Hörspiel, vom 17.02.2021, 22:03 Uhr

Doppelbödiger Humor: Geschichten von Thomas BraschHeute wird sich alles ändern

Drei Erfinder-Geschichten
Alexander Bell erfand 1876 ein Telefon. Bell bei Inbetriebnahme der ersten Telefonverbindung New York-Chicago, USA, 1892.  Foto; digital koloriert. (picture alliance / akg-images)
Zu Thomas Braschs literarischem Werk gehören auch Kindergeschichten - zum Beispiel über Erfinder wie Alexander Bell. (picture alliance / akg-images)

Erste dosenförmige Taschenuhr, um 1510 von dem Nürnberger Schlosser und Feinmechaniker Peter Henlein (um 1480 - 1542) hergestellt.Erste Taschenuhr, von Peter Henlein hergestellt.Thomas Brasch hat neben Gedichten, Prosa, Theaterstücken und Drehbüchern auch Geschichten für Kinder geschrieben. Drei davon handeln von Erfindern, deren Erfindungen ungeahnte Konsequenzen haben: Herr Henlein erfindet die Taschenuhr und muss feststellen, dass Zeitmessung und Zeitkontrolle nicht immer gute Allianzen eingehen; Herr Daguerre erfindet den Fotoapparat und zeigt den Franzosen, wie ihr König tatsächlich aussieht – wenig später jagen sie den König aus dem Land; Herr Bell ist so dick, dass er sein Zimmer nicht mehr verlassen kann. Auf der Suche nach Kontakt entwickelt er das Telefon – und ärgert sich fortan über ständige Anrufe. Drei Erzählungen von Mut, Angst, Unterdrückung und Freiheit.


Kamera zur Aufnahme von Daguerreotypie-Fotografien, die von Louis Daguerre erfunden wurden. Datiert 19. Jahrhundert. (imago stock&people)Kamera - datiert 19. Jahrhundert. (imago stock&people)Heute wird sich alles ändern
Drei Erfinder-Geschichten
Von Thomas Brasch
Regie: Matthias Mücke
Mit: Stefan Kaminski, Stefan Kaminsky, Marion Brasch
Musik: Conrad Knorr, Frida Rücker, Marcus Erb-Szymanski, Posaunenchor Bad Düben
Geräusche: Karl Heinz Fabian
Ton und Technik: Fritz Dittmann, Matthias Mücke
Produktion: Edition Mückenschwarm 2020
Länge: 41'03

Anschließend:
Drei verrückte Kindergeschichten aus den 70ern
Marion Brasch und Matthias Mücke im Gespräch mit Frank Meyer
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020
Länge: 11'59


Der Schriftsteller und Regisseur Thomas Brasch im Dezember 1976.  (picture-alliance / dpa / Dick)Der Schriftsteller und Regisseur Thomas Brasch im Dezember 1976. (picture-alliance / dpa / Dick)Thomas Brasch (1945–2001) war ein deutscher Lyriker, Dramatiker, Übersetzer und Regisseur. In England als Sohn jüdischer Emigranten geboren, siedelte er mit seinen Eltern 1947 nach Ostberlin um. Er arbeitete nach dem Abitur als Schlosser und auf dem Bau, studierte später Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen, schrieb und inszenierte Theaterstücke und Filme. Häufig wurden seine Arbeiten verboten. 1968 kam er wegen seines Protestes gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings für 77 Tage ins Gefängnis. Mitte der 1970er Jahre reiste er nach Westberlin aus und hatte in der Bundesrepublik großen Erfolg, unter anderem 1977 mit dem Erzählband "Vor den Vätern sterben die Söhne". Auszeichnungen u.a.: 1978 Ernst-Reuter-Preis, 1979 Villa-Massimo-Stipendium, 1981 Bayerischer Filmpreis. 1987 Kleist-Preis für das Hörspiel "Robert, ich, Fastnacht und die anderen". (RIAS/NDR/SDR 1977). Für Deutschlandradio Kultur 2007 "Mädchenmörder Brunke".

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