Klangkunst, vom 09.11.2007

Von Andreas Bick

Die abweisende Kargheit und Schönheit arktischer Wüsten sind der Ausgangspunkt der Klangkomposition "Frost Pattern". Ausschließlich durch Eis erzeugte Klänge stehen im Mittelpunkt einer akustischen Reise. Sie führt von den gewaltigen Gletschern Grönlands bis zu dem kaum hörbaren Klirren vereister Bäume in einheimischen Gefilden.

Ein Eisberg südöstlich von Neuseeland (AP Archiv)
Ein Eisberg südöstlich von Neuseeland (AP Archiv)

Es wird akustisch eine festgefrorene, erstarrte Welt beschrieben, unter deren Oberfläche enorme Spannungskräfte wirken. In faszinierenden Originalaufnahmen wird das Wirken dieser Kräfte vorstellbar: bei kalbenden Gletschern, rollenden und berstenden Eisbergen und bei der Rissbildung in Eisflächen auf zugefrorenen Seen. Diesen extrem lauten explosionsartigen Geräuschen werden mikroskopische Klänge bei der Entstehung von Frostgebilden gegenübergestellt.

Komposition und Realisation: Andreas Bick
Produktion: Autorenproduktion für Deutschlandradio Kultur 2006
Länge: 26'48

Andreas Bick, geboren 1964 in Marl, lebt und arbeitet als Film- und Radiokomponist in Berlin. Für DeutschlandRadio Berlin produzierte er zuletzt "Windscapes" (2001), das mit dem Karl-Sczuka-Förderpreis ausgezeichnet wurde.