Freispiel, vom 05.11.2020, 22:03 Uhr

Hörspiel: König Lear, She She Pop und ihre VäterTestament

Schwerpunkt: Väter und ihre Kinder
Vorbereitungen zum Generationswechsel nach Shakespeares König Lear. Zu sehen: Ein schwarz-weiß-Foto mit einem Mann, der eine Pappkrone und eine große Brille trägt.  (EyeEm / bernd hofbauer)
Vorbereitungen zum Generationswechsel nach Shakespeares König Lear. (EyeEm / bernd hofbauer)

She She Pop nimmt sich den Literaturkanon vor. Wenn es darum geht, die Konflikte, die jedem Generationswechsel innewohnen, auf die Bühne zu bringen, liegt schließlich auch nichts näher als Shakespeares "King Lear". In der ersten Szene versucht der alte König mit großer Geste sein Reich an seine drei Töchter zu vermachen und damit eine Absprache für seine Altersvorsorge zu treffen. Er scheitert fatal und das verwundert nicht. Denn von allen Tauschgeschäften, in die wir jemals verwickelt werden, ist dasjenige zwischen den Generationen das komplizierteste und undurchsichtigste. Die Parteien sind irritiert durch allerlei Details wie Schmuckstücke, Stammbäume, Erbfolgen, Erbkrankheiten, Liebesschwüre, Pflegepläne und Schuldgefühle. She She Pop bitten ihre eigenen Väter ins Hörspielstudio und eröffnen einen utopischen Prozess: den Ausgleich zwischen den Generationen.


Testament
Von She She Pop
Regie: She She Pop
Mit: Theo Papatheodorou, Joachim Bark, Peter Halmburger, Ilia Papatheodorou u.a.
Komposition: Christopher Uhe und Max Knoth
Ton: Andreas Narr
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2011
Länge: 53'25


She She Pop ist ein Performance-Kollektiv, das in den 90er Jahren am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft gegründet wurde. Mitglieder sind Sebastian Bark, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Ilia Papatheodorou, Berit Stumpf und Elke Weber. Die Performer*innen verstehen sich als Autor*innen, Dramaturg*innen und Ausführende ihrer Bühnenhandlung. Das Einbeziehen der eigenen Autobiografie ist dabei vor allem Methode, nicht Zweck der Arbeit. She She Pop sind seit 1998 in Berlin ansässig und feierten 2018 ihr 25-jähriges Jubiläum. Das Theater HAU Hebbel am Ufer ist seit 2003 ihr kontinuierlicher Koproduzent und Kooperationspartner in Berlin. 2010 wurde das Kollektiv für "Testament" mit dem Preis "Wild-Card" und dem Friedrich-Luft-Preis ausgezeichnet und zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen. 2012 folgte die Auszeichnung mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!