für gute (Social) Science Fiction gehört, ist die Zukunft auch hier eigentlich nur eine entrückte Gegenwart: Meine Hörspielfassung soll das Gegenwärtige in Houellebecqs Dystopie oder Utopie, je nach Standpunkt! mit dokumentarischen Mitteln erzählen. Konterkariert wird dieser Fake-Dokumentarismus von François’ Auseinandersetzung mit Leben und Werk des dekadenten Schriftstellers Huysmans, der Ende des 20. Jahrhunderts lebte." (Leonard Koppelmann)


Unterwerfung (2/2)
Teil 2: Das römische Reich
Hörspiel nach dem Roman von Michel Houellebecq
Übersetzung: Bernd Wilczek, Norma Cassau
Bearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
Mit: Samuel Weis, Johann von Bülow, Julia Riedler, Christian Redl, Martin Rentzsch, Tina Wilhelm, Anne Leßmeister, Doris Wolters, Manuel Harder, Rosi Knoden, Thomas Stephan, Michael Mattig, Christian Susanka, Moritz Brendel und Wolfram Koch
Ton: Andreas Völzing
Produktion: SWR 2015
Länge: 84‘32


Michel Houellebecq, geboren am 26.2.1958 auf der Insel La Réunion, wuchs bei seiner Großmutter in Frankreich auf. Mit 18 Morphinsucht. Nach 1980 angestellt als Landwirtschaftsingenieur, Heirat und Vater eines Sohns. 1985 Scheidung und Bruch mit seinem früheren Leben. Depressionen, Klinikaufenthalte. Erste Gedichte erscheinen in der Nouvelle Revue de Paris. 1991 Arbeit als Computertechniker und Veröffentlichung der ersten Bücher bei den Éditions de la Différence, wo 1992 der mit dem Tristan-Tzara-Preis ausgezeichnete Gedichtband "Suche nach Glück" herauskommt. Schriftstellerische Arbeit sowie Anstellung im service informatique der Verwaltung der Assemblée Nationale. International bekannt wurde er mit seinem Roman "Elementarteilchen" (1998). 1999 übersiedelte er von Paris nach Irland.

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